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Deutsches homöopathisches Arzneibuch : Aufzählung und Beschreibung der homöopathischen Arzneimittel nebst Vorschrift für ihre Bereitung, Prüfung und Wertbestimmung
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mann durch seine Milliontel-, Billiontel- u. s. w. Bezeichnung der Potenzen selbstveranlasste irrtümliche und fehlerhafte Anschauungsweise, bei der Betrachtungund Beurteilung der homöopathischen Arzneipotenzen die Quantitätsverhältnissedes Arzneistoffs zu berücksichtigen und den Wert ihrer molecularen Qualitätnach den Quantitätsbruchteilen des ursprünglichen Arzneistoffs bestimmenzu wollen. Die richtigen Bezeichnungen würden bei diesen Arzneipräparatenvielmehr durch Subtilisationsgrad oder Verfeinerungsstufe ausgedrücktwerden, denn durch den Akt der Atomisation oder molecularen Spaltung werdendie für die gebundene Stoff-Form gültigen Anschauungen über Mass- und Gewichts-Verhältnisse zur Bestimmung ihrer Wirkungen eo ipso hinfällig; es treten neueGesetze in Kraft, die aber nicht a priori konstruiert werden dürfen, sonderna posteriori durch Versuch und Beobachtung aufgefunden werden müssen. DieWorte »Subtilisationsgrad« und »Verfeinerungsstufe« sind jedoch zu schwerfällig,und da der Name den Wert der Sache nicht bestimmt und ein jeder, der darüberurteilen will, ohnedies sich bestreben muss, einen klaren und geordneten Begriffüber diese Arzneiqualitäten und ihre Wirkungen auf den Organismus durch eigenesNachdenken und Beobachten sich zu bilden, so bleiben wir bei der alten, vonHahnemann einmal eingeführten Bezeichnung »Potenz«.

Es gelten in der Homöopathie zwei Scalen: die Centesimal-und die Decimal-Scala.

1. Die Centesimal-Scala. Diese Scala wurde von Hahnemanneingeführt. Für sie gilt der Grundsatz, dass die erste Potenz ] /ioo desArzneigehalts (siehe Einleitung), die folgenden je Vioo der vorhergehen-den besitzen müssen. Da nun die Essenzen, Tinkturen und Lösungennach verschiedenen Regeln hergestellt werden (§§ 16), der Arznei-gehalt also in ihnen in sehr ungleichen Quantitäts-Verhältnissen vor-handen ist, so ist nur der Quantitäts-Zusatz der Urtinktur, Lösung oderEssenz zur ersten, mit dem indifferenten Stoffe (Weingeist etc.) zu be-reitenden Potenz ein ungleicher, während die zweite und die folgendenPotenzen mit je einem Tropfen oder Gewichtsteil der vorhergehen-den Potenz auf 99 Tropfen oder Gewiclitsteile des indifferenten Stoffshergestellt werden. (Die betreffenden Paragraphen, welche für dieeinzelnen Potenzen genau die Potenzierungsverhältnisse vorschreiben,geben darüber Auskunft.)

2. Die Decimal-Scala. Noch bei Habnemanns Lebzeiten bürgertesich eine andere Methode ein, welche viele Anbänger unter den homöo-pathischen Aerzten gefunden hat: die Decimal-Scala. Bei Anfer-tigung der nach dieser Scala zu bereitenden Mittel gilt der Grundsatz,dass die erste Potenz 1 / )0 des Arzneigehalts besitzen müsse, währenddie folgenden Potenzen mit je 10 Tropfen oder Gewichtsteilen auf

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