Helleborus.
Ghristwurzel.
Stammpflanze: Helleborus niger L. Fam. nat.: Ranunculaceae.
Vorkommen: Die Christwurzel oder schwarze Nieswurzel wächstwild in den Gebirgen Mitteleuropas, in Schlesien, Böhmen, Salzburg,Oberösterreich, Steiermark, Kram und Frankreich und wird häufigwegen ihrer um Weihnachten erscheinenden] Blüten als Zierpflanzein Gärten kultiviert.
Angewandter Pflanzenteil und Bereitung der Arzneiform: Der ge-trocknete Wurzelstock mit den daranhängenden Wurzeln wird nachVorschrift des § 4 zur Herstellung einer Tinktur benutzt.
Beschreibung der Droge: Der Wurzelstock von Helleborus nigerist 2 bis 3 cm dick und 10 bis 15 cm lang. Er ist rundlich, geringelt,aussen dunkelbraun, innen weiss. Nach oben zu ist er sehr stark ver-ästelt und vielköpfig und seine Aeste sind wiederum verzweigt. DieAeste sind ebenfalls braun und von den Narben der Wurzelblätter ge-ringelt. Die zahlreichen Nebenwurzeln entspringen bei aufrecht stehen-den Wurzelstöcken Uberall auf der Oberfläche, bei horizontalen Wurzel-stöcken dagegen fast nur auf der Unterseite. Sie sind aussen braun,längsstreifig und im trocknen Zustande sehr zerbrechlich. Auf demQuerschnitt erkennt man sowohl beim Wurzelstock als auch bei seinenAesten und Nebenwurzeln unter der schwarzbraunen Aussenscliicht einefleischige, weisse Rindenschicht und einen weissen Holzkern. DerGeruch ist schwach, der Geschmack kratzend und bitter.
Charakteristik der Tinktur: Die Farbe der Tinktur ist gelb, derGeruch widerlich und der Geschmack brennend.
Der Arzneigehalt der Tinktur ist gleich 1 /io-
Die Potenzen werden mit 90^igem Alkohol bereitet. Die niederenPotenzen sind bis einschliesslich der zweiten Decimalverdtinnung in1 cm dicker Schicht gelblich gefärbt.
Litteratur: Halmemann, R. A. M. L. III, pag. 203. — A. H. Z. XXXIX. u.XXXXII. — Allen, IV, pag. 541.