Das l. Kapitel.
Was zu einer wohl bestellten Kuchen erfordert wird.
Innhalt.
i SnrwvhlbesteUten Kuchen wird ein wohl;ugmchtttes Spe>ß<Kewöw erfordert/von besten Aufbau- und Eintheilung hier ge-kandeltwird. §.2. Wann dieses anqerichtet / muß alles bannnwohl verwahret/oder einer getreuenDeschliejserin anvertrauet wer»' ' ' Haus'ÄAitter allenthalben fleissig nachsehe.
He und bevor ein
verständige und fleissi-geHaus Mutter/wel-che vornemlich in einerweitläussigen Haus»Haltung lebet/ihre Ku«Gen bestellet/ muß siesich auf das wenigstemit einem/wo nichtga?mit etlichen! / Speifi-Gewölben versehen /und hierzu einen solchenNrt erwehlen / der weder ju naß noch zu feucht/ weder zukoch noch zu nieder/mehr aber kühl als warm ist/allermas-sonst gern diesen darin verwahrte Speisen anlauffen.Wiedann auch sehr nutzlich / wann etliche Lusst. Locker oderKenster (nachdem eö die Gelegenheit des Orts zulast/)undzwarvonAusgangbiß gegen den Abend darinnen sind/damitzuZeiten / absonderlich im Hruhlmg und Herbst/durch Eröffnung derselben/ die Lusst durchstreichen möge.Wo aber grosse und weitläufftigeHaushaltungen sind/dawill ein andre Stell das zur Speise zubereitete Getrald/als Mehl/Haber-Korn/Gries/Hürs/Gersten/wie auch
das gedacheneBrod und dergleichen; Ein andere das
Gewürk, als Zucker /Saltz und Honig; Wiederum ein
andere der TMM Wein und allerhand Saffte haben.Deßaleichen will auch vas gedortte Obs/ nebst dem ge-dörtten Misch/ wie auch Kraut und Rüben / einen ab-sonderliche» Platz erfordern/ angesehen es gar fein stehet/
wann man meiner Haushaltung nicht allein mit alwHand Vorrath versehen ist/ sondern auch wann man den«selben in schöner Ordnung aufbehält / damit / wann umgefehr gute Freund und Gast die Einkehr nehmen / müngleich in der Eil einen guten Vorrath haben/und dmsel.den zu finden wissen möge/ welches absonderlich/ soma«aus dem Land sich befindet/viel bequemer ist / als wannman die gute Zeit / da etwas könnte zugericht werden/mit herumlaufen/ und eines und das andre anjuschaffen/ju bringen muß.
L. 2.
Nachdem nun eine verständige und fleissge Haus-Mutter die Gelegenheit also angeordnet / will ihr fernerobliegen/den Seegen GOttes/so er ihr bescbehret/ fleis-sig zu verwahren/ selbst na»zugehen/unb nach zuschauen/damit nichts schadhafftes überHand nehme / auch Katzen/Ratzen und Mäuse nichrs(abfonderlichindemGetrayd)verVerben; Insonderheit aber soll sie dasjenige/was zurtäglichen Nothdurfft gehöret wo es immer seyn kan/sekb-sten hergeben/ wann aber ver Sachen in der ^»auehal-tung zuviel so kan sie wohl nach einer getreuen Bef-tiiestserin sich umtkun / und derselben die Schlüssel dieserSpeiß-Gewölber anvertrauen/ wobey sie aber vor al-len Dingen den Vorrath wohl zu betrachten / densel-ben fleissig aufzuschreiben / ihrer Beschließerin zu zei-gen und vorzulegen/ auch dann und wann nichts desto-weniger nach zuschauen haben wird/ vannwo dieses ge-schiehet/ so werden die Gelreuesten und Fleissigsten in ih-rer Treue und Miß gestärcker unddarinn erhalten/ daim Gegentheil/wann man demGesind alles überlässet/nachmals auch d>e besten Mägde hinlässig und saumse-lig werden/ mithin so dann wohl auch die al'lerreicheste Haushaltung zu Grundegehen muß.
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