7v DeS kluqen und Reckes -verständigen H auß- Vatters
wachsen / solle man auch nicht abreisten / sondern mit Zie- damit sie vonsich selbsten abfallen. Zu letzt kan man zurgewButter/ so mit Campher und Saffran vermenget ist/ völliger Ausführung gebrauchen / waö wir oben zur Ab-oder mit süffen Mandel-Oel/ oder Eyer-Oel bestreichen / Haltung der Pocken gesetzet haben.
Das XXXIIX. Zapitcl.
Krätze / Raute.
Innhalt. dem Leib gleichsam verborgen lagen/ in die Schweiß-Lö-
cher/welche dann dardurch müsien verwundet und verseh-».Wird beschrieben. 5.Wi- es entstehe. §. ?. Derselben ret werden. Dahero geschiehet es auch daß die Raute
dere Übel so die Haut angreiffen / und wie dieselben zu cu. te mcommockirt/ weilen nemlich im Drbstder kalte Lufft
' riren. die Schweiß-Löcher schlösset / in Frühling aber der war-
§. me Lufft / die den Winter über in Leib gelammlere scharffe
u- -- c ^ k. Safft m die Schweiß-Löcher auscreibet. DaßdieSpei-
z Ratze / ^b,es, ,st eine sehr beschwerliche ^r Kratze können Ursach geben /haben mr bereis ge-Kranckheit / in dem entweder in r emgan- / n?ann nemlich selbige in grosser Menge gebraucht
zeiUeib / oder nur einigen Theilen / Blat- ^rden / und man dergleichen schon wieder zufichmmmt /terlein/welche bak spitzig und fast trocken/ ^ vorigen verdauet worden. Absonderlich aber ent^
bald bre>t und mit vielen ^yter miqe> ullet ^^et ^ Kratze / wann die jenigen / so bißhery den?ufft
s ! ^^ stanges gucken/ Vatterlands nur gewohnt waren / den Lufft /Bpei-und Verlangen zum Kratzen erwecken/ nach rem Kratzen Wasser verandern. Das viele Sitzen machetaberentstehet ein hessuges?^rennen und Schmertz / und die Krätze entstehend / dann dardurch werden diedie Blatterlem / wclche durch das K ratzen geöffnet wer- nicht angetrieben / daß sie die Schweiß-Löcher er-den/ und deßwegen die Feuchtigkeit / welche sie in sich be- ^nd dardurch ihren Ausgang suchen / sondern siehalten/ausge ceret^ben/weiden in Rufen verwandelt/ bleiben gleichsam liegend / und werden nach und nachso hernachnmlb als Schuppen herab fallen. scharff/ und also bequem die Drüßlein in der Haut zu ver-
. sehren/welches alle die/enigen so ihr Leben mitSitzenzu
cher c er v?aut/ und die Druß.em / so unter derjelbigen lie- bringen/ absonderlich die Schneider/ bezeugen. Wie die
gen verstopffet und versehret sind / und solches zwar ge- einer von dem andern gleichsam kan erben / haben
jchiehet von schal ffen/ gesaltzenen / und sauern ^h^'l'gen / ^ bereits Anregung gethan / und ist insgemein be-
welche entweder von einem / der bereitsmitder Kratze be- / dann indem ein Gesunder bey einem Kratzigen
hasscet ist/ >. urch ein Anstecken mitgetheilet werden / oder s^sg^t/ können sich leicht die scharffen und sauern Theili-
selbige werc en mit dem Fließwasser/weiches zu den kleinen H«»/ nzelcbe allezeit abaeben / in die Schweiß<Löcher des
Drüßlein unter der Haut geführet wird / damit es allda "„M
als ein Schweiß ausgeleeret werde/ herbey gebracbt/wel- Safften ihre Scharffe mittheile/ welches um so viel
che / indem sie wegen ihrer >rreZu!airen Figur mit dem eker kan aescheben / weilen durch die Warme des
Schweiß nicht können sortgetriben werden / stillstehen / ZchwW^
und die Drüßlein/samt deren Ausleerungs-Ganglein/ ^ ^
versehren und wund machen / und wann sie das Fließ- , Ob l^bon die Kratze.^^1?
Wasser zugleich verdickern / daß es nicht als ein Dunst ^ gefährlicher msgenuni. P, so kr nmn dock an.
oder Schweiß ausgeleeretkan werden / sondern zugleich dere gefährliche Kranckhetten / ^
still stehet / so seynd die Blatterlein mit Eyter / welches ^^tz Klopffen/ Aufichwellen des gantzen ^lbesund^er.
nichts anders ist / als das verdickerte Fließ Wasser / an- Stichen enrstehe/wann man >. enUriprung >. ^Kmnckh t
gefüllet/welche hingegen trocken sind / wann die scharffen betrachtet/und demselben keine tüchtige
und gesaltzene Theilichen allein stillstehen / und das Fließ- gen setzet/sondern sich mttzuructt^eibem^ gnu-
Wasser nicht verdickern / sondern selbiges als einen Den lasset, ^ann die Ulten mit der
Schweiß von sich lassen. so werden sie schwerlich davon befreyet/londern müssen
§. z. Der Krätze seynd absonderlich unterworffen solche biß an den Todt erdulten.
die jungen Kinder/ welche mehr Speisen zu sich nehmen / ^ ^en jenigen gefahrlich/ deren ^'ber voi hei o mt vielen
als sie verdauen und verkochen können / deßwegen dann A^ben und zähen Safften angeftM sind / und eb sie
viel scharffe Saffte in deren Leibern gesammlet werden; von aussen angestecket wer^n / so ran es doch
ingleichen seynd die alten Leute mehr kratzig/ als die so sich so starckemwurtzeln es hernach langeZettdon-
in ihrem besten Alter befinden / und zwar nicht allein/ norden hat/ b'ß'nansolchewidercu^ /
weilen sie aus Mangel der natürlichen Warme die Spei- auch leicht in einen Aussatzverwmwlet werden/wann
sen zu keinen subtilen Nahrung-Safft können verdauen / man selbiger nicht m't tüchtigen
sondern auch weilen bey denenselben die Schweiß Löcher / und m Essen / ^rmcken und andern voi hergehendenUr-
wie alle andere Theile/ zusammen fallen und eng werden / sachen/ deren wir ei stqedacht/keme ^rdlt. Doch
daß die scharffen Sasste / welcbe / wie gedacht / in grosser ^"d man auch zum offtern von zocken/ -fasern/^ra>)ß
Menge vorbanden / durch selbige nicht können ausgelee- und an^rn Kranckhetten
ret werden/ sondern unter der Haut still stehen / und selb»'- dem die Natur die umemen Saffte/welche solche Kianck-
ge versehren / zu der Kratze traget auch das Seinige mit Seiten verursachen konnten / von dem Oeblut absondert /
bey/so wol der kalte als warme Lusst/dann jener/indem undausdemLewausstonet.
er die Schweij^Löcher schliesset/und dieAusleerung durch §- 5. Die Cur siehet absonderlich dahin / daß die
selbiae verhindert/giebt Anlaß zu Sammlung der scharf- Schweiß-Löcher und die unter denselben liegendeDruß-
sen Saffte: Dieser aber treibet solche / so unterdessen in lein von den scharffen und gesaltzenen Safften/ die sich
allda