FünfftesBuch/ 86z
man es durch Zusprechen sittsam und muthig ohne Ge- ftinesHerrnsBeschützungdergestalt angelegenseyn/daßbrauch der Sporn und derSpitz-Rurhen machen kan; es einen jungen Soldaten / der den entleibten Königda sich doch der ÄenO öffrers weder von GOtt noch der plündern und ausschalen wolte/geschlagen/ nicht nur zer-Wei t dahin bringen und zwingen laßt / daß er das thue / tretten/ sondern auch mit Zähnen zerfleischet. Man lassewa^ er doch oh.ie dem zu thun schuldig/ und genöthigt ist / einem Menschen nur ein geringes Unglück begegnen/ undwo er nicht sein eignes Unheil muthwilliger weiß über sich sehe/ wie dessen Diener und Freunde bey ihm blecken/erzwingen will. Bey dieser natürlichen Ungleichheit des und ob sie sich nicht als Kuchen-Freunde/ welche ihm soHumors der Pferde / merckt man billich an/ lang Stand halten / als ein niedlicher Rauch aus demdaßgleichwiediein remperirt-oder etwas warmen Lli- Camin gehet/ erzeigen; ob sie nicht als Schwalben-desgezeugte Menschen gelehrsamer / dann die allzukal- Freunde sich weissen werden / welche die warmen Glucks-ten Nordischen oder Sudlichen Völcker sind; also auch Tage über bey ihm verharren / und ein diensihafftes Ge-die Pferde / welche in warmen und trucknen Landern fal- schwirre um und in das Haus machen; so bald sich «beclen/ mehr ausmercksam und gelernig seyen / als die jenige/ die kalte Zeit der Noth und Dürfftigkeit herbey nahet /welche in rauhen und Saturnischen Gegenden geworffen ehe sterben/als langer bey ihm bleiben mögen. Da manwerden. hingegen alle Tag besondere Anmerckungen so wol anZ. 4. Liese ä.>ex2NkZriKucepI,zIus, niemand als sei- Pferden/welche zur Nahrung oder Arbeit angesprengt/nen Herrn aufsitzen / so ist das eine Tugend/ welche man welche zum Pracht gepfleger / welche zum Krieg erlesenan vielen Menschen irr« gehet/und man Hörer noch immer werden/haben kan; wie emsigste sich/ wie geistig und leb-viel Manner / die ihren Weibern einen solchen Ochsen- hasst / wie mutig / sorgsam und diensthafft sie sich biß inKopff wünschen/damitsienichtimmernachderHautauf den Todt, fm das Futter/erweiZen.dem Wirbel fühlen müssen; ob nichr etwas heraus wach- ., 6- ^sn ^umma es ist unter allen viersüssigen keinse / daß ein Ocbs auf dem Gehirne tragt. Was sonsten mächtiger / ichoner / ausgewecktcrs / ernstlicher / getreuer^lexÄncln Roß / welches den Namen vom Ochsen-Kopff noch tapsseres Thier/als die Pferde; und weil ich von demgeführt/ anlangt/ so wissen die Gelehrten/ daß es der wol- Ätzern nichts jonderlichs angeführt / so weiß /eder-gestaltesten Pferde eines / und aus der Stutterey ptiilc,- man / wie sich ein edelmutiges Roß, durch den Hall mWn c> plisrszli I'i Ike^üen gewesen: es war aus der vor- und Schall der Paucken und Trompeten aufmunterndern rechten Bug mit der Gestalt eines Ochsen Kopffes lasse / daßes ungescheut in ein Kriegs Heer anlauffe / mitgetrennt / und weil dieses allen Pferden ?kilomci wider- seinem Herrn wieder alle Waffen arbeite / die sittsamefahren/so wurden sie alle LucepliTli genennt. Eswürden Ap/h ^üithe/mehr als Lantzen / Schwerdt und Feuerauch mehr dergleichen Ochsen Köpffe berühmt worden furchre. und wann es scho»; verwundet worden/ doch nichtseyn / wann es mehr Hlexinclroz gegeben hatte. Und ist geringste vom Gehorsam gegen seinen Herrn ab-che /es/a noch heut zu Tag nichts neues / daß man / denen ed- ehe Krasst und Leben / als die Begierde seinem Herrnlen Pferden/allerhand Zeichen aufbrenne / damit sich ein 5u gehorchen / ihn zu schützen / oder/ wann es ihm beliebt/ehrlicher Mann desto besser darnach richten / und einem aus der Gefahr zu tragen / verliehre. Wann nun diesesPferd guter Art nachtrachten könne. Lucepks!u; war alles so/wie es ist / gewiß ist/ so hat ein fleissiger Haus-zwar am vordem Bug gebreunt; aber es ist gefahrlich / />^ter billich dahin zu fthen / wie er dieses edel und nütz-weil daselbst viel Adern sind ; hingegen sicherer / wann ^-^er / ohne welches er / über vor erzehlte Ursachenman ihnen das Zeichen an beyde Hintere Schenckel/ wo und Lob Spruche / weder sonderliche Haus-noch Feld Ar-es keine Adern hat einbrennt: am gefahrlichsten aber / betten verrichten/weder schnell aus der Post, noch bequemwann man mit dieser Pserd-Bemerckung den Kopff/oder von einen zum andern Ort reisen kan / wo er Gelegenheitden Kinbacken angreiften will. Wie wir mehr davon re- felosl erziehen und recht erkennen möge. Daher»den werden/ wann uns die Ordnung der Abhandlung da- erscheinet nun aus diesen letzten Worten alsobald/ daß diehin bringet / wo man vom Pferde-Zeichnen zu reden An- ö^He Ubhandlung derPserde/von uns erstlich in die ErFlaß bekommen solsnemlich im 1 s. Capitel. Mhunz / und dann in die Erkanntnus der guten Pfer,
s. Gleichwie nun dieses ein sonderbares Stück ^ werde eingetheilet werden,der Treu gewesen / daß/Uexan6ri Roß f welches mananchvon^Iii Pferdtvornen mitMenschenFüssen wannänderst wahr ist / was die Abergläubisch- und gerne
Wunder-Werck aus dem Kopff gebäbrende Römer 5. x>. 1. Lap. 1.
schreiben/sagt) keinen andern aussitzen lassen: Also weiß ^
man/ und ersahrt täglich andere Proben von der Treu/ ^^^s erste Leben der Menschen/ nach denHall Adams/
großmüthiger Pferde, /ulii Ozelaris Pferde sollen ge« O^s>st die Viehzucht / und der erstgebohrne Sohn
weinet (man verzeihe mir dieses Wort / weil ich des desselben Cain ein Bauer oder Ackermann / der
Luercmi Udernm tlsverunr io kubiconc üumine, nicht ander aber Abel / ein S^?aaf--<)lrt gewesen, vicl. (Jen.
änderst für dieses mal teutsch geben kan ) und also den 4- v. 2, Unter der Vieh Zucht aber^nd nicht allein die
erbärmlichen Anblick dessen Ermordung auf dem Rath- jenige Thier / fo die Menschen zur Speise gebrauchen /
Haus mit 2?. Wunden vorher beklaget haben. Wie sondern auch diese begriffen / deren sich selbige zur Arbeit
mancher Mensch saufft sich von Witz/ und würde um Leib bedienen/ wornnter nebst andern diepferd oder Roß
und Seele kommen/ wann das Pferd nicht mehr Fürsich- gehöhren /1 »cob. kornir. cle rerum luKc. . csp. 19.'
tiqkeit brauchte/noch den vollen Tropffen/durch aefahr- Lcklock.äe^rar.Iib.-.L^.^, n.,. von derenLobwür,
liche Wasser/ über Stock/Berg/ Stein und Abstürtzung digen Tugenden wir in diesem Capitel etwas weniges
so gemach dahin trüge/als ob es aufEyern gieng. Wann beyzubringen entschlossen sind,
wahr ist/ was pliniuz, der sonst mehr neben hinspricbt / Selbige bestehen nun in nachfolgenden Stücken /
schreibet/so kam ein Scythischer König im Stteitum; undzwar i.)in lmp-iriemiz orii. oder «nFIichung der
das Pferd blieb unverletzet / und als ein unabsonderlicher Faulheit und des kNnssigssehens / an erwogen ein
Gsfehrt / bey dem todten Leichnam stehen. Lteßsichauch heroisches Pferd immerhin unruhig/und in steter Arbel"