sogenannte Teconates, gefüllt. Unreiner Balsam bleibt längere Zeit stehen und wird dann der Rei-nigung mittelst des Schaumlöffels unterworfen (Purificacion cruda), wobei auch bisweilen die Masse erhitztwird (Purificacion ä fhego). Neben der besseren, mittelst Lumpen gesammelten Sorte ( Balsamo detrapo) wird eine geringere Sorte aus den Rindenabfällen durch Abkochung gewonnen; es ist dies derBalsamo de cascara, Rindenbalsam, oder Tacuasonte (ohne Feuer). Die Gewinnung des letzteren,welche viel Rinde erfordert, ist wegen der Schädigung der Bäume unstatthaft und wird daher nurheimlich, namentlich in Teotepeque, betrieben.
Die Bäume können bei sorgfältiger Behandlung (Lehmverband und Ruhepausen von 5—6 Jahren)30 Jahre lang und noch länger zur Balsamgewinnung benutzt werden. 100 Bäume liefern einen jährlichenErtrag von ca. 250 Klgr. In dem oben beschriebenen Bezirke von San Salvador waren nach Doratim Jahre 1863 ca. 8000 Bäume im Betrieb; der Werth des daraus gewonnenen Balsams betrug 187678189 Dollars. Die Ausfuhr erfolgt in Blechbüchsen von 25—100 Pfd.; Hamburg erhielt 187617 860 Pfd., 1877 25 470 Pfd.
Der frisch gewonnene Balsam ist tief dunkelbraun, trübe und von der Dicke des Terpen-thins; im gereinigten Zustande bildet er eine klare, braunrothe bis tief dunkelbraune, ziemlich dünn-flüssige, nicht klebende Masse, welche in dünnen Schichten vollkommen durchsichtig ist, in dickenSchichten fast schwarz erscheint, ein spezifisches Gewicht von 1.15—1.16 besitzt und an der Luftjahrelang unverändert bleibt, ohne Krystalle abzusetzen. Er reagirt sauer, riecht stark aromatisch-harzig, vanillenartig, zugleich benzoeähnlich, schmeckt scharf und bitterlich, unangenehm harzig, langeanhaltend kratzend, brennt nur bei Anwendung eines Dochtes oder, bis zum Siedepunkt erhitzt, an derFlamme; er ist nicht ohne Zersetzung destillirbar und enthält kein ätherisches Oel. Amylalkohol,Aceton, Chloroform und absoluter Alkohol lösen völlig oder fast klar, wohingegen verdünnter Alkohol,Aether, fette und ätherische Oele nur zum Theil unter Abscheidung von Harz lösen. Petroleumäther,welcher die zu Fälschungen benutzten Fette und flüchtigen Oele, Copaivabalsam und Terpenthin klarund reichlich löst, färbt sich, selbst bei Erwärmung des Balsams kaum, kann daher zur Entdeckungvon Fälschungen benutzt werden. Wird concentrirte Schwefelsäure zu gleichem Theile dem Balsamzugesetzt, so erhitzt sich der letztere und bildet nach dem Erkalten eine gleichförmige, feste Masse.100 Theile guten Balsams sättigen 6—8 Theile krystallisirtes kohlensaures Natrium; Aetzkalilaugefärbt verdünnte alkoholische Lösung grünlich.
Der hohe Preis des Balsams verleitet zu Fälschungen, welche verschiedener Art sein könnenund namentlich in letzter Zeit durch Zusatz verschiedener Harze, Colophonium, flüchtigen und fettenOelen, Copaivabalsam, Canadabalsam, Gurjunbalsam, Styrax, Asphalt, Pech etc. bewirkt worden sind.Flückiger fordert von einem guten Balsam folgendes: 1. Das spezifische Gewicht muss bei +15°zwischen 1.140 und 1.145 liegen; 2. 10 Tropfen Balsam müssen mit 0.4 Gramm ungelöschten Kalkesein weich bleibendes, nicht erhärtendes Gemisch geben; Ricinus- und andere fette Oele machen hiervoneine Ausnahme, doch lassen sich dieselben bei Erwärmung der Kalkmischung am Fettgeruch erkennen;3. trennt sich der gute Balsam, mit dem 3 fachen Gewichte von Schwefelkohlenstoff geschüttelt, indunkelbraunes, am Glase anhängendes Harz und in Cinnamein.
Der Abfall, welcher bei Bereitung des Balsams gewonnen wird, dient in der Heimath zur Her-stellung einer wohlfeilen Tinktur, welche die Indianer medizinisch verwenden.
Der weisse Perubalsam ( Balsamo blanco, Balsamito, Balsamo catolico), welcher durch Aus-pressen der Fruchthülsen gewonnen wird, ist terpenthinartig, riecht nach Melilotus und Tonkabohnen,wird an der Luft dicker und bildet nach längerem Stehen eine obere flüssige und eine untere undurch-sichtige, krystallinisch-harzige Schicht. Stenhouse gewann daraus 1850 das indifferente Mjrozocarpin(C 24 H 31 04, nach Husemann C2 4 H 34 0 3 ). Letzteres bildet zolllange, breite, dünne Prismen des tri-klinischen Systems, welche hart, brüchig, geruch- und geschacklos sind und neutral reagiren; es schmilztbei 115° und erstarrt zu einer durchsichtigen, glasartigen Masse. Dieser Balsam kommt seiner Gering-fügigkeit halber nicht in den Handel. In früheren Zeiten mag er vielfach mit dem Produkte ausLiquidanibar styraciflua verwechselt worden sein.
Bestandtheile, Die Resultate der Untersuchungen gehen ziemlich weit auseinander, welcherUmstand wohl auf die leichte Zersetzbarkeit der Bestandtheile zurückzuführen ist. Nach Stoltzeenthält der Perubalsam 70% eigenthümliches Oel (Perubalsamöl), 6.4% Benzoesäure, 20.7% in Alkoholleicht lösliches und 2.4°/ 0 in Alkohol schwer lösliches Harz, ferner Feuchtigkeit und Extraktivstoff.
Fremy und Plantainour fanden an Stelle der Benzoesäure Zimmtsäure und ausser dem Peru-balsamöl, welches beide Autoren mit Cinnamein bezeichneten, noch einen besonderen krystallinischenKörper, das Metacinname'in, welches leicht schmelzbar, in Wasser unlöslich, löslich in Alkohol und Aetherist, an der Luft in Zimmtsäure umgewandelt wird, und mit Kali unter Entweichung von Wasserstoffgaszimmtsaures Kali bildet.
Kraut erhielt, indem er den Balsam wiederholt mit Aether und 3 °/ 0 Natronlauge schüttelte,60 °/ 0 Cinnamein; seine Untersuchungen ergaben ferner Benzoesäure-Benzyläther, Zimmtsäure-Benzyl-äther, Benzylalkohol, freie Zimmtsäure, freie Benzoesäure und gelbes Harz.
Kachler fand durch Behandlung des Balsams mit Alkalien 20°/ 0 Benzylalkohol, 46°/ 0 Zimmt-säure und 32°/ 0 Harz. Letzterer schmolz dieses Harz mit Aetzkali und erhielt ca. 60 °/ 0 Protocatechu-säure, während es bei der trockenen Destillation Benzoesäure, Styrol und Toluol liefert.
Cinnamein, Perubalsamöl (Zimmtsäurebenzylester), C 16 H l4 0 2 = C 7 H 7 . O. C 9 H 7 O, ist eine farb-lose, ölige, stark lichtbrechende Flüssigkeit (nach Grimaux in völlig reinem Zustande ein krystalli-sirbarer, bei 39° schmelzender Körper) von 1.098 spezifischem Gewicht bei 14° (nach Kraut 1.05 bei
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