890 Deskluaen und Reckts-verfköndiqen Haus Vatters
Da6 Xl. Kapitel.
Die Wart und Pflege der Stutten wann sie jetzt fohlen will/
und wann sie würcklich gefohlet hat.
Innhalt. bleyfarbigen in der Gestalt eines Miltzes erscheinenden
. Fleisches/glatt und lang rund/anderthalb Zollbreit/ei-^T7!» Z°»Md-.D,°r-,undbwnah.vmZM
xenr"Ä^ h-tssen. h. z. Was Nix. UN d zwar/nach diesen/dreym o.menlionen/der Lange/
xomzn-! oder Pftrde-Gifft. §. 4- Mann das Füllein vr. Dlcke und Breiten / unterjchiediich /nach dem auch dasvenluchcommr. §. ?. Wann es unordentlich kommt/ was Fullein groß oder klein gefallen. Man hall ins qemein
L?u'tbu/' Wmc^Watt der Mutte?d.egel dafür / es ziehen die Füllein / durch Hülffe dieses tti.'plZ.w°sjuthun. H.7. Wettere Watt der stutte / d.e ge. m-ne8. d.e benöchigte Nahrung/wann sie noch in Mut-
§. i. terleib verschlossen l»egen/ansich.weües ,ust vornen auf
der Zunge liegt. Herr Winter rühm sich/daß er auch
.^As vorhergehende Register wird uns ge» zwey »ippomanes, bey einem Fohlen gefunden habe/
,) wiesen haben/daß eine Stutte insgemein Ob nun wol die gemeine Leur aus dem ttipp^msae.. viel
k von der EmpfangnuS an / biß an das Aberglauben ziehen/und glauben/ daß die jemge Rosse
Werffen eilffMonat und zehen Tag gehe- von einer ausbündigen Fürtresslichkeir werden sollm/wel-
also wann zum Exempel die Castanien- che man verwehrt/daß sie dasselbe nicht hmunteMuckt'n:
braune Stutte mit zwey welssen hm- So N doch dieses unwidersprechlich/daß dieses tt.ppom.
tern Füssen den 26. k^rru beleget: zehen Tag darauf oder Pferde-Gifft/eine nachdrückliche Würckung in der
wieder aufdie Prob geführet worden/ und den auch Ca- Artzney habe: wie wir es dann in erlichen oben schon be-
stanien- braunen Hengst nicht mehr zugelassen hat/so weiß schriebenen Roß - kecepren zu gebrauchen eingerathen
man daraus/ daß sie dem 26. Kiarrij empfangen: so wird haben.
sie um den 6. Xlsttii fohlen. Und so ferne. Was vor §. 4. Wir fahren aber wieder in der angefangenen
dieser Zeit/ oder spater/ nemlich entweder im 9. oder nach Beyhilss/die man einen Pferde/das foblet/thun soll/ forr.
dem 12. Monat fällt/ das ist schwach und gebrechlich/und Wann nun das ttippomanes fein bald hinweg: weil/ wo
wird am längsten gelebet haben/ oder wann es das Gluck das Fohlen die ausserlicheLufft empfähet/ und darnach
Harz aufzukommen / so wird es nicht viel Schatz werth schnappet/ das Pferde-Gifft alsobald von der Zungen m
seyn- Es ist an einer Stutte was besonders / und erwas / Magen / und hinunter geschlucket / hernach aber nimmer
das kein Thier hat/ daß/ wann sie füllt/ sie aufden Füssen von ihm zu haben ist. Wo dieses geschehen / fo siehet er
stehet; da andere Thier nur liegend werffen und gebah- zu/ daß er dem Fohlen gar bey denen vördern Füssen / von
ren. der Mutter/und heraus helffe/und ohne Versaumnus
§. 2. Gleichwie aber die Sache des wurckuchen einiger Zeit/mit einem Messer oder einer Spate/welche
Fohlens gar offt Gefahr/ so wol für das Mutter-^ferd, aus einem Escheubaum gemacht werden / die Ballen an
als für das Füllen führt: also soll man desto sorgfaltiger denen Sohlen ablöset und ausbreche / und die Hufe/ ehe
Achtung geben/ daß man die Zeit des Werffens wol be- beydes hart wird / recht bilde. Und so hilftt man / wann
mercke: damit die jenige / welche Hand dabey anlegen das Fohlen von der Mutter/dem Lauff der Natur nach/
sollen / gleich an der Hand seyen. Nemlich wann es sich oder recht kommt.
anläßt / daß die Stutte fohlen will / soll man es also bald §. s. Wann sie aber umgewendet / wider die Na-'dem Stuttenmeister/wann einer gehalten wird/ ansagen; tur und für Mutter/ und Füllein gefährlich kommen / fvoderwann dieser nicht zur Stell ist / dem Ober-Knecht muß auch mehr Fleiß und Mühe angewendet werden.ruffen,und es dem Schmiden zu wissen thun. Jstnun Nemlich wannesrücklingskommt/somußman ihm zu-dem Mutter- Pferd das Wasser gebrochen/ woraus man vörderst den Kopffrecht wenden/ und es eben/ als wie beyein sicher es Kenn-Zeichen / daß die Stutte bald fohlen denen / welche rechtgekommen /bey denen vördern Füf-werde / nehmen kan: So muß eine verstandige und der ftn anfassen. Wann sie mit einem vördern Fuß zuerstHand Griffe gewisse Perfon die Arm undHände wol ein- kommen / da ist es gar ein mißlicher Zustand. Bey die-schma'tzen / und so ferne das Fohlen noch in dem Bauch sem Fall muß man den Kopss zu bekommen / und / wieder Mutter /und an das Tag-Liecht in einem Helm oder recht/zuwenden trachten. Etwas weniger Gefahr hatFolie kommt/ sich nicht säumen/ es von dem Helm frey zu- es mit dem Wurff/ wann das Füllen mit emem Fuß hin-machen : daher das Felle ausreissen; sonsten würde das ter sich kommet. Da ist die erste Sorg und BemühungFüllen darinnen/ aus Mangel gnugsamen Athems / ersti- dahin anzuwenden / daß man gleich den andern Fuß auchcken müssen. Manches Füllein hat dieses Fell vom Kopff ertappe/und dem Füllein gar ferner von der Mutter helf-biß an den halben Hals / und manches biß an den halben fen möge. Das leichteste ist/ wann sie hinter sich mit bey-Leib. Nachdiesemfoll man demFoblen/ wo ferne der den Füssenzugleich kommen/und da braucht es gar fernerKopff nicht gerad käme /selbigen zu recht kehren/ und mit keiner Kunst/ als daß man sie nur ergreifst / ihnen wie die-eben dieser Bemühung das Nippomsnes, oder wie sie es sem/welches hinter sich mit einem Fuß gekommen Heisse/nennen/ das Pserde-Gifft wegnehmen. und / wann der Helm da ist / denselben ohngesäumt auf-§. ?. Dieses Pserde-Gifft ist von vielen der Farbe/ reisse/und dem Füllein Lufft verschaffe. Wannsieaberdes Orts nach / wo es an dem Fohlen wachse/ was es für über quer/ oder aufder Seite kommen / so ist es aar leichtKrafft habe/ fast abergläubisch beschrieben worden. Wird mit denen Füllen aus/und daher dieses der gefährlichstevon etlichen für ein MA/das es dochm'cht ist/ob es gleich Zustand/welcher sich bey dem Foblen einer Stutten ereig-einem gantz ähnlich ausKet, gehalten. Es ist aber nichts nen kan. So ^espersr dieser 5all ist / so wenia mußmananders / als ein dünnes Stücklein / eines rothlicht- halb- Mdern/derMutter und dem Füllen nach be/kcMöglich- keit