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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
1173
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Sechstes Buch.

N7Z

ten erhaschet werden. Vielmachen von den Laubigen man sie/ durch Honig und Meyenthau/ welche beyde

Aesten und Gesträuch der Bäume/ein Bürd-und Bün- Stückeabereine Nachtim Gras unter des Vollmonds-

delein zusammen / legen solches ins Wasser/ und berheu- Schein liegen müssen/ wundersam erzeugen könne. An<

ren/daß er sich nicht gar ungerne darem zu verkriechen dere wollen gewiß beglaubt wissen/was sie von derGeburt

pflege/daman ihndannmit schlechter Mühe fangen und der Aalen aus der jährlich abgelegten Haut vorbringen,

erHaschen könne. und beweisen solches damit / daß man innerhalb vier

5. z. Das artlichste von ihm möchten wohl die Ge- Wochen eine Aal-Brut ziegeln könne / wo man nur eine

dancken 0er Gelehrten seyn / die sie über seiner Geburt/ Aal-Haut klein zerhacken / und in einem schlammichtea

in so weit nemlich selbige / durch Kunst und natürlichen Teich werffen wolle. Doch wir lassen diese und derglei-

Fleiß der Menschen kan verrichret werden / sich hin und chen Gedancken einem jedem zu seiner eigener Erfahrung

wieöer gemacht haben- Dann einige behiubten/ daß heimgestellek»

Das Xl^Ill, Zapitel.

Wom AesDn / Forellen / Berssig und Barben.

Innyalt.

^ ' §. 2. Forellen. §. z. Berss-g. Z. 4. Bar«

5. l .

^Je Aeschen sind eine Gattung von köstli-chen Fischen/die jederzeit gesund zu essensind / absonderlich aber in dem Majo / vasie vor überaus wohlgeschmackt und an-nehmlich gehalten werden. Sie haltensich gerne in den Flüssen auf/ fürnemlichin denen/so aus ftlsich-und steinigten Gebürg/ihren Ur-sprung haben. Man fanget sie das gantze Jahr durchmit Angeln / so mit Neunaugen angeködert werden sol,len /und mit dem Fluß-Garn und Seegen imMertzen/da er seinen Strich hat.

§. 2. Die Forellen sind treffliche und annehmlicheFische / und wegen ihrer leichten Verdauung überausnM recommentiiret. Die weissen werden am Ge-schmack den schwartziichten nachgesetzer. Sie halten sichin den seisichlen Brunnen / Quellen und kleinen Flüssengerne auf / in welchen sie wieder die Hitze der Sonnensich versichern und verwahren können. Sie werdenmit Angeln / Grund-Schnüren / Neussen und Seegen

gefangen. ^

§. z. Der Bersstg ist ein gutes Schnapp -Biß-lein / und wird vor allen andern/die bey uns zu habensind / mit dem Titul eines gesunden und 6elicacen Fi-sches beleget. Dann er giebt gute Nahrung / und ist

leichtlich zu verdauen. Seine Laich-Zeit fallt ein umdas Mertz- und April-Monat. Er vermehret sich treß-lich / und solches um so viel leichter / weil er / wie dieandern Raub-Fische/was er überwältigen kan/zu sichzu nehmen gewohnhnet ist. Wird osst mit der Angeingefangen / darzu man an statt des Querders / etwasvon gesottenen Krebsen / andern kleinen Fischlein odervon im Honig eingemachten Regen-Würmern nimmt.Doch muß die Schnur über- und an dem Hacken einwenig mit Bley oder Zinn überzogen werden / damit ersie/ ftiner Gewonheit nach / nicht abbeissen könne.

§. 4. Der Barbe ist zwar ein Raub-Fisch/der sogar auch seines eigenen Geschlechtes nicht zu verschonenpfleget / sondern was er nur zwingen kan / in seinenSchlund hinunter schicket / allein dessen ohngeachtetmuß man ihn vor einer köstlichen und leicht-verdeulischen Fisch psMren lassen. Man halt darsüx er laiche/so langer lebe/nur dreymal / und die übrige Zeit bleibeer unfruchtbar. Er hält sich in Seen und Flüssen auf/aber nicht gerne will er in den Teichen stehen. SeineStreich-Zeit ist die Tag- und Nacht-Gleiche im Früh-ling. Am liebsten ist er an den Oertern / wo es vielLöcher und Höhlen giebt. Wann man ihn mit der An-gel fangen will / muß man in Hönig getodete E^eln an-stecken / oder man macht aus faulem Schaaf Kas / schö,nem Grieß-Mehl und Honig untereinander zerlassen/,lange Walgern/ und ziehet sie durch Lor - Oel/ sogehet er gerne aus den mit angeködertenAngel loß.

Das XUV. Kapitel.

Von denBräMn/ Weiß-ZisKn/ Roth-Augen und

Garussen.

Innhalt.

5.1. Von denBrächsen. h. e. Weiß-Fischen/ und Noth-Au-gen. Und §.z. Garussen.

5.

Je Nrachftn/ oder Blicken/haben die-ses mit den Karpfen gemein/daß sie sichgerne in solchen Gründen/die laimichtundschlammicht sind / aufzuhalten pflegen:allein amGefchmack komen sie ihnen nichtim geringsten bey; wiewohl sie dannochvon etlichen nicht ungerne genossen werden. Man hatanfänglich von ihnen vorgegeben / als ob sie bloß mit an-

dern Fischen ihren Strich hielten / und unker sich felbstenaus Mangel der Milcher nicht laichen könnten : alleinheut zu Tag wissen die Fischer das Gegentheil zu behaub-ten.

2. Die A)eiß--Fische und Rsth-Augen sind

von geringem Werth / und wird niemand viel Wesensvon ihnen machen / ausser die/ denen der Hunger auch diegeringste und schlechteste Speise würtzet. Dahero mansie auch etlicher Orten mit dem gemeinen Namen derSchneider-Fische verächtlich benennet. Sie lgichenim Majo/und werden in grossen und kleinen Flüssen/inSeen und andern Orten.

§. ?. Garussen/ sind kleine Fische / ohngefeht ei-ner Hand dick und breit/nichtleichtlich aber Milcht ihreIiiiiii 2 Lange