Bereitung der Arzneiform: Ein Gewichtsteil Schwefelblumen wirdmit zehn Gewichtsteilen absolutem Alkohol übergössen, gut umge-schüttelt, 24 Stunden zum Absetzen des Schwefelpulvers hingestellt,darauf die klare Flüssigkeit abgegossen und filtriert. Dies Präparatbetrachtet Hahnemann als erste Centesimalpotenz; es wird mit starkemWeingeist weiter potenziert.
Charakteristik der Tinktur: Die Tinktur zeigt bei 17,5° ein spez.Gew. von 0,794 bis 0,798. Wird die Tinktur auf dem Wasserbadeeingedampft und getrocknet, so soll ein gelblicher, in Schwefelkohlen-stoff völlig löslicher Rückstand hinterbleiben. Wird dieser Rückstandin der Schale stärker erhitzt, so entzündet er sich und verbrennt mitbläiüicher Flamme, unter Ausstossung stechender Dämpfe von Schwefel-dioxyd. Wird die Tinktur mit gleichen Teilen Wasser gemischt, soentsteht eine milchig getrübte Flüssigkeit.
Litteratur: Hahnemann, Chr. Kr., 1. Aufl., IV, pag. 338.
Symphytum.
Beinwurz.
Stammpflanze: Symphytum officinale L. Fam. nat.: Borraginaceae.
Vorkommen: Die Beinwurz ist auf feuchten Wiesen und an Gräbenfast durch ganz Europa verbreitet.
Angewandter Pflanzenteil und Bereitung der Arzneiform: Die
frische, vor Beginn der Blüte gesammelte Wurzel von Symphytum offi-cinale wird nach Vorschrift des § 3 zur Herstellung einer Essenz benutzt.
Beschreibung des angewandten Pflanzenteiles: Die Wurzel von Sym-phytum officinale ist cylindrisch, bis \/ 2 Meter lang und ca. 2—3 cmdick. Sie ist gleich oben am Wurzelkopf verzweigt, sonst einfach,aussen dunkelschwarzbraun und innen gelblich, weissfleischig und saftig.Der Querschnitt lässt eine ziemlich dünne Rinde und einen weisslichenKern, mit dreieckigen, sternförmig angeordneten Holzgefässen und stern-förmigen Markstrahlen, sowie im Centrum eine sehr dünne Markröhreerkennen. Sie ist geruchlos und schmeckt fade, schleimig und süsslich.