Des klugen und Rechts -verstündigen H aus-Vatterö
v^^rstm^Iulepen/ Sebesten/ süßen Holtz und Iu- das ist aber zumercken/ daß aller Tranck warm muß ge.den - Kirschen einen Tranck bereiten / welcher das Bren- truncken werden / weilen der kalte schadet / und das Übelneu und Schmertzen / so der Urin verursachet / lindert/ vermehren kan.
Das XXX. Kapitel.
FrantzosensuM.
Innhalt. leicht / als diejenige vorgeben / denen ihr Ehr zu entschul-
digen obgelegen ist.
§.i. Wird selbige beschrieben/ wie es anfange/und ihren Fort. /.z. Wann diese Kranckheit ?Me/ welche vorheroM .ck"? ^?Qersİen gesund und starck gewesen / angreiffet, so werden sie nicht
men-Filiß. §. 6. Wie die Beulenzu vertreiben. §.?- Wie s» sehr darnieder liegen/ als dieienigen/ soschwacher unddenen Wartzen abzuhelffen. zarter Natur sind / ingleichen denen ihre Monat- und
Gulden-Ader-Fluß ordentlicher Weise Met / als bey de-nen es ausbleibet. Wann das schwere Achem-Holen sich
RaMosmsucht,l.u°-V°°°r« .ob -«schon A°°mUb-I g-s-ll-r, so Dh« Pamm m,wr gross-». , „ Kra»ckk-ilM, so >» rdm Wami -m- Wassersucht / mgwchi» -,,l<uger
dÄNW Durchlaussdarzu kommr/ so ist a»-Cur°--g.d.n«,
welche damit behasstet sind/und solche für §-4. BeyderCur muß dahin gesehen werden/daß
eine^snrerie halten; selbige abernim- zuvorderst die vorhergehenden Ursachen abgethan wer-
met auf folgende Art ihren Anfang und den / daß man nemlich der Venus völlig absage / und die
Fortgang: So bald das Gisst in denLeib getrungen/ so Ort fliehe/so sumpfigund morastig^eyn. JstderPauent
spürer man eine absonderliche Mattigkeit im gantzen Leib/ Blut-reich / kan man eine Ader öffnen ; und wann der
Schmertzen im Hauptund Gliedern/ das Angesicht und Leib mit allzuvielen groben Sässlen angefüllet ist / km
Lessken werden bleich/die Augen werden mit einem gelben man solche vorhero mit folgenden ausführen : Nimm
Ring umgeben / gleich bey den Jungfrauen / so ihrer Zert Lxrra <I .ttellebor. ni^r. i-Scrupel/ l^ercur. äulc. 10.
unterworffen/das Angesicht schwillet auf/die Hände und <3rsn , relln./aliipp. s. Lrsn, Lyrup. Lickor. cum
Füsse seynd sehr warm / ob es gleich zur Winters-Zeit ist/ kkabsrb. so viel zu Pillen nöthig. Nach diesen muß man
und ob sich gleich eine statige Schlasserigkeit dabey beftn- sehen / wie man das fcharsse Gisst möge austreiben / sol-
det / so sind doch die Nachte unruhig; nach diesen kommt ches geschieher durch die Holtz - Cur auf folgende Art:
das Ausfallen der Haare / Harnstrenge und gifftige Saa- Nimm Franzosen-Holtz / so in kleine Stücke zerschnitten/
mcn-Fluß/dadurch man gewiß versichert seyn kan / daß i.Pfund/süßes Holtz 2.Loth/koche es in 6.Maas Brun-
d,e Kranckheit angesetzet; wann aber solche den höchsten nen-Wasser / nachdem es über Nacht beysammen gestan-
erreichet / so entstehen in dem Kinn und auf dem den in einem wohlvermachten neuen Hafen /biß der drit-
Haupt unterschiedliche Blatterlein mit und ohne Eyter/ te Theil eingekocht. Von diesen solle der Patient täglich
wie auch Geschwär bey denen Geburts-Gliedern und in zweymal morgens und abends nemlich 12. Loth oder ein
dem Hindern / nach diesen folgen in dem innern Mund Viertel von einer Maas warm trincken / und gleich dar-
Ausschwerungen/ welche eine Heiserkeit verursachen / end- auf in dem Bett wohl schwitzen / zwar also / daß er den er-
lich so zeigen sich in dem Reihen / Händen und Füßen/ sten Tag eine halbe Stund schwize/des andern?. Viertel
unterschiedliche Beulen und Schwillen/ und werden die Stund/undso fort biß er auf2. Stund gestiegen; Der
Gebeine gantz zerbrechlich. Schweiß folle mit warmen Tüchern wohl abgetiucknet
§.2. Die Ursach / welche so viel und erschreckliche werden / worauf er sich des freyen Lussts etwas bedienen
Übel entstehend macht / ist ein gissnges und scharsses ke?. mag / absonderlich bey Mittag-Zeit. An statt des Bettes
menc, welches das Geblüt und Fließwasser dick und ist es besser / daß er in einem darzugemachten Kasten/
scharffmachet/ daher» dieses letztere/ indem es dieDrüß- oder trocknen Schwitz -Bad liege / damit angefeuerte
lein nicht allenthalben durchpaßiren kan/ sondern selbige Kohlen / oder angezündter Brandwein kan beygesetzet
verstopsset / die unterschiedliche Geschwulsten verursachet/ werden / wodurch die Schweißlöcher besser geöffnet / und
und indem es still stehet / wird es noch viel schärsser/ das Gisst hefftiger ausgetrieben wird. Dieses vecoÄ
und gibt alsdann den Geschwaren Ursach. Solches muß so lang gebraucht werden / biß alle Lympromsra
scharsse kermenr aber dringet in den Leib/wann man mit rcmovirt/ und das Gesicht seine natürliche Färb wieder
einer Person / so mit dieser scheußlichen Kranckheit bereits erlanget / welches bey einem geschwinder / bey dem an-
behasstet ist/zu thun hat/welches alsdenn um so viel desto dem aber langsamer geschiehet/also daß zum öfftern die
eher geschehen kan / weilen zur selbigen Zeit die Gange in Cur zo. biß 40. Tag concmuiret muß werden / bey wel-
den Drüßlein und andern Theilen / durch den stärckern chem nemlich das Übel bereits tieff eingewurzelt; so aber
Zufluß der Sässte / weit eröffnet seyn. Es kan auch dieses das Übel noch neu / kan gemeldte Cur innerhalb 15. Ta-
Gisst in dem Leib gezeuget werden/ wann man nemlich der gen »blolvirt werden. Wann der Patient hitziger Natur
Venus allzuviel Opsser bringet / dardurch die lubrilen ist / kan man an statt des oben--gemeldten l)ecv6ts solgen-
und balsamische Theile des Geblüts verzehret werden/die des brauchen: Nimm Franzosen-Holtz ein halb Pfund
groben hingegen übrig bleiben ; und wann vorhero das desselben Rinden/8srl»pariU-Wurz/ eines jeden 4. Loth/
Geblüt mir groben und scharssen Sässten angefüllet ge- Ssllgfras-Holtz 2. Loth / Cichorien-Wurtz4.Lolh/koche
wesen/ kan es umso viel desto leichter entstehen. Es kan es mit 7. Maas Brunnen-Wasser wie obiges. Oder
dieses Gisst zwar auch durch einen Kuß undTrunck von nimm5arszpsriIl-Wurtz/Franzosen-Holtzeine6jedenl2.
einer mkcirten Person mitgetheilet werden / ingleichen Loth / China-Wurtz 4.Loth/ koche mit S.MaasBrun-
durcb ein beimlich Gemach und Sattel / worauf ein der- nen-Wasser. Ist es zur Sommers - Zeit / kan man den
gleichen Person gesessen / doch geschiehet solches nicht so halben Theil von gemeldten vecoHis aufeinmal machen/
damit