Achtes Buch.
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Aderpassiret/ sin grosses aber auf lincker Seite hinter-Werts/ damit die Speiß Rohre durchgehen könne. DasZwerchfell scheider nicht allein die Brust von dem ttnrer-bauch ab/ sondern es ist auch zur Ausathmung dienlich/dann indem der Lufft der kurtzvorhero in dieLunqesich be-geben/ ausgepreßt wird / treiben die Theile desUnter-bauchs/ so in derEinathmung abwerts getrieben wor-den/nunmehr aber wieder in ibr natürlichen ^itz sich be-geben / dasZwerchfell in die Hole der Brusi/damil es dieLunge zusammen drucke / und den Ausgang des Luffcsbefördere/ wie wir in dem folgenden Capitel mit mehrernwerden hören.
/. z. Das Rippen-Hautlein oder Seiten-Fell(pleurs) ist ein Pergament-Hautlein so über die Rippen
inwendig allenthalben ausgespannet ist / und Mech alleinnerliche Glieder der Brust bekleidet / nick: ^ders alswie das umgespannte Fell des Unterbauchs selbigenGliedern seine erste Haut mittheilet.
§. 4. Dieses Hautleins seine innerliche F! .che istgantz glatt/ feucht und fchlüpfferich / äusserlich ab r / undwo es an den Rippen Hanger / rauh und uneben / wirdbey d.'m Halß, und unten bey dem Zwerchfell durchlö-chert/ damit die Hol-Ader / die grosse Pulß Ader / derSchlund / die Lufft-Röhre und Spanne Adern ihrenDurchgang und Lauff mögen haben. Seine Gefäß/alsBlut-Pulß-und Spann-Adern empfahet es von denenzwischen den Rippen liegenden Aesten.
Das XIV. Kapitel.
Wn der Lusst-Mhre und Lungen.
Innhalt.
§. ». Die Lufft-Nl-'hre was es se» und aus was selbige besteheund zusammen gesetzet sey. tz. 2. Wie dicselbtge abgethei-let werde/u'!d waSNutzen derselben Kröpspcl geben. §. z.Der Lungen Substanl? und derjelben Gesasie. 4. DerLungen Abtheilung/ Figur / und mit was für Theilen die-selbe vireinbabret seye. §. 5. Der Lungen vornehmsterNutz und wie das Achem holen geschehe. §. 6. Des Ge-blüts zwe»fache Beiregung. 7. Die andern Nutzen sodurch die Lunge dem Menschlichen Lew mirgetheiiet wer«den.
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MJe Lufft'Röhre c Irackca) ist ein Eanal/welcher sich bey dem Zungen-Bein anfan-get / und bey der vierdlen Ruckgrads-Würbel in zwey Aeste / den rechten undlincken zertheilet / welche gleich m dieLunge gehen / und viel kleine Aeste / so sichallenthalben in die Biäßlem/ aus welchen die Lunge be-stehet/ enden/ von sich geben. Sie ist aus viel krösplichenRingel? zusammen gesetzt / welche gegen der Speis-Roh-ren nur hauricht sind / damit man im hinunterschluckengrosser Stücker nicht ersticke: sie wird mit einer doppel-ten Pergaments-Haut bekleidet / deren die äussere vondem Seiten Fell/ die innere von dem Gaumen herkomt/diese ist jederzeit mit einer Feuchtigkeit/ welche von denDrüßlein/ so unter ihr liegen / abgesondert wird / über-zogen/damir es von dem Lussc/so aus der Lungen zurückgeführet wird / nickt zu sehr ausgetrocknet werde.
§.2. Die Lufft-Röbre wird unterschieden in dieLuffbKammer und dieLufft-Kahle: Die Lufft-Kammerist der unterste (öl-onckiz) Theil mit vielfaltigen Aestenin beyde Theile der Lungen zerstreuet. Die Lufft-Kahle(l.2l7nx )istdasobere Theil derselben/dasHaupt ge-nandt/ welches aus s. absonderlichen Kröspeln zusam-men gesetzet wird. Die erste wird genandt die schild-förmige Kröspel (c-nrilsAo s(.u:iidrs?ii«) derer vorde-rer Theil der Adams-Aepssel / oder das Gürgelein heist/so in dem Halß absonderlich bey den Mannern gesehenwird; die ändere ist die Rmgfürmige; (snnulanz) diedritte und vicrdte / indem sie durch Hülff einer Haut zu-sa:nmen gesetzet sind / machen die Gieß-Kcmn-förmige(gucrurmlormi5) zwischen deren obem Zusätzen einSpalt sich befindet / welcher von derfünfften Kröspel/(epizlotricls) so wie ein Zünglein formiret ist / bedecketwird/absonderlich im hinunterschlucken / da es von denSpeisen / welche über selbige / als über ein Brücklein ge-hen niedergedrücket wird/damir nichts in dieLufft-Röhre
fallen oder kommen möge. Diese Kröspeln / absonderlichaber der Spalt in der Gieß-Kann fömu'gen / ndem sievon unterschiedlichen Maußicin aus unterschied cheWei-se beweget / und bald erweitert / b.ud zusamme' gesti icketwerden / machen daß die Stimm nun starck / nun schwachsey.
F. z. DieLunge(?uImcine8) !o das Hertz allent-halben umgiebt/ist aus einem häutichten schwamimchrenWesen / oder viel tausendeckichten Blaßiem zusammengesetzt/und bekommt aus der rechten Hertz Kammer diePulß-adrigte Blut-Ader (arreriam puimona'em ) ausderLincken die Blut-adrigte Pulß-Ader ( vengm pul-monalem) welche in viel kleine Aeste zertheilet werden/zwischen welchen die vorermeldteLufft-Röhrlein sich durchdie Lunge austheilen; die Spann-Aederlein bekommt esvon dem achten Paar.
§. 4. Sie wird vermittelst des Mittelfslls/(k4ecliskini)welches eineVerdopplung dcsRippenfells ist/in den rech-te und imcken Flügel getheilet/ jeder Flügel aber wieder in-„Zipfel und gleichet an der Figur/so sie aufgeblasen wird/einem Ochsen-Fuß : Gegen den Rucken ist sie erhaben/von innen aber ausgehöler / damit sie sich an die Rippenrecht anlegen / und das Hertz umfassen könne: Sie wirdangefüger an den Halß vermittelst der Lufft - Röhre / andas Brustlein aber und den Rucken durch das Mittel-felle.
§. s. Die Lufft-Röhre und die Lunge sind demMenschlichen Leib beygeleget worden / damit durch selbi-ge der Lussr eindringen / und wieder ausgelassen werdenmöge; dann indem der Lufft unsere Cörper allenhalbenumgibt / tringet er wegcn seiner schweren und Ausdeh»nungs Krafft durch die Luffr-Röhre biß in die kleinstenBläß'.ein der Lungen/ welche er so wett aufblasset/ so weites in Anfang die Hole der Brust zulast/ diese aber wirdmir Hülffeder zwischen den Rippen liegenden Maußleinbald erweitert/ also daß der Lufft die Lunge noch weiterausdehnen kan; und weilen die inwendigeHöle der Brustem dünner Lufft erfüllet / wird selbiger von der durch denLufft ausgedehnten Lungen allenthalben zusammen ge-prest; der dann auch indem er das Zwerchfell abwerts ge-gen den untern Leib treibet / zur Erweiterung der Brustbehülffiich ist; durch diese Ausdehnung der Lungen wirddas Einathmen verrichtet/auf welcher gleich balden dasAusathmen folget/ weilen nemlich die ausgedehnte Thei-le nicht zu lang ausgedehnt können bleiben/sondern wie-der zusammen fallen / und den kurtz vorher» eingetrunge-nen Lufft wieder aus der Lunge durch die Lufft-Röhren
aus?