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Deutsches homöopathisches Arzneibuch : Aufzählung und Beschreibung der homöopathischen Arzneimittel nebst Vorschrift für ihre Bereitung, Prüfung und Wertbestimmung
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so muss man dieselben immer erst zur Trocknis verdampfen, um siedann weiter wie die Extrakte behandeln zu können.

Nun ist es aber eine bekannte Thatsache, dass ein grosser Teilder Alkaloide bereits bei der gelinden Wärme des Wasserbades nament-lich bei Gegenwart von viel organischer Substanz, Eiweissstoffen,Pektinstoffen u. dergl. in wässriger Lösung sehr leicht anfängt sichzu zersetzen, was ja die pharmaceutische Grossindustrie veranlasst hat,das Eindampfen der Extrakte bei möglichst niedriger Temperatur undim Vakuum vorzunehmen.

Man ist daher bei der Analyse alkaloidhaltiger, flüssiger Präparateebenfalls gezwungen, die Verdampfung resp. Eindickung im Vakuumoder im Exsiccator vorzunehmen, wenn man nicht Verlust an Alkalo'iddurch Zersetzung und dadurch fehlerhafte Resultate erhalten will. Einederartige Prozedur erfordert aber immer eine lange Zeit und ist daherbei Apothekenrevisionen z. B. schlechterdings nicht ausführbar, ganzabgesehen davon, dass wohl nicht in einef jeden Apotheke ein Vakuum-apparat oder Luftpumpe und Vakuumexsiccator vorhanden sind.

Ich habe daher eine Methode ausgearbeitet, vorerst für die homöo-pathischen Essenzen aus frischen Pflanzen, die aber mit einigen Modi-fikationen auch für Tinkturen jeder Alkoholstärke anwendbar ist unddie gestattet, die Alkaloidbestimmung ohne alles Eindampfenund ohne j ede Anwendung von Wärme durchzuführen. Dieselbekann in verhältnismässig kurzer Zeit ausgeführt werden, sie erfordertetwa eine bis anderthalb Stunden und liefert bei genauem Arbeitensehr befriedigende Resultate, wie die unten angeführten Beleganalysenbeweisen werden.

Von allen bekannten Methoden kommt die von Hilger 1 ) ange-führte der meinigen am nächsten, weicht aber doch in einigen Haupt-punkten davon ab.

Hilger löst die Extrakte in 45^"igem Alkohol und schüttelt dieseLösung unter Zusatz von Ammoniak dreimal mit Chloroform aus.Wendet man dieses Verfahren auf die homöopathischen Essenzen an,die ja auch sozusagen Extraktlösungen in 45 % igem Alkohol darstellen,so bekommt man bereits bei der zweiten Ausscliüttelung sehr häufig

Pharm. Zeit. 1893, p. 586.