Angewandter Pflanzenteil: Das frische, vor der Blüte gesammelteKraut wird nach Vorschrift des § 1 zur Herstellung einer Essenz benutzt.
Beschreibung des Krautes: Der Stengel des Grottesgnadenkrautesist aufrecht, bis 40 cm hoch, einfach oder schwach verästelt, stiel-rund und kahl. Die Blätter sind sitzend, gegenständig, lineallanzett-lich, scharf gesägt, drei- bis fünfnervig und ebenfalls kahl. Die ziem-lich grossen Blüten stehen einzeln auf fadenförmigen Blutenstielen undsind weiss oder rötlich, mit gelblicher Kronröhre, Das Kraut ist ge-ruchlos und besitzt einen scharfen, bitteren und widerlichen Geschmack.
Charakteristik der Essenz: Die Farbe der Essenz ist rötliclibraun,
der Geruch nicht spezifisch und der Geschmack schwach bitter.
Der Arzneigehalt der Essenz ist gleich 1 /2.
Die Potenzen werden bis zur dritten Decimalverdünnung mit60^ igem, von der vierten an mit 90.^igem Alkohol bereitet.Die niederen Potenzen sind bis einschliesslich der zweiten Decimal-verdünnung in 1 cm dicker Schicht gelblich gefärbt.
Litteratur: Hartlaub u. Trinks, A. M. L. II, pag. 1. — Archiv XVII. 2. IL1838. — Allen, IV, pag. 491.
Guajacüm.
Guajakharz,
Stammpflanze: Guajacum officinale L. Farn, nat.: Zygophyllaceae.
Vorkommen: Der Pockholzbaum wächst auf den Antillen und ander Nordküste von Südamerika
Angewandtes Pflanzenprodukt und Bereitung der Arzneiform: Das
freiwillig aus dem Kernholz von Guajacum officinale ausgetretene oderdurch Ausschwelen gewonnene Harz wird nach Vorschrift des § 6azur Herstellung von weingeistigen Lösungen benutzt.
Beschreibung der Droge: Guajakharz bildet entweder längliche,
tropfenförmige, bis walnussgrosse Stücke oder grosse, unförmliche Massenvon dunkel -schwarzgrüner oder bläulich-grüner Farbe, muscheligem,
Pharmakopoe. 9