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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
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550
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55c> Des klugen und Rechts - verstündigen Hausvatterö Anderes Buch.

feinen Nutzen; wiewhol auch dieses dabey / daß sie ei-nen grossen Raum wegnimmst / und wann / wie es än-derst nicht seyn kan / des lebendigen GeHags Wurzelnweiteingreiffen und unter der Erde fortgehen / so müssendie anstehende Früchte auf dem Feld dessen entgelten. Undwird ein solcher lebendiger Zaun durch böser und neidi-scher Leut Hände verwüstet und verössigt? so gehöret be-sondere Mühe / Zeit und Gedult darzu / biß man die Ver-sicherung wiederum aufbringe. Doch wird diese Ver-wahrung von vielen auf unterschiedliche Weise gemachet:gestalten ihrer viel einen lebendigen Haag von Eichen oderWeiden-Psälen/und Bircken/Erlen oder Weiden-Reis-sig machen / und dieselbige wohl ineinander flehten; dahergegen andere Graben machen/und kleineStöcklein vonWeiden abgehauen unter die Quer auf die Erden legen/doch also/ daß die zwey Ende von beeden Seiten hervor-reichen / und von der Erden frey seyen: darnach schürtensie die Erde oben darauf / damit es Wurzeln bekomme/und auf die Seiten auswachse; welches demnach auf ei-ner Seiten einen Graben / auf der andern aber / da mandie Erde nach der Lang auf die Weiden geworden hat/ein Gesträuch / und solchemnach einen immerwahrendenZaun gibt. Im Gegentheil machen andere ein Grableinum das Feld / und säen Schleekern darein / damit nachge-hendsSchleedorn aufwachsen/womit ebenfalls ein alle-zeit dauerhaffter Zaun erzogen und erhalten wird. Etlichehinwiederum flechten grosse dicke Zaune mit langen Wei-den/ Bircken / Fichten oder Haselruthen / und zwar sodick und dichte / daß man kaum dardurch sehen kan. Etli-che machen wild Aepfel- oder Birn-Hecken: Andere Ro-sen- oder Quitten - Hecken und dergleichen / wann es derMühe werth / und das Feld nahe an den Wohnungen ist/dann ausser diesem würde man die Hecke nicht lang un-besucht und in gutem Stande lassen / welches alles der

Willkühr und der Klugheit eines Haus-Vatters über-geben wird.

§- 4. Insgemei'npileget man einen guten lebendigenHaag von Hagdörnern zu setzen / worbey es auch nützlich/daß man Rüsten-Baum und rvrlde Kirschen darunter neh-me: danm man den Haag nicht allein besser ineinanderfiechren und stärcker machen/sondern auch dasHoltz/wanndasselbige in die Höhe gewachsen / zu Pfalen / Stützstan-gen / Wagen-Gezeug und anderen Sachen / gebrauchen,'das Abholtz aber zu Wellen und Brennholtz anwendenkönne. Bey welchem Haag dieses für rathsamer erach-tet wird/ daß man die Baume/ wann sie schon ziemlichgroß/ vielmehr im Wald ausgrabe / und in den Haagsetze / als daß man sie vom Saamen sae oder pflantze: derHagedorn aber selbst soll ungefehr eines Fingers dick undeines Schuhs lang/oberhalb der Wurtzel und Erde abge-hauen werden.

§. 5. Essoll aber einHausvatterbeyPflantzung derHecken / oder eines lebendigen Zauns über alles vorigesnoch zwey Stück nicht vergessen : 1.) Die Zeit / wanndergleichen zu pflantzenund dann 2.) wie dieselbige zu er-halten. Die Zeit betreffend /ist dieselbige nicht einerley/sondern nach Beschaffenheit des Haags unterschiedlich/insgemein zwmsoll man einenHaag im 0Kober,und wandes Mond-Lichrvoll eintritt/ zeugen; Hingegen hat solchekegui gar offt ihren Abfall; massen an den Rüsten- oderUlmen -Bäumen zu sehen / welche im Monat Kjzrrio,wann der Rüst-Baum gelb zu werden ansähet / müssengesetzet werden; lrem in einen von Kernen gepflantzrmHaagen müssen die Kern gemeiniglich 8. Tag vor Osternim Vollmond eingesäet werden ; und dann endlich imWeiden-GeHäge / welches imklsrtio, undzwar eben-falls im Vollmond gesetzet werden muß. Die Arhal^tung des Hags bestehet absonderlich hiermnm / daß der

Haus-