Bei dieser Methode wird thatsächlich alles Alkaloid in dieätherische Lösung übergeführt, wie ich weiter unten durch Kontroll-yersuche mit Lösungen von reinen Alkalo'fden in Süssholzextraktzeigen werde. Die Alkaloide, resp. die am Schluss bei der Titrationerhaltenen wässrigen Flüssigkeiten, sind farblos oder höchstens soschwach gefärbt, dass die Erkennung der Endreaktion bei Verwendungvon Jodeosin als Indikator in keiner Weise beeinträchtigt wird.
Das von Kunz 1 ) beobachtete Uebergehen von Spuren desAlkalo'ids aus der Aetherlösung in das Wasser beim Waschen derersteren fällt nicht ins Gewicht, resp. wird dadurch unschädlichgemacht, dass das Waschwasser bei der zweiten und dritten Aus-schüttelung wieder mit ausgeschüttelt wird. Ausserdem ist die Mengederselben im Verhältnis zur Aetherlösung sehr gering.
Eine Verunreinigung der Alkalo'idlösung mit Soda und damiteine Erhöhung des Resultates findet ebenfalls nicht statt, wie folgendeVersuche lehren:
1) 50 cm 3 Alkohol von 45 #, 50 cm 3 Aether und 3 cm 3 Sodalösungwerden geschüttelt, die ätherische Schicht nach dem Absetzen ab-gehoben und titriert. Hierbei wurde in vier Versuchen anVioo -Normal-Säure verbraucht:
I) 3,5 cm 3 II) 3,1 cm' III) 3,25 cm 3 IV) 3,75 ein 3 .
2) 50 cm 3 Alkohol von 45#, 50 cm 3 Aether und 3 cm 3 Sodalösungwerden geschüttelt, die ätherische Lösung abgehoben und zurEntwässerung mit zwei Gramm gebranntem Gips geschüttelt undfiltriert. Sie verbraucht beim Titrieren 1 cm 3 '/loo -^ormal-Säure.
3) 25 cm 3 Alkohol von 45#, 50 cm 3 Aether und 1 cm 3 Sodalösungwerden geschüttelt, die abgehobene Aetherschicht mit 3 cm 3Wasser gewaschen (durch Ausschütteln) und mit einem Grammgebranntem Gips entwässert und filtriert. Nach dem Versetzenmit 50 cm 3 Wasser und drei Tropfen alkoholischer Jodeosin-lösung (1:250) ist auch nicht die geringste Rötung des Wasserszu bemerken. ,Ein Uebergehen von Natriumcarbonat in die Aetherlösungen ist
also bei genauem Befolgen obiger Vorschrift absolut ausgeschlossen.
») Arch. d. Pharm. 1885, p. 701 f.