Viertes Buch. 767
ser / od^r mit zerstoMn Wachholder-Beeren gekochtem hänget die Materien darein / verfpündet das FaßWasser ( wie wir §- 8- im vorhergehenden Capitel gewie- wohl / und lasset es in zwanzig Tage also ruhen. Fernerssen ) sein ausgebrüher /und hernach trucknen lassen. Dar- ein neues Mittel: Nehmet-.Loth Tropf Wuchst / zweynach wird man einen guten Einschlag zugeben Sorge tra- Pfund Zucker und Christian-Wurzel / und MuMm«gen / davon wir bald mehr reden wollen. Bey Reinigung Blumen/ liesset alles im Mörsel / thut es zusammen in ei-der Fasser/zum Aderlässen/führet man/ wann man den nen baumwollenen Sack / hanget den Sack und zwar im'einen Boden heraus genommen / in dem Faß mit einem Herbstin den Wein/verfpündet das Faß wohl/lasset densiumpfichten Besen/ in allenWinckeln tapfer herum/ nim- Wein zwo Wochen ruhen / darnach jeher da rzu / so findetmer alles Unreine / den Schimmel und andere unnütze ihr köstlichen Wein. Das fünffte Mittel zum AbziehenMaterien / die sich angesetzet / weg: Zumalen wann das werden wir mit diesen Worten gelehret: Wann ihr denWasser vorher eine gute Weile im Fasse gestanden / und Wein ablasset / und er ist trübe / fo nehmet zu einem Fü-rs» einem Boden zum andern umgekehret worden ist. So der das Weiße von 24. Eyern / klopsset es wohl / nehmethatfichs fein abgeweicht. Die Probe eines solchen Fasses/ ein Nössel Saltz / und ein wenig gebeutelt Mehl / auch soob es rein genug sey / ist aus des vorhergehenden Capitels viel lautern Sandes / lasser aus dem trüben Faß Wein/F. 9. zu sehen. i. Vierthel / rührer die vorigen andern Stücke wohl dar-/. 6. Den Wein im Ablassen gut zu machen/ so mer-- unter / und giesser zu dreymaien in das F aß /und zu jeden«ke der sorgfaltige Haus-Vatter/ daß er i.PfundKandel- mal rühret den Wein gar wohl/ mit einem durchlöcher-Zucker/ 4. Loth Zimmet - Rinden und gebrennren Wein-- tm Holz / das darzu gemachet ist / lasset ihn darnach rü-sten? nehme / bey 1. Maas. Das stösser er klein / nimmet hm / fo wird er lauter und besonders schön werden,erwan 1 O .Maas von dem Wein/den er abzulassen Wil- §. 7. Der abgelassene Wein loll mit gutem Ein-lens ist; siedet alles untereinander in einem Kessel. Ist nun schlag versehen werden/ daher lasse man sich die-en seheder abzulassende Wein in das Faß gekomen/so schüttet die guten Einschlagwohl enipfoblen seyn/ der sich zu allerhandgesottene Materie auch in^denWein. Verspundet dar- Weinen schick? 1. Es werden 2. Pfund Schwefel / inauf das Faß wohl: Er lässet den Wein ein oder zwanzig cinem kleinen Morfel zerstoßen / in einen Topf geschüttet/Tage ruhen / so wird er wohl übers Jahr so bleiben. Die- viel Wasser darangegossen welches man bey einer Stun-ses Mittel hab ich bey einem fürnehmen Weinjchencken deemfieden lässet Nachdichtn seiher man es durch einin Nürnberg / als etwas köstliches gelerner und prsÄtci. Sieb / und giebt Zeit / biß es wieder trucken worden,ren gesehen. Wer seinen Wein beym Ablassen klar ma- Ferner wird dieser Schwefel in einen Tiegel geworffen/chen will/ der nehme/ so vie! er Aimer ablasser/allezeit von da er zergehen muß / biß er lauter werde. Endlich ziehetdrey Eoern dasKlare wohlzerschlagen zu einem jeden Ai- man ihn auf ein leinen Tuch/und nimmr nachfolgen Des:mer: Er lasse in ein Fuder 8. Eyerdottern fallen/rühre Ein halb Loth Anis; 4. Loth Feilwul tz/die wohl weiß ist;es im Faß/ und wann drey Tag fürüber / so rühre er zwo 6. Loth weissen Weihranch / eben fo viel an Paraoistör-Maafe gemachten Wein hinein. Vorher Ichlage er den nern; 4, Loth langen Pfeffer und 2. Loth Mastix. Die^eWeinwohl durch/ ehe er das gemachte hinein thut. Al?o Sachen werden alle untereinander gestossm/und wannlasse er ihn zwo Wochen ruhen. Nach diesem zapfe er tag- man denSchwefel ziehet/weil er noch warm ist/so strei-Uch zwö'.fMaas Wein heraus/und schlage ihn allezeirei- cbet man auch diese erst-gesetzre Tpecics aus das mitneViertelstund. Bißweilen iedenTag zweymal/ganzer Schwefel bezogene Tuch- Bey"diesem Einschlag ist daszwo Wochen. Ist diese Zeit fürüber / so giesser eine beste dieses / daß (weil der Schwefel zwar der beste Ein-Maas Brandewein darein/ und für 1 .Pfenning Schwe- schlag / wegm seiner Balsam Krafft heissr; aber doch sehrfel / das brenne er in das Faß / darein der Wein gefasset unrein ist) ihm/ durch Läuterung / am Anfang dieseswerden foli. Nun läßt mans zwo Wochen ruhen. Dar- ceprsgeholssen worden.
aufnehme er 8. Mufcat-Nüße/ 2.Loth Schwefel/ 4. Loth 2. Em Einschlag der gering / aber doch sehr gut / ist
Gewürz Negelein/anderchalb Mufeate Blumen/r. kalb dieser: Man nimmt zu 6. Loth Schwefel / Negeleins-
Loth langen Pfeffer/ 2. Loth Zimmerrinden/ und das alles Blumen /Zirwer/ Veilwurtzel / Mastix / truckenen 5rc».
tbueer in eine Maas Wein zufammen. Will er nun den rax oder Lalsmir, Larcjzlnomen oder Paradis Kör-
Emschlag geben/ fo sehe er auch wohl zu/ daß das Faß/ wie «er / jedes ein Loth, und hierzu noch 6. Loth Nesselwurzel;
erstqedacht / mit frisch- und klarem Wasser wohl ausge- diefes alles wird geflossen / zu Pulver gemacht / und auf
schwäucker sey. Ferner bei auchere ers mir weissem Weyh- das leineneTuch/bey noch warmen Schwefel/ gestreut,
rauch / lege das Faß auf einen viereckichren Pflichrlein/ So ist der Einschlag fertig,
nehmeden Spund in acht / daß^ein Rauch heraus steigen z. Als ein besonders fürtrefflicher Einschlag ist uns
könne. Er thue hernach den Spund geschwind heraus/ dieser mitgetheilet worden. Man uimmt zwey Psund
vermache das Faß gar knapp / und gebe dem Wein den Schwefel; und darzu Campfer / Paradies-Körner / lan-
Einschlag / aufweichen er den Wein fein bald hinein las» gen Pfeffer / Zimmetrinden / Galgant/ Ingwer / Zitt-
fenmuß/damit der Einschlag darinnen bleibe. So laßt wer/Negelein/Mastix/Tbymian/welches sie auch 1'ku.
er das Faß zwo Wochen ruhen. Beliebet ihm / nach der ris Lorricem oder Il'kuz ^uclseorum nennen / jedes ein
Zeit / seinen Wein zufehen und zu versuchen / so wird er völliges Loth. Ferner ein VierrelLenuÄnam ( Entzian
ihn dergestalt verändert finden/ daß er aus rohem / trü- oder Kreutzwurtz;) Anis/ Bertram / Coriander/ Weih-
ben/zähen undsamen/einen edlen mild-und reinen Wein rauch/ weisst Veilwurtzel und 8olimzx jedes zwey Loth/
bekommen habe. ^ drey Loth Weinstein ; ein halb Loth Calmus; ein Loth
Sind euch diese gute Stücke bey dem Ablassen oder NegehBlumen / ein wenig Kornblumen / K diese bey-
Abziehen^des Weins nicht genug? So schwancket das de letztere Stücke bleiben gantz; die übrigen werden klein
Faß mir Schwenck Wasser / thut dasselbe Wasser wie- geflossen : darzu nimmt man Hopfen / Hollunderblüt/
der heraus / darnach nehmet 2. Loth Zimmetrinden / 2. Natter- und Nessel-Wurtzel / klein gehackt und getruck-
LothNegelein/ 2. Loth langen Pfeffer / 2. Loth Zucker/ net/ und alsounterdieobigen5peclLs gemengt/und auf
1. Loth l^ucisn, und für 2.Mnnige Schwefel/stosset es ein leinen Tuch / weil der Schwefel (wie in den andern
zusammen in einem Morsel / und wann der Wein in Einschlagen schon gemeldet worden) noch warm ist ge-
dem Faße ist / machet ein Sackkin einer Spanne lang/ streut /so hat man einen zwar weitläufftigen; aber gewiß-