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1 (1876)
Entstehung
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1102
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Formica.

Aus den Puppen entwickeln siel die vollkommenen Ameisen. In Stelle einesStachels, womit die Biene bewaffnet ist, hat die Ameise eine Drüse, aus welchersie bei der Berührung einen sauren, nicht unangenehm riechenden, auf derHaut aber Brennen erregenden (ameisensäurehaltigen) Saft ausspritzt.

Bestandtheile. Die Ameisen enthalten nach John flüchtiges Oel, fettesOel, Ameisensäure, talgartiges Fett, extractartige Materie, Eiweissstoff undphosphorsauren Kalk, nach Anderen auch Aepfeisäure und Weinsteinsäure.

Einsammlung. Die Ameisen werden in den Monaten Juni und Juli ein-gefangen, indem man Weinflaschen an dem Rande eines grossen Ameisenhaufenseingräbt, so dass ihre innerhalb mit etwas Honig bestrichenen Mündungen4 Ctm. ungefähr aus dem Boden hervorragen, und man um die Mündungendie Ameisenhaufenmasse anhäuft. Die Ameisen laufen in die Flaschen, könnenaber wegen der Glätte der Seitenwände nicht wieder heraus.

Anwendung. Die Waldameise erachtet der Forstmann für ein äussertnützliches Thier. Zunächst aus diesem Gründe hätte man die Anwendungder Ameise in der Therapie längst fallen lassen sollen, um so mehr, als wirnicht in Verlegenheit sind, einen Ameisenspiritus künstlich darzustellen undes auch Substanzen giebt, welche die Ameisensäure, den Hauptbestandteil indem Ameisenspiritus, in Betreff der therapeutischen Wirkung ersetzen. Einheisser Ameisen - Aufguss wird auch zu Bädern benutzt. Auf ein Vollbadgenügen 1,5 Kilog.

Oleum Formicarum, Ameisenöl. Ein Th. frischer zerquetschter Ameisenwerden mit 5 Th. Olivenöl digerirt, ausgepresst, später filtrirt.

Spiritus Formirarum, Ameisenspiritus, Jlierenspiritns. 10 Th. frisch ge-sammelte Ameisen werden mit circa 2 Th. Weingeist besprengt, in einemMörser (nicht eisernen) zerrieben und zerquetscht, dann mit 14 Th. Wein-geist und 15 Th. Wasser in eine Destillirblase eingetragen und darin zweiTage macerirt. Nach dieser Zeit werden 20 Th. durch Destillation abgezogen.Das Destillat enthält circa 10 Proc. Ameisensäurehydrat und etwas einesflüchtigen Oeles. Es muss klar und farblos sein, sauer reagiren und bei einerWärme unter +11° C. mit ^20 seines Gewichtes Bleiessig gemischt in derRuhe einen voluminösen, aus federartigen Krystallen bestehenden, die Flüssig-keit durchsetzenden Niederschlag geben. In wärmerer Temperatur entstehtdieser Niederschlag später, l / 2ganze Stunde nach der Mischung.

Der Ameisenspiritus ist fast nur noch Volksmittel und wird als reizende,stärkende Einreibung bei Rheuma, Gicht, Schwäche der Glieder, Paralyseverwendet.

Tinctura Forini Carum. Ameisentinctur, brauner Ameisenspiritus, eine durchDigestion dargestellte Tinctur aus 2 Th. zerquetschter Ameisen und 3 Th.Weingeist. Diese Tinctur enthält bis zu 15 Proc. Ameisensäurehydrat, flüch-tiges Oel und auch Fett. Beim Vermischen mit Wasser wird sie daher milchig.Sie wird als Einreibung wie der Ameisenspiritus gebraucht.

f- Acidnm formicicnm, Ameisensäure (C 2 H0 3 + H0 oder CH 2 0 2 = 46).

Darstellung. In eine Retorte werden 1000 Th. Glycerin und 250 Th.grobgepulverte Oxalsäure eingetragen, die Retorte in ein Sandbad gestelltund mit einer gut zu kühlenden Vorlage verbunden. Bei genügender Feuerung