Beschreibung des angewandten Pflanzenteiles : Die Baldrianwurzelmuss den im Deutschen Arzneibuche gestellten Anforderungen ent-sprechen.
Charakteristik der Tinktur: Die Tinktur zeigt bei 17,5° ein spez.Gew. von 0,928 bis 0,934. 10 Gramm Tinktur hinterlassen nach demEindampfen und Trocknen 0,25 bis 0,50 Gramm Rückstand. Werden25 Gramm Tinktur unter Zusatz von 1 cm 3 30 % iger Sodalösung aufdem Wasserbade eingedampft, der Rückstand in 100 cm 3 Wasser ge-löst und unter Zusatz von 20 cm 3 offizineller Phosphorsäure 110 cm 3abdestilliert, so sollen 100 cm 3 des filtrierten Destillates unter Zusatzvon drei Tropfen Phenolphtaleinlösung 4,5 bis 6,7 cm 3 Normal-Zehntel-Kalilauge bis zur Rotfärbung verbrauchen, entsprechend 0,05 bis0,075 Gramm Baldriansäure in 25 Gramm der Tinktur, oder 0,20 bis0,30 % Baldriansäure. Die gefundene Baldriansäure soll 8 bis 12 %des vorhandenen Extraktes ausmachen. Die Tinktur ist von kaffee-brauner Farbe und kräftigem Baldrian-Geruch und -Geschmack.
Der Arzneigehalt der Tinktur ist gleich y 10 .
Die Potenzen werden bis zur dritten Decimalverdünnung mit60 % igem, von der vierten an mit 90 % igem Alkohol bereitet. Dieniederen Potenzen sind bis einschliesslich der zweiten Decimalver-dünnung in 1 cm dicker Schicht gelblich gefärbt.
Litteratur: Hahneinann, de vir. med. I, pag. 251. — Archiv II, 2, pag. 153,— Allen, X, pag. 59.
Veratrum.
Nieswurz.
Stammpflanze : Veratrum album L. Fam. nat.: Colchicaceae.
Vorkommen: Veratrum album wächst in Mittel- und Südeuropa, so-wie in Nordasien auf Alpenmatten.
Angewandter Pflanzenteil und Bereitung der Arzneiform: Das vor-sichtig getrocknete und gepulverte Rhizom wird nach Vorschrift des