16 Des klu gen und Rechts-verständigen Haus-Vatters
auspressen. Dieses Einathmen nun und Ausathmen eine verändern zurHülssekommen. In dieser doppellenkan der Mensch ohne Lebens-Gesahr fast keinen Augen- Bewegung bestehet unser Leben /also daß / wann eine auf-blick entrathen/ weilen dardurch dem Geblüt / indem es höret/nothwendig der Tod erfolget. Ist also kein Wun-durch die Lunge laufft/ die Ursach der innerlichen Bewe- der / daß wir des Ein- und Ausarhmen nicht entbehrenaung niitgetheilet wird. können / weilen dardurch / wie wir gehöret / die Ursach§.6. Das Geblüt nemlich hat zweyerley Bewe- der innerlichen Bewegung/nemlich der Lufft mitgetheiletgung/eine äusserliche und innerliche/durch jene wird es wird.
in dem gantzen Leib herum getrieben / und zwar von dem /. 7> Es bringet über das das Einathmen unsern
Hertzen / zu den Theilen durch die Puls-Adern / und von Leib noch mehr Nutzen/ dann indem der Lufft die Röhren/
den Theilen wieder zu dem Hertz durch die Blut - Adern/ welche in der Lungen zwischen den Blut - Gefäßen liegen/
dieser Bewegung Urjach ist dasHertz; durch diese oder in- ausdehnet / presset er das Geblüt zusammen / und machet
nerlichen Bewegung / werden die Theile des Geblüts/ solches subtiler; und weilen das Zwerch.Fell / fo in dem
welche unterschiedlich sind/ als fchweselichte / wässeriche/ Einathmen abwerts getrieben wird/die Gedärme zusam-
gesaltzene und andere mehr /untereinander beweget / da- men drucket / ist solches zur Ausleerung derselben dicn-
!nit sie recht vermenget bleiben; Die Ursach dieser Bewe- lich; ingleichen erleichtert es die Geburt / indem durch
gung ist l>er Lufft / so mit des Geblüts Theilen vermischet das Zwerchfell die Gcbahrmutter zusammen gedrucket
ist/ dann dieser will sich nach seiner Natur allenthalben wird. Weilen in dem Ausachmen der Lufft nicht allein
ausbreiten / er wird aber von des Geblüts Theilen / wel- an die Kröspel der Lufft -- Röhre stösset / sondern auch an
che wiedersieht«!/ daranverhindert; durch diesen merckli- dem Gaumen / Zahne / Leffzen und andere Theile mit
chen Streit nun geschiehet die innerliche Bewegung des Hülff der Zungen angetrieben wird / wird die Sprach
Geblüts'/welche obne der äußerlichen/ und diese ohne die- dardurch iormiret / welche uns über die Vermmfft von
jene nicht wohl geschehen kan / sondern es muß gkichsam den unvernünfftigen Thieren unterscheidet.
Oae XV. Aapitcl.
Von dem Hertz und dessen Fell.
IttNhalt. het gleich einer Maus aus fleischenen Fasen / welche seht
^ . artig zusammen gesetzet sind / und sind deren theils ausser-
5''' Hertz - Fell und dessen Nutz. §. s. Desselben Gefäße, / theils innerliche / jene werden von der lincken Seiten
Me'nsch^^rc -ncharc^A-.' §! 4' De-Hechens Abthe? des Hertzens gegen der rechten / dieseabervon derrechten
lung und desselben 5ul.iw>s, 5. Des Herkens Ohren gegen der lincken ausgebreitet / und gleichen selbige m.t
undKammerlein und derselben Nutz. §. 6. Die unterschied, ihrem gewundenen Umkreißeinem Schnecken.
UcheFallen in dem Hertzen/welche den Zurucklaussdes Ge» § Es sind aber bei) dem Werken die 2 Obren samt
dlüts v-rd-ndern. 5 .7. D-e Kram Adern / so das Herz um. . ^mmerlein
«eben/und woher des Hertzens Bewegung entstehe. oeneN2. xammerien^u oerra>Pren. ^)ie^)l)r^n(^urt»
culce) welches kleine Sacklem sind / so auf beeden (Zeiten§. 1. oes Grundes angehäfftet werden / überbringen den»He wir von dem Herben reden / ist noth- Hertz-Kämmerlein (vencri^ulis coicks) das Geblüt; undwendig vom Her^Fell( pericsrclio) et- Zwar das rechte bekommt das Geblüt von der Hol-Ader/was zu melden: Dasselbige ist eine starcke und übergibt solches dem rechtem Hertz-Kammerlein/vonHaut / mit dem Rippen-Fell vereiniget/ dannen es durch die Puls-adngte Blut-Adern zur Lun-und umgiebt das Hertz allenthalben : Es gen gehet / aus welcher es ferner durch die Blut - aderigtebehalt in sich ein Gewässer / das von den Puls-Ader dem lincken Ohr über bracht wird / welchesumlieaenden Drüsen entspringet / damit das Hertz durch solches in das lincke Hertz-Kämmerlein schüttet / damit esseine stete Bewegung nicht ertrockne/ sondern sein Ambt aus demselben m die grosse Puls - Ader könne gebrachtdesto besser verrichten könne. werden. Die»er Lauffgeschichet / indem sich dasHertz mit§. 2 Seine Gefäße / und zwar die Blut-Adern kom- Hulff seiner Fasen zusammen ziehet / m weicher Zusam-men vom Zwerchfell/ oberhalb lasset es die grossen Hertz- menziehung die Ohren- und Hertz-Kämmerlein abwechs-Adern durchpaßiren: Die Spann-Adern aber überkom- len; dann wann sich die Obren zusammenziehen / so wer-met es von dem rechten auswendigen Ast des achten den die Kämmerlein ausgedehnet/und wann sich diese zu-Paars / sürnemlich aber von dem lincken zurucklauffen- sammen ziehen / werden lene ausgedehnet / und dieses kanden; wiewohl auch der rechte Ast der Spann-Adern / die nicht anders seyn / dann wann sich die Ohren zusammenaeacn dem Zwerchfell gehen/ auswendig an der Seiten ziehen/treiben sie das Gebiut IN die Kammerlem/welchesdes Herk-Fells absteiget. selbige ausdehnet/ und wann sich die Kammerlein zufam-5. Im Menschen wachset das Hertz-Fell an das men ziehen/treiben sie das Geblüt durch dieAdern in dieZwerchfell / damit/ weil er gerades Leibes über sich gehet/ Ohren / damit es allda ein wenig aufbehalten werde/und
werde/ daß es das peinige im Athem-holen nicht beytra. .. ^ ^ .
aen könne. dann wann das Geblüt aus den Gefäßen gleich IN die
§ 4. Das Hertz (Lor) lieget fast in der Mitte der Hertz-Kammerlein gienge / ohne daß es vorhero ein wenig
Brust / dock wendet sich solches mehr an die lincke Sei- aufbehalten wurde / konten sich diefe mmmermehrzufam,
ten. SeineFigur ist Kegel-förmig/und wird der breite menziehen.
obere Theil der Grund (Lst,--). der spitzige aber , §-6. Damit aber dasGeblut/ so es einmal m dieHerz-
^der der untere / so an das Zwerchfell angewachsen / die Kammerlein komm/nicht mehr zurück in dieBlut-Adern
Spitze c üve ^jucro) genennt. Sein Wesen beste- lauffe/ sind denselben einige Fallen furgeleget worden/und
^ ^ zwar