Viertes Buch. 76?
gesottene zween ober drey Tage darinnen stehen. Wieder- diesem allen wieder rein / biß es klar ist. Lasset es tru ckmum auf eine andere Weise kan man so mit umgehen: werden / brennet einen guten Einschlag (wie wir im nach«Wann der Binder oder Büttner das Faß gantz fertig sten Capitel von dem Keller anweisen wollen) darein. Sogemacht/ so nehme man Hollunder-Blüh/wann es um möget ihr euren Most kühnlich darein füllen / so jähret ecselbige Iahrs-Ze/t ist / werffe sie in einen Kessel oder sonst schön / und wird euch wegen dessen Beständigkeit La uter-in ein Gefäß/man giesseWasser daraus/ laß es mitein- und Schönheit die Mühe wohl belohnen. So aber derander sieden. Von diesem gießt man/als dieVernunfft Most nicht recht jähren oder gieren will/ so lasset ihn aufgjebt/daßesgenug sey/in jedes Faß: man schliesse und ma- ein anders schon darzu bereitetes Faß ab. Wann W asserche das Faßzu. Ast es damit ausgebrühet / so thut man darinnen ist / so bleibet dasselbe samt dem Erdreich um sei-dieses wieder heraus/zündet etwan für eine DreyerBran- ner Schwachheit wegen / am Grunde,dewein an / und gießt ihn in das Faß; man wältzet es aber F. 9» Endlich die wahre Probe zu haben/ ob ihr anzugleich daraufhin und wieder/ auf und ab. Ist nun auch/ dem Faß/ bey dessen Sauber- und Reinigung / genugsa-wie oben gedacht/ redlich das Faß mit Weyhrauch aus- men Fleiß angewendet; Mit einem Wort: Zu wissen/geräuchert worden / so ist es auf das beste für den Wein ob das Faß rein genug sey ? So zündet ein Wachs-Lichtzugerichtet. Noch eins: Wann ihr euer Faß wohl be- an/ und haltet es zum Spund hinein. Ware nun euerschicken wollt / so thut Saltz und Reben - Asche / eines so Faß nicht rein genug ? so wird das Licht alsobald auslö»viel / als das andere / untereinander gemengt / daß es eine schen; auch der Einschlag wird nicht leicht brennen/ wannSchüssel voll macke/in dasFaß. Kochet hierauf einen Kef- das Faß noch nicht/nach des Weins Ersordem/gereinigetvoll Wasser; darein ihr Nuß<Laub / zerstossene Wach- worden. Was den Geruch anlangt / ob das Faß nichtHolder-Beere geworffen. Von diesem schüttet / eine ziem- etwan einen schädlichen an sich habe ? Damit d?r dareinliche Wasser-Stütze oder Gelte voll / fein warm / in das gezogene Wein nicht damit angestecket werde: So schla,zusauberende Faß / auf das vorige Saltz und die Reben- get vier oder fünssmal mit flacher Hand auf das Spm.d-Asche. DerSpund muß nunmehr auch fein fest geschlos- loch/und säumet nicht mit der Nasen dahin zu ructsn/undsen; das Faß wohl umgewaltzt / und eine Nacht über al- in das Faß zu riechen. Auf diese Weise werdet ihr baldso tigend gelassen werden. Ferner macht das Faß von hinter dem Nachschmack des Fasses kommen.
' Das l.1. Zapitcl.
Vom WeiMeller und denen BerrGnngm darinnen. ^
' - ^ Innhalt. erftischet/beleget/und wann diese dürre worden /wieder
K. l, Des Kellers Lager undBoden. h. 2. Der Most muß vor ^isc^aNdeieNStelle/ briitget/^erwird sehr wohl thun/
dem Verlobe» nicht in den Keller gethan werden h. z. Von Die <.hur in den Kel.er / mag und soll billig gegeil Mitter-
der Fässer Ordnung und dem Ablaß. §.4. Von der Zeit des nacht und so bequem stehen/daß der Haus-Vatter/ohne
Lehren für d«e Weinfüller und Büttner. ^ ^ lNWtö zu S^)andengehe. So gut der
Keller für der Hitze / für Donner und Blitze / zu verwah-ren . So sehr muß man auch hüten/daß ihm die allzugrofi-O ist nun dem Most sein Recht geschehen/ se Kalte nicht schade. Wofern man auch in grosser Kalteehe er sein höltzernes Kleid anziehet. So darinnen arbeiten muß / so lasse man jq das Kohlen Feuerist auch wie das Kleid fein knapp anlie.- daraus : Weil der Dampf davon gleich in die Weinegend und rein soll verfertiget werden/ge- durchdringet / und sie Anzick oder verschlagen macht-meldet worden. Nun haben wir oben ge- Was denBoden des Kellers anlanget/soll man in demse^meldet/daß/weil die Nil-rischen k>mpken bigenzum wenigsten/imIahr einmal den alten Sand he>-den zweymal gebonien kaccbuw in denHölen auserzogen/ aus/und frischen/oder wo man keinen Sand hat/frischedadurch nichts anders/als die Keller/ da der Wein am be- Erden hinein schütten.- Weil das Getranck wundersamsN in die Höhe gebracht werden muß verstanden werden, frisch davon wird. Was nun einen üblen Geruch giebt/Von welchem wir deßwegen auch noch/vor dem Ende der das soll man ja in dem Keller nicht etwan auflegen oderWein-Abhandlung/etwas reden müssen.Zwar ist hier un- aufhangen/ als etwan Wolle/Käse/Oel/ Leder/ Rüben/sersThun nicht/einen Sprung in eine andere Professor, Knoblauch: Weil keine Sach dem Anstecken so leichtzu thun/und gründlich zukehren / wie ein Keller fest und unterworffen / als der Wein / sonderlich der neue / ist.förmlich anzubauen sey: Dann davon mag man sich in der Deßwegen müssen auch ferne seyn/alle Mistlachsn/ heim-Bau-Kunst Raths erholen. Sondern wir sind hier nur liche Abtritt-Gemächer/Pferdstalle/Bader/und an-entschlossen die allgemeinen Regeln der Most-und Wein- dere morastige Oerter. Daß fonsten je tiefer der Keller/Keller-Arbeiten anzuzeigen. Wer dann einen Wein- je besser/wahr sey/das weiß man ohne dem wohl! jedes»Keller vvmneuen bauen will/der bau ihn feinstarck von serbleibet auch der darein gelegte Wein»
Tonnen-Gewölbe / und sehe fleissig dahin / daß die Fen- §. 2. Der Most / wann er noch nicht verbraußt / söS
ster und Lusst-Löcher/ nach dem Mittag sehend zugemacht nicht m die Keller geleget werden. Wann er aber noch
werden: Damit der von daher kommende Wind / des in denen Tonnen ist/darein man ihn durchschlägt/so müs-
Tages eine und andere Stund / durch den Keller streichen sen die Tonnen nicht ganz voll damit gelassen werden: Da-
könne. Im Somer aber müssen alle Oessnunge des Kel-» mit er einen Raum habe / zu toben / und seinen Schaum
lers vor dem Sonnenschein beschirmet werden. Sonder- nach Belieben zu werssen. Alle Tag muß man ihn füllen/
lich soll der Blitz / so viel möglich / abgehalten werden/ biß man siehet / daß der Wein allen Schaum völlig aus-
dann Donner und Blitz verderben Färb und Geschmack geworffen habe. Inzwischen .auß man den Spund nicht
den ersten und letzten Buchstaben am LO8. Wer die Kel- vorschlagen/sondern nur einen Stein/oder einen lockern
ler-Fenfter mit frischen Rasen/die er bißweilenmit Wasser Spund auf das Loch locker legen. Mercket man /
Ddddd z daß