Druckschrift 
Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
790
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

»yo Des Noam und Äe »ts - vcrNSndiqen HauSvatters

Das IV. Zapitel.

Wie eiii Waid aufzubringen und zu haideu.

Erden müsse beyseits räumen/ und an statt dieser eine an-dere und bessere Erden hinein werffen/und so viel als mög-Von Versetzung der ju^-n Baumle^ l.ch / wohl und genau um die Wurtzcl herum bringen;

^/cnvehlen 'und wie j.lb-q!n',u hclffen.' Was vc» dcncn Oder / welches ichfür eben io gut/ wo nicht besser halte/Baumle,n und bey deren Versetzung ;u bcobachreu. §. ?. nian laste/ bey Auszizhung der Baume/die Erden/ M wel-Werden durch sonderheitljche Exempel erkläret. H. 4. ^vie ^ x,-Mch aufgeschossen/soviel als NiaN nöthig Meinen

ö 7 Was endlich be» Versetzung der Wasser Bäume zu wis< Wu» tzeln. dann well die Baumgen ihrer eigenen Erden

stn no'lhig se»e. § L. Wle'VSgei und Wild verzulock«,!. besser gewöhnet sind/als einer fremden/ so werden sie auch

in selbiger sie mögen hingesetzet werden/ wo sie wollen/ um

^ so viel eher bekommen Ich rede aber hier von einer gu-

! Jr haben zwar bißher in dem vorigen Ca- ten und fruchtbaren Erden: dann wo das nicht wäre / so

pitel gelehret und gewiesen / wie durch war es auch ohne dem richtig / daß man selbige mit einer

Säen ein junger Wald solle angerichtet bessern ersetzen müste- Dock was braucht es viel Weit-

werden : weil aber nun die Aecker und läusstigkeic / da alles auf die Regul ankommt: Man sehe

Felder / die auf solche vora.nezogene fleissig zu/ob die Erden und der Boden zu dsrNarur und

Weise mit den nach ebener Wiilkühr Eigenschassten der Baume sich vorcheühafftig schicken /

ausgesäeten Baumgen angeflogen sind / nicht gerne King oder aber ob deren Mangel durch Fleiß und Arbeit müsse

in solchen Stand gelassen werden; sondern man sich viel- abgeh oissen werden.

mehr bemühen soll die junge Baumgen von dannen in den (U) M;n geb gute Achtung auf dieVaum-darzu erwehlten Platz zu bringen / wo sie hinfüro bleiben lem. Hier nun kan ein Haus-Vatter sich dieses als eineund erwachsen sollen/so achte ich nun sür nöthig/auch von gültige und nützliche Anmerckung recommenäiret seynVersetzung dieser Baume etwas zu reden. Weil nun lassen/ daß je hübscher und gejchlachter die Rinden anbenaber hi'ezu auch die Neben-Schößlein nebst denjenigen Bäumen seyen / desto gewisser wird von selbigen / wo sieBaumgen/ so von sich selbsten aus dem abgesallnen Saa- verpflantzet werden / etwas Gutes zu hoffen seyn. Women gewachsen / gezogen werden müssen/ so soll die gantze auch ein Baum aus der Erden auegehoben worden / derSache erstlich in etliche allgememeine Reguln gefasset/ anderswohin soll gepflantzet werde, so rathe ich gute Auf-und hernach durch sonderheitliche Anmerckungen/ zu sichr zu haben/wie der Baum vorhero gestanden / gleich-Nothdurjft erläutert werden. wie wirs auch in, Baum Garren gewiesen / und we/cbe§. 2 Wer nun also junge Baumgen zu versetzen ge- Seiten geqen Mitternacht gesehen : dieses nun zu be-sonnen ist/der gebe (>.) Achtung aufdei» Ore/dalelbi- nie: cten/kun man die dorthin sehende Rinden mit einemae sollen eingesetzet und beständig fortgebracht werden. Schnitt oder anderen Merckmchl bezeichnen / und her-

gewendete Müh und aufgegangene Unkosten würdcn zu Baumlein versetzen soll / sie seyen dann groß genug ge-schanden werden. Doch der Sache ist leicht zu helffen / wachsen/ das ist/ dieStamme müssen eines kleines Arms/wann jemand für sich selbsten alle Macht und freye Ge- oder auch einer l >icguen dick seyn/wo sie bald und wohlwalt hat den neuen Wald / nach Belieben / anzulegen; gerathen sollen, ^war erinnere ich mich wohl/daßeim-dann diesem kan nicht besser gerathen werden/als daß er geschmalereund dünnere Baumlein/an ihre verbleiblichesich seiner Freyheit zu seinenVorthel bediene/ und deß- Slclle/mitguten8uccekversetzethaben/absonderlichwowegen hierzu ein StuckLand / es scye nun platt und flach/ sie solche mit Weyden an starcken Stangen oder Pfälenoder etwas bergicht (dann dieses hat soviel nicht zu be- angebunden; allein ich weiß auch/ daß es össters umge-deutet von gutem Grund / und gegen Mitternacht ge- schlagen / und übelgerathen seye. Dahero wer des ge,legen/ erwehle und aussuche: So werden die Baumlein wiesen spielen will / der folge meinem allererst gegebenenso wohl eher und besser fortkommen / als auch stärcker Rath. Unterdessen muß er auch nicht vergessen das frisch-und schöner werden. Solte ihm aber keine Wahl gelas- eingesetzte und etwas hoch aufgeschossene BauMlem 5.stn seyn / sondern er müste nothwendig bey diesem oder oder 6. Werckschuh koch über der Erden zu stutzen und zujenem Stück Landes bleiben / so kan er nur mercken / daß beschneiden / oder abzustümmew: dann dardurch wirdwo der Boden allzusandig ist / da solle man tieffer pflan- gleichsam dessen innerlicher Safft und die verborgenetzen' damit den Wurtzeln durch den/ in der Hitze/scharff- Krafft mehr und mehr yereitzet / frische Aeste und Zweigebrennenden Sand/die gebührende Feuchtigkeit nicht mo- in einer rühmlichen Hohe auszutreiben. Allein weitersae entzogen werden. Ist aber der Boden leimig / so muß rathe ich/unter z. Jahren nit/ Hand an das Baumlein zuman in die Grube / die man deßwegen ausgegraben / da- legen/ es müste dann seyn / daß unten an / oder neben demmit das Baumgen möge hinein gesetzet werden' / so viel Stamm neue Zweite kamen / die man zu jeder Zeit nichtals vonnöthen / von schwacher und fruchtbarer Erden dulten soll; dann würde man jenes thun/ und imer an denwerffen. Sonften aber wann das Erdreich worein man Baumlein mitBeschneide künsteln/so würde es zwar ohn-die Baumlein zu versetzen willens wäre/ geringer und ma- fehlbarlich hurtig und geschwind in die höhe wachsen/Fanyerer ist / als das / aus welchem selbige sind genommen der schwache Stamm der würde zu nichts bessers/ aiszuworden / so ist zu beobachten / daß man / wo eine grosse Prügeln / Zaunstecken und dergleichen Kleinigkeiten tau-Grube gegraben worden / in die man den Baum setzen gen: weil er wegen entzogenen Sassts schwach und dünnwill / die ausgegrabene ungeschlachte und unfruchtbare verbleiben müste. Doch wer bloß darauf sehen will/daß

er