-68 Des kluqm und Rccbts ^verftündigen Haus Vatterß
lich recht galanten / annehmlichen und dem We»n zu lan- ist- Aber gewiß / es wäre inanchem Wein-Herm / derger Dauerhafftigkeit dienenden Einschlag. sein Gefind / über das Füllen beMr / (das aber offt wie4. Wir könnten es zwar bw denen Einschlägen (de- ein Füllein im Keller säufst) besser / er hätte doppeltesren wir einen grossen Vorrathhaben; aber nur diese / als Umgeld bezahlt / als daß ihn seine Diener so bezahlen,die besten darunter heraus zu suchen / für rathsam befun- Die Büttner aber sind an sich selbst gule Leute / und weilden) bewenden lassen / wann wir nicht auch diesen für ei- ich es offt mit ihnen halten muß / so mag ich mich mit ih-nen unter denen bewährtesten müssten mitgehen lassen, mn nicht abwerssen/ daher nichts wider sie reden. WannNehmet Nelcken/ Cardamomen/ Anis / jedes zwey Loth; sie mir aber erlauben/ so will ich die Wort HerznIngwer / guten Venedischen Weihrauch / Muscaten- kams 5 8. Clara, nicht ihnen zum Nachtheil / sondern zuBlumen / Musealen Nüße/ Zittwer / langen Pfeffer/ des Lesers Lust / und vielleicht manchem zur Erbauungjedes ein Loch; 1. Pfund Schwefel; 4. Loth geflossene her setzen. Er giebt aber die Sache m seinem tLcwasZimmet-Rinden und eben so viel Marvasit oder Wiß- für alle / also: Die Bmder geiten ebenfalls und ihre Ar-muth. Dieses wird zerstossen; der Schwefel in eine unge- beit nicht wenig bey unserm lieben HErm: Dann es ha-glaste Pfanne/ aufdie Glut gesetzet; wann der Schwefel ben sich nicht wenig Wunderwerck mit ihnen zu getragen,zergangen und dünne worden / so schüttet man die Ge- Er erzehlet p. 451. von Fassern/ die sie heut zu Tag nochwürtze darein / rühret alles wohl durcheinander. Und in Oesterreich machen / welche wie kleine Hauser zu sehengleichwie man in denen übrigen Einschlagen ein leinernes seyen. Da hatte Diogenes mehr Raum gehabt; abson-Tüchlein genommen: 'Also zieht man hier ein barchentes derlich sey vor wenigen Jahren in der schönen HerzschafftFlecklcin / das etwan einer halben Elen lang ist / in der Feldspurg / welche dem Fürsten von Lichtenstein gehörig/Breite aber drey Finger hat / eines nach dem andern ein solches Faß verfertiget worden. Er rühmet einen Flo-
durch. Mit zwey quer Hand breit von diesem Einschlag rentinischen Faßbinder mit Namen Mus. welcher her«kan man ein Fuder Wein versehen: der Spund muß da- nach zu Rom ein Edelmann worden. Icem ^arliAnumbey wohl verwahret werden. Es geschiehet unterdessen Steinbach von Sellebach :c. spricht auch: Heut zu Tagofft / daß der Schwefel zu starck gegeben wird / und der sind der fürnehmen Meister / welche das Handwerck inWein nach dem Einschlag schmecke/ dem muß man nach mehrere Vollkommenheit zu bringen trachten / so viel/8lnceri pkilslerki Rath / in seiner bewahrten Wein- daß man derenNamen auf dengrosten Faß-Boden mchtArtzney p. l 29. also helffen: Nehmet heisses Brod / das schreiben könnte. Endlich schließt er den gantzen vilcur»nur erst aus dem Ofen kommt / brecht es voneinander/ mit diesen Worten: Wer die Binder will alle unter dieund legt es so heiß aufden Spund / laßt es liegen / biß es gute und vollkommene Leute zehlen / der hates starck von-kalt wird / so wird es den Geschmack völlig an sich gezogen nöthen / daß man i'hme etliche Reife um den Kopf lege;haben; wann aber das Faß groß / so muß diese Weife aufdaß ihm das Hirn nicht völlig heraus rinne: Dannöffters wiederholtet werden. Icem, man legt einen neuen er muß wissen / daß auch auf der Binder ihrem Feld vielTopfaufKohlen/laßtihnrechtgluendwerden/ undstür Unkrautwachse/ absonderlich wissen sie sich der Gelegen-zet ihn über das Spundloch / so wird er den Schwefel heit zu bedienen / sie erfinden mehrmalen tausend Ursa-leicht an sich ziehen. chen / warum sie so offt den Keller besuchen / wer aber die§. 8. Und so viel sey von der Arbeit und der Ord- aufsteigende Morgenröthe will sehen / der schaue einennung / die in den Kellern muß beobachte: werden / zur Binder an/wann er aus dem Keller steigt/ die rothe Na-Kurtzen / aber aus gesuchten Nachricht des allgemeinen fen verrathet ihn gleich / daß er beym Faß ein Netss ge-Haus Vatters geredet. Wir dörffen aber nicht / aus stifftet; Von einem Wein-Faß kan einer recht lernenunserm Wein - Keller Abschied nehmen / wir haben dann seine Feinde lieben: Dann unangesehen der Binder mitauch unsern Auffüllern und Büttnern eine gute Lehre ge- seinem groben Schlägel dem Faß so manche harte Schla-geben/ das soll der gute Bißen zu dem Trunck/ welchen sie ge und Püffe versetzet; so ist es gleichwohl noch so gut/bißweilen / auf des Haus-Vatters Unkosten / im Keller/ und lpcnckrt demselben noch einen so guten Trunck. Un-neben ihrer Arbeit thun/heissen. Der Auffüller soll be- ter andern Sachen machen die Binder auch Bad-dencken/ daß er dahin geschickt werde/den Wem/der sich Wannen; es wäre aber gut/wann etliche aus ihnen insverzehret/nach-; nicht seine Gurgel auszufüllen; vielwe- Bad qiengen/und ihr Gewissen reinigten/so dann möch-niger einige seiner Cameraden( wann er etwan meint/er te geschehen/daß ihr Wandel frommer und gottsfürch-und der Büttner könnten einander nicht gnug zusprechen) tiger würde seyn; sonst müssen sie wissen / daß auch GQttmit zunehmen / und sich auf seines Herm Gesundheit lu- zwey Fasser habe / eines ist voller Honig / das andere vol-stig zumachen. Der Füll-Wein kostet/warlich/ beyun- ler Galt; aus dem ersten gibt er in jene^Welt m trin-getreuem Gesind viel; sonderlich wo man diese Arbeit den cken allen Auserwählten / aus dem andern gibt er zuJungen / Knechten und Dienern vertrauen muß: In trincken allen Verdammten: nun können die Bindepdenen Reichs-Stadten heissen es die saubern Herren das Achtung geben/ju was für einem Faß sie kom-Umgeld aus dem allgemeinen Keller / vertrincken / weil men mögen,was im Keller vertrunckm wird / von dieser Auflag frey ^
Das