Viertes Buch. 709
gleich das Aeug .'ein abstehet / wie bey andern Peltzen sich diget sind; doch daß es ohne Bruch in den gehaltenen
ojftermalen jurräget. . . Wildling komme/mithin zugleich an der Mutter-Brust
§.6. M:t ocm Rohrlem oder pfttfflem pelyen unabgeloset hangen bleibe / als davon es zuerst / biß es mit
odcrpftopsctt ist nichtsanders / als wann man einen seinem Stamm sich vereinbare/die Nahrung haben muß/
fruchtbaren und frischen Baum von einem eingeschobenen also/ daß es die Rinde von aussenher gleich schliesset. Hers
Zwch / ein Pfeisslcin oder Röhrlein / jedoch mtt unver-- nach muß man alles / wie bey dein andern Pelzen / wohl
letzter Rinden / abgezogen / und eben über ein solches von verschmieren und verbinden / auch einen Pfahl / daran
gleicher Dicke gewachsenes wildes Zwciglein / nach vorher man es binden kan / darzu setzen. Wann sie demnach nech
abgezogener Rinden ein - und angeschoben wird. Welche ein Jahr also gestanden / und nunmehro zu wachsen anbei
Beschreibung deutlicher also mag verstanden werden, ben/kan man dasZweiglein allgemach von dem Baum
Man muß nemlich im Frühling gegen den Sommer/ abiedigen / und den pelzen wohin man will / an eingele-
wann die Bäume safftig / und neue Schossen treiben / zu- genes Ort versetzen. Und auf diese Meise können Aepfel
gleich auch die Rinde vom Stamm sich leichtlich ablöset/ auf Quitten / und Quitten anfÄepfel und Birn ; item
an einen fruchtbaren Baum von guter Art einen schönen Pfirfing / Marillen / Mandeln auf gemeine Pflaumen
geraden Schoß / welcher erst dasselbe Jahr gewachsen/ abläÄnt und abgefaugelt werden. Am füglichstm aber
aussehen / selbigen ungefehr 2. Queer-Finger unter dem kan dieses bey denen Baumlein / so man mKübeln oder
Jahrs-Knotten abschneiden / oder abbrechen : zunechst Ge Wn hat/ geschehen: angemerckl dieseibige mit d
aber über demselben die Rinde biß aufdas Holtz einschnei- Gcfassen zusammgetragen werden können / so / daß man
den/ und alsdann/ von dorten aus/drey quere Finger breit sie nicht allererst eingraben / und von .. .aen bewurzeln
den Gipfel hinwegnehmen : worauf man mit der lincken lassen darff.
Hand den Jahrs-Knotten anfassen / und mit der Rech- §. 8. Ob wir nun wohl bißhero verschiedene sat-ten die Rinde fein gemachlich treiben muß / damit selbige tungen und Arten des Pfropfens und Pelzens angezeiget/sich vom Holtz ablöse. Nachdem nun die Rinde los /muß so ist doch zu wissen / daß noch mehrere zu finden und anzu-man es bey dem Aeuglein gleichfalls fein gemächlich treffen: wohin wir unter andern auch diejemge pfropfdrucken / daß auch dasseibige gantziich und unzerrissen sich 2!rr zehlen / so durch das ab und einl'gen verrichtetablösen möge: worc .ussolches Röhrlein mit dem Angab- wird, welches also zugehet: Man gibt nemlich einem fei-zuziehen / und innwmdig zu besehen / ob es grubicht oder nengeradenZweig an einen zarten Baumlein / ein wenigglarr / in welchem letzten Fall es vor recht abgezogen / und abwerts vom «stamm / damit sich folcher Zweig desto bes-zum aufsetzen tüchtig zu halten ist. Damit aber dieses ab- ser beugen / und in die Erden einlegen lassen möge / einengezogene Röhrlein sich auf einen andern Stamm und (schnitt / fo den Kern des Zweigs erreicher / führet den-Reißlein schicke: fo muß zuvor ein «s-amm und Rnß von selben ungefehr eines Gliedes lang mit dem Messer auf--gleicher Grösse ausgesuchet/und das Reißlein abgeschelet; Werts/ schneidet alsdann ein Hacklein von einem unnützenhernach aber das vorige Röhrlein/da es noch fein safftig/ Zweig / und drucket mit demselben den geschnittenendarangeschoben / unten und oben mit Baumwachs ver- Zweig untersich in die Erde. Wann aber ein solcherstrichen / und vorgedachter Massen verbunden werden. Zweig zu hoch am Baum stehet / damit die Erde nicht zuInzwischen aber muß man fieissig Acht haben / daß weder erreichen / so nimmt man einen Kübel oder irdenes Ge-das angesetzte Röhrlein/ noch das Band genetzet/ oder im faß / füllet dasselbige mit darzu gehöriger Erd/ stellet/ undgeringsten befeuchtet werde: gestalten sonsten der ange- befestiget es unter solchen Zweig/ und leget ihn/erwähnterwendete Fleiß würde vergebens seyn. Endlich müssen/zu masscn/darein: So dann wird ein solcher Zweig indecBeschirmung derSonnen Hitze/oben an dei- spitze breite Erde bald Wurzel;! schlagen / welches / wann man es anBlatter gestecketwerden / damit das angefressene Pst ist, feinem Wachsthum abnimmt/kan man ihn vom Stammlein etwas Schatten haben / und alsbald Anfangs den ablöfen und versetzen. Durch dieses ab - und einlegen nun/Safft desto leichter annehmen könne. Wann es nun sünff welches etliche Sencken zu nennen pflegen / können nichtoder sechs Wochen gestanden / muß es wieder aufgelöset nur junge Bau-nlein / besagter Massen / fortgebracht undwerden : angesehen die Aeuglein sodann bereits ein - und vermehret / sondern auch Mein-Reben / schon.' rare Blu,angewachsen sind. Unterdessen aber muß man fleissig Acht men / insonderheit aber Rostn und Nagelein ebenfalls er-haben/daß keine Neben Zweiglein herauswachsen/ damit ziehlet werden.
sie an ihrem Wachsthum nicht verhindert werden. §. 9. Ausser denen jetzterzehlten gibt es noch andere§.7. Durch das Adjaugeln pelzet und pfropfet man Pclz-Artcn/ als wann man/zum Beyspiel in dem Herbst/aus nachgesetzte Weise: Nemlich / wann man einen gu-- bey abnehmenden Mond / an einen: fruchtbaren und gu-ten Obs-Baum hat / davon man gern mehr zu haben ten Baum / einen gantz unverletzten Ast / irgend emesw'Mte / so setzet man im Herbst / oder auch vorher im Beyl-Stiels dick abnimmet/die Neben Zweige alle sau-L'Miny (welches von einigen vor besser gehalten wird) ber wegschneidet / ferner die äussere grobe Rinden unten-zwey oder drey gerad - und gefchlachte Wildlinge gleicher her / etwan einen -mten Spann lang / biß auf die innereArt so nahe hinzu daß des Baums Zweiglein in der Höhe grüne fleissig abschälet/und nachgehends in ein irdeneöGe-und Nabe solche leicht erreichen mögen ; wann nun also saß mit guten altenMist angefüllet / und mit einem eiser»solche Baum den Winter über gestanden / (wiewohl es nen Drat umwunden machet/ so kan hernach das folgendebesser ist / wann sie noch biß über das Jahr also stehen blei- Jahr im Mertzen der Ast mit einer Sagen abgeschnitten/ben/) so schneidet man im Frühling diese Wildling in und in ein gut Land einaefetzet werden. Wiederum/wannrechter Höhe oben nach der Zwerch ein wenig abhangicht/ man im Herbst oder Winter von einem gefcblachten Obs-mit einem scharffenMesser ab / machet sie / wie gebrauch- bäum oben herab / einen zimlich dick - und starcken Ast reis-lich/ glatt / prvbittdieReißlein/ so man absauglen will/ setz also/daß der Abriß einen Fuß gleich seys? hieraufdie-vorher / biegetsie zu denen Bäumlein / und verursacht/ ob sen Fuß mit einem Nagel allenthalben durchlöchert / undsich diese Vereinigung auch recht zusammfchicke; nachge- selbigen einen Schuh tieff in eine gute Erde stecket / <0 sollhends ziehet man die tauglichen an die an ihrem Baum er das zukommende Jahr stineFvüchte tracen. Ferner/bannende Pelz-Reißlein / welche vorher so breit als das wann man von einem Quitten - Welschen Kirschen oderStammlein ist/ von ihrer Rinden biß aus den Kern entle- Pfirsing-Vaum einAestlem (welches aber zum wenigsten
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