Druckschrift 
Jacobi Theodori Tabernæmontani Neü vollkommen Kräuter-Buch : Darinnen Uber 3000. Kräuter/ mit schönen und kunstlichen Figuren/ auch deren Underscheid und Würckung/ sam̄t ihren Namen in mancherley Sprachen beschrieben ; Deßgleichen auch/ wie dieselbige in allerhand Kranckheiten/ beyde der Menschen und des Viehs/ sollen angewendet und gebraucht werden/ angezeigt wird
Seite
1315
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Das Ander Buch/ Von Kräutern.

b

Hraiitzosen.Geschwür.Glieder-schmery.

c

Pvdaqra.

Huffkwclie^

Hairprwehe.

Maaen-

schnicry,

Gelbsucht.

Scklaq.Fieber.

SckMertzeitGeschwür-

^aupt»u»dNerven«schniery.AerstorttlnSver Lcber.

czp. ;6.daß dieses Gewächs von den Einwohnern 5l^mparzgenenner werde/wachse drey odervierSpan-nen hoch/nur schmalen Raben/ und wenig Blättern:Die Wurtzel sey einer Hand lang / so bißweilen dickist/bißweilen auch schmal. Kicvlaus ZVlonaräes schrei-bet/ daßesgar eine dicke/ knodichte oder knospichteWuittlsey/ auswendig roth/ innwendig aber weiß/dißweilen auch rorhlecht.

Die beste sey/ so da schwer/ hart/ seißt/ und keinesGeschmacks sey/ nicht wurmstichig.

Sie sollexlncka Oriemall der Provintz Lbins ge-bracht werden / daher sie auch ihren Namen über-kommen/wachse am Ufer des Meers.

Von den Namen.

i)ckenwurtz wird von wegen des Drts oder derProvintz ekinaoder 8cl,mz genannt / und von Lden E nwoknern des Orrs l.zmpzra. Niederlän-disch Worrel van China.)

Von der Natur Krafft und Eigenschafftder Bockenwury.

V F-c)nzrcles schreibet/die Wurtzel seye ein wenig^VI. warm und trucken im an-der n Grad. Beibetden Schweiß mit Gewalt.

^ Innerlicher Gebrauch.

^'S hat diese Wurzel in kurtzerZelt ein groß Lob be-^ kommen/wider viel und mancherley Schwachhei-ten : Sonderlich aber wider die Frantzosen und der-selben Beulen: Dergleichen auch wider die alte Ge-schwär und harre Geschwulst: wird nutzlich gebrauchtwiderdie Schmerzender Glieder und Gleichen/wider t-Idas Podagra und Husstwebe: Lindert die alte lang-wierige Hauprwehe/ und Schmertzen des Magens.Stillet allerley Flüß/machrein gute schöne Färb / be-nimmt die Gelbsucht/und wird sonderlich gelobt wi-der die Gebresten der Leber.

Eswlrd auch dieseWurtze! nutzlich gebrauchet/wi-der den halben Schlag / und alle andere Schwachhei-ten der ?^erven:Jstgutzu allen kalten Gebresten/stär-cket den Magen / und vertreibt die Winde darinnen.Ist auch gut zu den langwierigen und täglichen Fiebe-ren/wie auch zu vielen anderen Schwachheiten mehr/so von Kälte ihren Ursprung haben.

Von der prTpsraüon dieser Wurtzel

^s lcolaus kionsräcs meldet / man solle nehmen einUntzder Wurtzel/dieftlbige klein zerschneiden/in einen neuen Hasen thun/ und fünffthalb PfundWassers darüber schütten/ und also vier und zwantzigStund in dem Wasser bntzcn lassen : Darnach sollman den Hafen gar wol mit einem Deckel vMvahrenund verkleiben / bey einem gelinden Kohlfeuer/biß attdie Helffte einsieden lassen/darnach lassen kalt werdenUnd durchseigen/und dieftlbige Brühe zum Gebrauchbehalten.

Oai-ci'asak? »orro schreibet/ man soll ein Untz dieserWurtzel in neun Pfund Wassers kochen/zu dengros-sen und langwierigen Schmertzen/biß die Helffte ver-sotlen sey: Und meldet darbey/ daß der Schaum imsieden zusammen gesammlet / gar nutzlich gebrauchet ^werde/ zu den Geschwärenund Geschwülsten / äusser'-,lich auffgelegt: Desgleichen auch sey der Dampss/ soheraris schlägt im sieden / gar gut wider die Schmer-tzen/ auch reinige mau die Geschwär mrt der Brühe.

Es meldet auch Osrcia;, wann man der Wurtzetmehr zu dem beMcldtenWasser nehmen wurde/so brin-ge es denKrancken von wegen dergrossenHitzin grosseBeschwärungen / wreer selbst solches erfahren habe.

Wann man auch den Tranck sieden will / soll manjederzeit andere Artzttey darzu thun/ so dem kranckenGlied bequemlich seynd / als zu dem Schmertzen desHaupts und der Nerven / soll man Rosen / oder denkorem marlnum mit der Wurtzel sieden : Zu derVerstopffung der Leber die Epssichmirtzel/und so Hitz

vorhanden wäre / soll man nehmen die Wegwarten:

Zu den Geschworen derNieren oder Blasen/ soll matt Acren,un»Süßholtz darzunehmen.

Wann man nun diesen Tranck oder äecottum ge-brauchen will / soll der Kranck zuvor wol purgiert /und von aller Uneinigkeit der Gallen/des Schleimsund des Gewässcrs gereiniget seyn: Darnach soll manihm einen guten starcken Trunck des ciecoöti im Betheingeben/ wol zudecken/und ein Stünd oder zwo nachGelegenheit schwitzen lassen: Kan aber der^Kranckeim Beth nicht schwitzen/ söll man ihm tin Schwitzkä-sten zurichten lassen/ und hinein setzen.

Und da der Krancke vermöglich wäre/ soll er desTags zweymal den Tranck einnehmen»

Wann man nun diesen Tranck ein Tag acht ödetneun gebraucht/ kan man wiederum ein gelinde undsanffte Purgation gebrauchen/ und Nach derselbigettwiederumdie Schweiß anfangen. Und also fortattpurgieren und schwitzen/biß derKrancke seine Gesund-heit wiederum erlanget.

Doch soll man sich auch in viku8 rsrione wol fürstthen/und gar rcnuiter leben/sich Mit geringer / wenigerund woldäuiger Speiß begnügen lassen / als da styltjunge Hüner/ Hanen/Rosinlein/ MandclN/ünd wasdergleichen/auch sehr gebraten Essen/ soll sich hüten fürvielSuppen/S^chweinenfleisch/und für den Weibern.

Er soll sich auch des Weins meiden / und an stattdesselbigen dieses Wasser gebrauchen / als daß er neh-me die Wurtzel des vorigen 6ecoKi, nemlich dieselbigöUntz/schütte wiederum vier Pfund Wasser' darüber/siede es die Heisst ein/von welchemWasser der Kranckötrincken söll. Es ist aber diese Wurtzel sicherer zu ge-brauchen/in langwierigen Schwachheiten/ dantt ittne uen un d anfangenden

Das XI.

Von ^zermodattelt^

Hermodatttln. ttermoäM^IUz oKcinatuÄ.

t

^.S schreibet O.^. I^onic. vom l^ermc^z^'IooKciNiirum, daß es ein Wurtzel sey einesKrauts/ so in Bergen wachst/ und sey zweyer-ler)/ ein lanae/ die arider rund: Die runde sey drener»

kSlh Und schwärtz.