Fünfftes Buch. 955
darinnen nicht hencken bleibt. Die Bügel sollen eineganz^Futterist das ordentliche / wie auch das Heu. Nach ver-aic-cbe Lange auf jeder Seite haben/ und der Reuter muß richtetet Fütterung/ gebe der Her: des Rosses fein selbstennicht überfeine natürliche Lange reiten; sonsten wird das Achtung / wann man ihm das Pferd aufs neue sattelt/Roß/weil er nicht geruhig sitzet/gedruckt: welches ihm und sehe/ob keine (strupfen mit untergegürtet werdet!,vom schwersten Mann / der lest und kurtz sitzet / nicht wie- Bey Auflegung der Decke soll das truckene Ort auf dask'Met. , Roß kommen. Auf dieses wird der Sattel geleget / recht§. 2. Vor der Reise muß man kein Pferd uberfut- zugegurtet / und das hinter und vorder Gezeug recht em»tem/sonsten wird es aufder Reise / wann der Weg kaum gemacht. Hat nun das Pferd sein erstes Futter verzehrt/einen halben Taggedauret / den Kops unter den Bahren so leget man ihm ein neues für / samt einem wenig aber gwhangen / auch die Ohren lampen lassen / aus Ursach / weil tem Heu / wann es auch von dem vorigen nichts übrig ge-n das übrige Futter im Leibe brennt. Darum lasse man lassen hat :c. Nun zäumt und packt man wieder auf feineinPferd bey seinem gewöhnlichen l'raHamene: Von gleich/auf keine Seitemehr/als auf die andere. Ver-einemfogewohntenPserddarffman sich eines dauerhaft- wahrt dieHalfftern. Man rathet über alles das einemtenAlters/undununterbrochenenWegsfast versichern. Reisenden, daß er^numomum wohlverwahrt beysichBey Antrettung der Reise / und wann man wieder in ei- führe/ und seinem Roß eine Nußschale voll taglich/gebennen fremden Stall kommt / hasste oder binde man das solle: damit es in unordentlichen oder angesteckien Stäl-Noß auf/ man nehme das alte Heu aus den Reufen / wi- len nicht auch mög angestecket werden. Nach dem Be-sehe den Bahren aus von alier Unreinigkeit / und dem schlag hat man sich auch umzusehen / allen Mangel vorzu-Pferd ein wenig Lufft zu machen / so binde man den Gurt kommen.
auch ein wenig auf/ darauf packt man ab / tragt die Pistol §. 6. Die Werckzeuge/ die ein Reisender haben soll/
in das vom Wirth angewiesene Zimmer; Nach einem bestehen in einem Spar: - Eisen / Nageln / dem Hammer
halben Stündlein nimmt man denZaum vom Pferd ab/ und einer Zangen: Weil die Schmide bißweilen nicht
leget ihm die Halffter an/ bindet ihn oben an die Reufen/ zu bekommen sind. Endlich hat ein Reisender aufder Rei-
gibtihm ein wenig Heu/fein rein/wie oben beichrieben. se desto bequemer fortzukommen / ohne Hülffe der
Wann es dieses Handlein voll aufgefressen / fo kommt Schmide und sonder Aufhalten (zumal man auch nicht
man mit einem wenig / aber wohl ausgeschwungenen Ha- allezeit solche Leute haben kan) sich mit dem Eisen / wel«
bern/ bey zwey Hand Geiseln voll. Gebtihmwieder ein ches wir mit ^.bezeichnet/zu versehen: Es hat einLoch/
wenig Heu. Nach einer Stund gebt ihm maßig zu trin- welches durch den Stollen gehet / und einen von deren
ken / aber leget ein wenig Heu ins Wasser/ daß das Was- Nagem / weiche nach dem gesenckten Loch gemacht wer,
ser nicht zu kalt sey / ( über sechs Maas Wasser ist dem den müssen. Führet man nun auch die übrigen Nagel auf
Pferd um Mittag zu viel) dann gebt wieder eine paar der Reis bey sich/ so kan man sie/ederzeit im Dorf/ und
Hand - Geisel Habern. Nach dem Auffressen/ und wann auf dem Feld scharf machen; und ist eben hierzu die Hülff
es Zeit wieder aufzubrechen ist / mag man wieder auf- eines Schnnds fo nöthig nicht; Wann nur der Reisende
packen / den Gurt zu machen / aufzäumen / und dieses ein kleines Zänglein samt dem Aussatz des Nagels mit sich
für das Pferd auf einen Mittag gut seyn genommen. Der Aufsatz muß innwendig hohl seyn: sonst
Lassen. wird die Spitze umliegen oder Schaden bekommen.
§.?. JnderAbend-Herbergmachtmansmit dem Wofern man den Nagel hinein steckt/ muß erwenig ge-
Abpacken / wie im Mittag: Doch setzt braucht das Pferd bogen / und mit der Zange und Spitzen abgezwickt und
zum Abkühlen eine Stunde. Auf diese nimmt man den umgeniettt werden: Ausser dem wird der Nagel nicht fest
Zaum herab/ legt ihm die Halffter an; das Aeltzen samt stehen.
demSattelzu vertreiben / so wird es aufgebunden/ihm Die Scheer-Eisenk. d.O. werden imFeld gute Dien«
eine Hand voll gutes Heu gereicht / der Gurt wieder ein ste thun / so fern ein Pferd ein Eisen verlohren / und das
wenig aufgemacht/die Schenckel hinten und vornen/wie Horn vertretten : Daher soll kein Reisender sich ferne
auch der Bauch / mit alter Streu wohl abgerieben. Ist wag en / wo er nicht dergleichen-Eisen /einen Hammer/
indessen das Pferd wohl gestanden / hat aufgezehret am Nagel und eineZange bey sich hat. Mit diesen ist im Fall
Heu/ so Verdienstes wieder ein paar Geiseln Habern/ und der Noth ein Pferd / weil es weit und eng gefaßt werden
es wird ihm die Decke unter dem Sattel weggezogen, kan / zu beschlagen : die ungleich / oder aus- uud einste-
Nach dem Abkühlen und Abtrucknen wird der Sattel hende Löcher geben sattsamen Bericht / wie man damit
abgenommen / das Pferd durch eigene oder des Wirthe umzugehen habe/ biß man eines guten Schmids habhafft
Bediente gestriegelt/gewischt/Mähn und Schweif/als werden könne.
wann es daheim wäre/ ausgekämmet. Wegen des Was- Denen Pferden / welche Eisen und Horn und Nä«
ser-reitens kan man mercken / was wir Cap. 28. §- 2. ge- gel miteinander weggerissen / bey denen auch kein Nagel/
meldet haben. ohne Gefahr geschlagen werden kan / leget man das Eisen
§. 4. Nach der Streu bedient man das Pferd wie- mit e. und k. gezeichnet/ auf. Es kan auch eng und weit
der mit einem paar Geisel reinen Habern. Wann man geschraubt und daraufgelassen werden / biß das zum Be-
etwan in ein halb Maas Glas des Wassers / eme gute schlag taugliche Horn wieder gewachsen ist. Über das kan
Hand voll Saitz wirfft / wohl durcheinander rühret/ und mans brauchen / wann dem Pferd das Huf so mit dem
den Ort/wo der Sattel aufgelegen/damit wascht/so ist Eisen zusammen gezwanget worden / daß es deßwegen
es auch wohl gethan. Etliche thuns mit idrem eigenen hincken muß: Unterdessen biß das Roß wiedergehet / kan
Harn. Darnach muß man das Pferd einschlagen / wo man dieses aufschrauben. So fern auch zwanghüfige
die Zeit darnach ist. Man macht auch Leuchter-Inschlitt/ Pferde in die Cm kommen/so kan mans gleichfalls nutzen,
die Huf zu schmieren warm / das Verböllen zu vertreiben. Bey demRiß derer Eisen hatman sich eines kleinewMaa-
Andere thun ihren Pferden wohl / wann sie eine halbe ses bedienet / als seyn sollen: Damit die 6. Eisen auf ein
Maas Brandewein nehmen / und die vordem Schenckel Blat gehen mögten. Der geneigte Seser wird das schon
ihres Kleppers überall wohl schmieren, auf die Hufe seines Pferds zu spolicjren müssen. Und so
5. Ehe man die Pferde morgens füttert / soll der viel sind der nothwendigen Unterweisungen / welche ein
Mensch selbsten vor gesäubert und gewaschen seyn. Das Reisender/ was sein Pferd an langt / beobachten soll. Die
Pflicht