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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
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867
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Fünfftes Buch.' 867

st.'tei! das obcrleutfche Wasser ertrage mercken so!// der muß auch nicht vergessen / daß / sonder-

n-^^nen/nur ehe/als manchen l»eb ist/aufstossen. In lich die tragende Scurren / innner zu fressen/ und daher

dessen es besser ist/ wo man Gelegenheit hat/,ei- fast überflüssig Mutter haben müssen : weil sie gleichsam

ÄÄ srl 'tttti N! ziehen / so sind sie der Lufft/ der Wei- für zwo Perionen anbeisen, und so wol bey Tag als Nacht

x! ^/r^/-?utters / des Wassers gewohnt; man weiß/ vom Hunger gespornet werden. Dero wegen erfordern

miin bat; die Art kan/ weil man sie fast täg'ich vor sie auch einen solchen Ort/ wo reiche Wiesen sind/da man

^über/ sich mcbt tückisch verbergen / und viel Un- nicht weit/ nach der Sommer Weide /gehen/ noch Man-

cl'es ionsten in dem Stall einrisse/ wird verweh- geln am Heu und Winter-Futter befürchten darff. Ur-

?- m-cden la^b darzu hat man in unsern mehr nach Mitternacht ge-

§ 6 Wir kommen aber/naä)diesem kleinenUm- legenen Landern/da wir einen langern Winter als Som»

«^weiss wieder aufdie rechte Strasse unsers Fürhabens / mer gemessen / deßwegen auf einen guten Vorrath zu se-

md beleben das andereStückmenMch/nach der Luft/und hen - damit die Stuttere» oderPferd-Zucht/an alten un!)

!. -aickt- oder platten Gegend/aufdiePferdweide/welche jungen Rossen keinen Mangel leiden / und was man im

.V, krbafftia nicht weniger unterschiedlich / als die Lander Sommer gezogen / im Winter nicht erhungern oder dar-

M'ter sich sind. Deßweae man sicher Messen kan daß die ben müsse: Und wo sie auch Nicht völlig umfallen/ so kom-

^ ae ncbafft der Meide viel an der Eigenschafft der Pferd men sie doch vom Leib/ und im Sommer ist darnach ohne

ändere Die Krießlandifch- und Holländische Auen sind dem kein Fortkommens mit ihnen. Dann wo sie sich ein

w it annehmlicher als andere. Ihre Krafft legt denen wenig erholen, so fallt der dürre Wmrer ein und nimmt

Pferden besser ZV - und ihre Süssigkeit macht dieses Thier wieder mehr weg / als am Leib ersetzet werden mag / biß

.ma'mein leckerkafft / daß sie in andern Ländern so gerne endlich das arme Vieh nichts mehr nachzusetzen hat / und

anbeissen Die Ochsen auch selbiger Gegenden sind im dritten Jahr dahin gehen muß / wann es gleich in er-

c/rösse' und fetter/ als an andern Orten. Ähre Kuhe sten bey fürfallendem Mangel erhalten worden,

sind Mil'ckreicher und milder/ als anderstwo. Und ihre §. 8- Wer dieses bedmcket wird '.eicht ermessen/ daß

werden an den Schcnckeln wolharicht/ und am man die Stüttereyen / nicht zu Zahlreich werden / noch

>>n Leib icarck Gleichwie nun die Rosse an sich selbst übersetzen lassen muss": aus vergebenerHoffnung: es könne

^ ,Me/purke/und truckeneWeide lieben: also wollen sie den Sommer mit Fütterung wieder eingebracht werden/

s"''"!!/wan sie deren anfangs gewohnt sind mit der sau- was im Wnmr abgegangen. Zwar fchliessen sie gar

i^^n uiidtaben We-denichtgemeviel zu thun ha- recht: Eine Scuttehatzur Sommerszeit/ da sieausser

l^!-'! dann das Weide-Graß aut / die eingemischte dem Sralk und der Bedachung ist / -4. Stunden oder

s.-ä'su>'d / der Plat, reich an Gesträuch / von vielen Tag und Nacht Gclegenheitgenug sich zu füttern und j ,

^ «»-arnckten Bäumen sevn. Daher in solchen weiden. Wann dahero gleich wenig Gras auf der

!n ffe i-.id qiffnge Kräuter / wofern? die Stutten Weide ist/ es ist aber nur süsse; so hindert es das Vieh

l>,.nvel ffen sollen/ nit zu finden seyn müssen. Line »nchts/eskan nichts desto weniger/ innerhalb Tag und

f! ^ >r Erinnerung bey derWeide ist auch daß man dene Nacht/so viel zur Nothdurfft finden/daß es keinen Huw

Schwe.nenkeineMit-Esser ger leiden darff. Was aber Raths/wann dieStütte.

ciQ..,dieSchaaf das Gras gar zu genau abwei- reymitStuttenundFohlen übersetzet und ein unfrucht-

Z ^ i ».d >ÄÄ«m Biß da« Gra« g« spät wiid-r bar.r WlM-r, und wmig dünttFutt-r^Vonakh für,

kan - daber die Pferde zu lang aus frische Weide Handen ist ? wie erhalt man sie da ? da die Stutten und

müssen ' Die Schwein aber machen ein dem FMen mehr nicht als man ihnen fürgibt/haben können.

/ als dem reinlichsten Thier / unleidentliches Ee- Jsts nicht so/wann >a Mangel und Hunger muß gelitten

^1- n.id se. wenia in der Fabel beym ^K-ciro. das werden. so ist es erträglicher / wann es im Sommer/ als

ÄÄ'lcid n können/ da das Schwein die Trancke trüb wann es im Wmrer geschiebt. Am Sommer lehret sie

/wodurch doch das Pferd / da es den Men- der Hunger gar artig / die Weide fein genau zusammen

, ^n'cher angesprochen / die Freyheit verlob- zusuchen /und die Natur hat auch denenTbierm/ so zu

.n s^w 'lna kan das Pferd diese Sauische llnsauberkeit reden / schon so viel Versicmdgegeben / da«,' sie dem sorg-

" ^ faltig nachtrachten / woran ihrem spperitui senlicivo,

noazm^n. ^ aekort das Masse? : wie/ dem fleischlichen Verlangen/was abgehet. Im Winter

...m m.rln wissen/ ein guter Trunck. W'r haben in die- aber müssen sie mit dem allein für lieb nehmen/ was ihnen

.'m wenig vorder schon etwas davon ange- der menschliche Will / oder der befindliche Vorrath odee

müssen bier noch erinnern / daß das frische / Mangel / reich ich oder sparsam füi streuen Heisset. Ist

!,.rÄasser auch viel Guts in diesem derowegenbochst nothwendig vorher wol zu berechnen/

?.'»malen die Pferde gar sehr zu frisch und kla- und in einen Überschlag zu bringen /wie viel ein sorgsalti-

? n aeneigt sind. Zum Trincken zwar mag ein ger Haus-Vatter / nach Gelegenheit seines Orts / wo er

Vse^aa M das beitere Crystall helle Wasser nicht so die Pserde ziehen will / Futterung den Winter damit

>^ .man vom Futter etwas trübe haben; Aber durchzubringen haben könne. Nach derenReichlhum oder

w !r seine Roß lauerbaffter machen will/ der gewöhne sie Armut er d,e Pferd-Zucht vern ünffcig einzurichten / ;>,»

dV)b lieber von ^maend an zum ftischenWasser. In dieser mehren oder zu mindern hat; wiewol es doch allezeit bes-

^^trachtunaMmandenen/welche Pferde aus matten serist/es bleibe Futter/als ein einiges Pferd/über / wel-

ci^iden/wiemansie in den Niederlanden hat/ von der ches nichts zu fressen hat.

Kuppel weg kauffen, den guten Rath: Sie sotten sie nicht §. 9. Diese Fütterung und Weide besser zuschcnm

n ? rl! nun harten/ frischen / und Crystall - Hellem Wasser ist sehr wolgethan/ wann man die Weiden nur prangen

Aussen / sondern ihnen erstlich das Getranck mit ein oder Schrancken in gewisse Felder sondert; sonsten kan es

« ^in Mebl oder zarterKleyen trüb machen - dan die also nicht verwehret werden/daß nicht die Rosse durch die vol-

Pferde /bekommen/ eben wie die Menschen/ wel> liqe Weide sich hin und hertummeln / und daher / wae sie

^ Getranck zu warmen aewobnt smd,vom kalt-trin- nicht abweiden / mit den Füssen zertrampeln und un,

^eiss-'n im Leib; wo sie nicbt gar umfallen. Wer brauchbar machen. In Ansehung dessen kan man bey

MM das gefaßt/waö man bey dem Gettäncke der Pferde wenigem Gestütte, dergleichen ein Mitteltnassiger Haus-