Druckschrift 
Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
397
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Anderes Buch.

Z97

Das I.X. Capitel.

Was m dem Kauss bey der Wohnung und Gründen insonderheit

zu beobachten.

Innhalt. gesunde frische Quellen / oder aber morastige stinckende

. . ^ Pfützen/worausdieLufft leichtlichverunreiniat werden

§. r. Ms bey der Wohnung zu betrachten. §. s. Junge Ehe. Ob gesunde Lufft-und deraleichen Wind7n.>^»

§.?. Ben denen Mlesen. §.4. Bey denen Gärten. h.s.Bey ^ ^ aber zu besonderen gewissen Zelten bejonvere

scucn Feldern. 5. 6. Bey dem Holtzwachs. h. 7. Bey der Land, Kranckhetten zu regieren pflegen ? Ob die MühlenÄschere». H. 8. Von denen Fahrnüffen «ine Erinnerung. nahe bey der Hand und zum Sack gelegen ? Ob Hoitz

M Haus - Nothdurfft zum brennen und bauen um die

^^ ^ ^ Billigkeit in der Nahe zu haben/und bey guten und nicht

Ey der Wohnung seynd d,e nächst folgende allzu weiten Wege aus dem Walde zu bringen? Ob Hie-Betrachtungen anzustellen / worüber wir gel-HütrenundKalch-Oesen/Schmide/Wagner/Satt-dem Käuffer dieses Klemc>ri»l und Denck- ler und dergleichen nöthige Handwercker in der Nachbar-Zettul zu fernerer Anleitung und mehre- schafft zu erreichen? Ob gute süffe gesunde Weyde undren Nachdencken anbefehlen : Ov die Futter vorhanden / und ob insonderheit denen SchaafmWohnung groß oder klein/ prachtigoder die Weyde wohl zuschlage/ oder ob sie gerne Lungen-siechschlecht / im baulichen oder ^baufälligen Stande? da er oder fonstausstössig werden / alswovonsich eine sicheredenn für einen grossen baufälligen Hause gewarnet seyn Rechnung auf das übrige Viehe machen lasset. Für-wolle/ daran er jahrlich bauen / unddasGeld/ so er da- nehmlichaberundvorallenhatsichhiebeyeinjederHaus<für ausgegeben / als ein todtes Geld zusammtfemem Ge- vatter in die Art und Beschaffenheit seiner Nahr - undwerbe feyren lassen / und wo er sonst kemen^orrath an Handthierung zuschicken / und in dieserÄbsicht nach ei-Mitteln hat / zum armen Manne werden mich. Deßwe- nem solchen Hause zu trachten / das ihm zu derselben gele-gen dann nachzufragen /ob die Wohnung nach denen Re- gen ist / und darinn er balde und ohne langen Aufschub angeln der Daurhafftigkeit und Bequemlichkeit Mit genug- seine Handthierung und Gewerbe tretten / und dadurchsamen Kellern / Gewölben / Stuben / Kammern / ^?tal- etwas ehrliches erwerben kan. Also schicken sich / zumlungen / Böden und Kasten versehen / worrnn das Ge- Exempel Schmide / Wagner / Becken / Sattler u. d. a.tranck/ Obst/ Getreyd und andere vAuallen und Nah- Handwercker / deren die Land-- Reisende nicht entbehrenrungs - Mittel gut und trocken vorSaure / Schimmel können / mit ihren Wohnungen am dienlichsten an dieund Faulung zu erhalten ? Ob die Vieh- Pferd-^chaaf- Land - Strassen / wo ihre Handthierung den meisten Ab,Schwein - und Geflüg-Stelle ihren bequemen Ort / we^ gang findet.

ten Platz / und in Winters-Zeiten genügsame W^rme/ §. 2. Sonderlich sollen junge Eheleute/die gerne et-im Sommer aber genügsame Abkühlung haben? Ob ein was anfangen und zur Nahrungkommen wolten / aenieß-Multzhaus / Dörr-Stuben / Bravhaus / Milch - und liche Gürer zu kauffen bedacht seyn / wodurch sonderlichFisch-BeHalter in der Nähe vorhanden / und mit beno- diejenige Gründe zu verstehen / daran einer nicht viel wen,thigtem gesunden Wasser entweder aus Röhr - oder den darff, und doch derselben gleichwohl jährlich wohl ge,Schöpfbrunnen und Cisternen versehen werden können? niessen kan / als da sind erstlich die Wiesen / aufweicheWie die Ein - und Ausfuhr in dem Hof und Stadel be- das gantze Jahr durch ein geringes gehet; GOtt beregnetwandt / ob sie eben oder bergicht? Ob Raums genug im und seegnet sie / und giebt dem Hausvarrer Gras zu HeuHofe vorhanden/ mit denen Wagen umkehren zu können/ und Gromarh > so er nur abmahen / dörren einführen/oder ob man mitMühe und Zeit-Versaumung die Pferde und zu seinen, Nutzen entweder zu Marckre führen unddavon abspannen/und sieruckwerts aus dem Hofe lassen verkauften / oder welches mebrentheils nutzlicher / selbstmüsse? An was Ort die Dung-und Mist-Statt liege/ einlegen und im Winter verfüttern kan. Zum andernvb fie brünstig und trocken / daß der Dung aus Mangel die Garten / allermeist die mit vielen guten Obst Bau«der Feuchtigkeit ausbrennen muß / oder aber feucht und men besitzt sind / und mit demselben ihre Stelle jährlichnaß und zur Faulung bequem? Ob die abfließende übrige reichlich bezahlen und verzinsen: da hingegen ein Blumen-Feuchtigkeit/ die man den Adel nennet/unnutz wegfliesse/ Kuchen-und Hopfen-Garten / so erseine Anmuth undoder auf den Gras-Garten und Wiesen geleitet werden Nutzen in die Kuchen und Keller bringen soll / mit mehre-könne? Ob Wagen - und Holtz - Schöpfen vorhanden ? rer Mühe und Kosten gewartet werden muß / nach demOb die Gebaude'auch von ab-und anfressenden Was- Sprichwort: Garten-Werck Warten-Werck: derglei»fern und stürmenden Winden am Grunde /Wanden chen von den Weinbergen doppelt wahr ist. Zum drittenund Dach augenscheinlicher Gefahr unterworffen ? Denn gute trachtige und fruchtbare Aecker. Zum vierdten un-ausser dieser Gefahr sind die Guter / die von sthiffbaren abgeodeter Holtzwachs. Zum sünfften Fischwasser undFlüssen nicht zu weit entlegen / deßwegen zur Nahrung Teiche. Wovon wir nun den angehenden Hausvatter inam dienlichsten/ weil man Getreyde und andereDinge/ denen hie nächst folgenden Anmerckungen umständlicherdie über dieHaus-Nothdurfft überley sind/ mit leichterer zu unterrichten eine Nothdurfft finden.

Mühe und Unkosten / als auf der Ax geschehen kan / fort- §. z. Soviel nun die Wiesen betrifft / weil dieselbebringen / und daher mit besserm Nutzen zuGelde machen ge so zu sagen der Grund sind/ worauffdieViehzuchtundkan. Ferner ist nachzufragen: wie der Grund und Bo- folglich die Bestellung des Feldbaues beruhet / so so/s erden herum beschaffen/ ob er frucht - oder unfruchtbar/ mo- vor allen Dingen bey vorhabenden Kauff sich erfundi-sigt/ morastig / kalchicht oder sonst rauher Art sey / von gen: wie viel Tagwerck derselben zum Gut gehören ? obdessen Erkantniß im nächstfolgenden dritten Buch noth- sie morastig oder trocken / sauer oder süsses/ Roß-odecdürfftiger Unterricht zu finden? Ob in der Gegend herum Schaas -Futter tragen? ob sie derGefahr von wildenFeld-

Ddd z Wassern