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1 (1887)
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Die in Nordamerika offizineile Juglans cinerea L. besitzt beiderseits grauhaarige, 8lOpaarige,länglich-lanzettförmige, gezähnte Fiederblättchen mit klebrig behaarten Blattstielen, eiförmig-längliche,zugespitzte Früchte und sehr rauhe, schwärzliche, unvollständig 2fächerige Nüsse. Von dieser inNordamerika einheimischen Art ist die innere Wurzelrinde offizineil.

Anatomisches. Der Querschnitt durch das Blatt zeigt auf der Oberseite eine Palissaden-schicht, die mit ansehnlichen Oxalatdrusen ausgestattet ist; auf der Unterseite Schwammparenchyra.Die aus dickwandigen Zellen bestehende Epidermis ist beiderseits spärlich mit Drüsenhaaren besetzt,welche auf der Unterseite auch von drüsenlosen Haaren begleitet werden. Oelräume fehlen.

Vorkommen. Der Nussbautn ist in dem Gebiete von den Kaukasischen Ländern bis Nord-indien einheimisch und hat sich von dort über ganz Europa verbreitet. Er wird namentlich in Baden,der Schweiz, Oberitalien seiner Früchte wegen häufig kultivirt. In der Südschweiz wird er noch inMeereshöhen bis zu 1000 Meter angetroffen und sogar in Südskandinavien reifen seine Früchte nochin besonders warmen Lagen.

Blüthezeit. Mai.

Name und Geschichtliches. Wallnuss, Walnuss oder wälsche Nuss (mittelhochd. Noss-baum, Nessbaum, Nussbaum, walisch Nuss, walsch oder welsch Nussbaum-, mittelniederd. Notbom,Notte, Nutbom; bei Hildegard Nusbaum, bei Bock Baum nuss) von wal, wälsch oder ivelsch, fremd,ausländisch. Juglans von Jovis glans , Jupiters Eichel; regia von regius, königlich.

Der Nussbaum war bei den Griechen ein dem Zeus geheiligter Baum; aus diesem Grunde streuteman bei Hochzeiten Nüsse unter die Gäste, damit Zeus dem jungen Ehepaare Fruchtbarkeit verleihe.Dioskorides, Plinius, Varro, Columella, Palladius beschrieben den Nussbaum und bezeichnetenals seine ursprüngliche Heimath Vorderasien. Nicht blos der Frucht und den Blättern, ja sogar demSchatten des Baumes schrieb man kopfeinnehmende Eigenschaften zu. Die arabischen Aerzte benutztensowohl die Schalen der unreifen Früchte, als auch die Blätter medizinisch und Karl der Grosse empfahlin seinem Capitulare vom Jahre 812Nucarii", nach Flückigers Ansicht ohne Zweifel Nussbäume,zum Anbau.

Offizinell sind die Blätter: Folia Juglandis und die Rinde der grünen Fruchtschale;Cortex Fructus Juglandis {Cortex Nucum, Juglandis viridis, Putamina Nucum Juglandis.)

Die Wallnussblälter werden im Monat Juni im noch nicht völlig ausgewachsenen Zustandegesammelt, schnell an einem sonnigen Orte in dünner Lage getrocknet und zwar so, dass die grüneFarbe möglichst erhalten wird; bei weniger sorgsamem Trocknen werden die Blätter schwarz. Sieschmecken in frischem Zustande widerlich scharf, bitter und herbe und besitzen einen balsamischenGeruch; getrocknet ist der Geruch und Geschmack etwas schwächer. Der wässerige Auszug besitztanfänglich einen süssen Geschmack.

Die in frischem Zustande fleischige, aussen grünliche, innen weissliche, etwas schwammigeFruchtschale wird gesammelt, wenn die Früchte noch nicht ganz reif sind, also ungefähr Ende August.Bei der Reife werden die Schalen schwarz, schmecken sehr herbe und scharf und färben die Hautschwarzbraun. Auch die unreifen Früchte werden zu einer Zeit gesammelt, wo die Kernhülle nochnicht holzig, also leicht mit einer Nadel durchstochen werden kann (etwa im Monat Juli) und entwederzur Herstellung eines Extraktes oder zum Einmachen in Zucker verwendet. Durch das Trocknenverlieren sowohl die Schalen als die unreifen Früchte ihre Schärfe und schmecken mehr bitter.

Bestandtheile. Die Blätter enthalten Gerbstoff ( NucUannin ), einen nicht gährungsfähigenZucker ( Nucit ) und einen krystallinischen Bitterstoff ( Juglandin ). Die grünen Wallnussschalen ent-halten Stärkemehl, Eiweiss, Zucker, Apfelsäure, Phosphorsäure, Kali, Kalkerde, fettes Oel, einen Farbstoff