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Ferrum tartaricum.
Ferrum tartaricum.
I. Ferrum tartaricum, Ferritartrat, Eisentartrat, weinsaures Eisenoxvd
(Fe 2 0 3 ,3C 4 H 2 0 5 -i-110=287 oder [C 4 H 4 0 4 ]3Fe 2 0 6 + H 2 0 = 574).
Bereitung. Das frische feuchte Ferrihydrat aus 70,0 Ferrisulfatlösung von1,317 spec. Gew. wird in eine Lösung von 22,5 krystallisirter Weinsäure in60,0 destillirtem Wasser eingetragen und darin durch Maceration und öfteresUmschütteln gelöst. Die filtrirte Lösung wird unter Abschluss des Sonnen-lichtes im Wasserbade eingetrocknet, und nach dem Erkalten zu Pulver zerriebensorgfältig in verstopfter Glasflasche vor Tageslicht geschützt aufbewahrt.
Anwendung und Gabe wie vom Ferricitrat. Es wird kaum noch gebraucht.
II. Ferro-Ammonum tartaricum, Ferrum tartaricum ammoniatnm, Ferrumtartaricum cum Amnion«, Ammonnm tartaricum ferratum, Aminonferritartrat (NH 4 0,C 4 H 2 0 5 +Fe 2 0 3 ,C 4 H 2 0 5 ,4H0=274).
Darstellung. 30 Th. Weinsäure, gelöst in 150 Th. destillirtemWasser, werden bis zur Neutralisation mit Aetzammon (68 Th.) versetzt.Nachdem hierauf nochmals 30 Th. Weinsäure zugesetzt und durch Anwendungvon Wärme in Lösung gebracht sind, wird unter fortgesetzter Digestion undbisweiligem Umrühren soviel frisch und aus kalter Lösung gefälltes Ferri-hydrat (aus circa 90 Th. Liquor Ferri sulfuriei oxydati von 1,317 spec.Gewicht) versetzt, bis ein geringer Theil desselben ungelöst bleibt. Die filtrirteFlüssigkeit wird bis auf 140—120 Th. Rückstand eingedampft und durch Auf-streichen auf Glastafeln und Trocknen am lauwarmen Orte zu Lamellen ge-macht. Sonnen- und Tageslicht sind sorgsam davon abzuhalten. Ausbeutemindestens 100 Th.
Eigenschaften. Das Ammonferritartrat bildet amorphe, glänzende, durch-scheinende, granatrothe, in Masse dunkel rothbraune, mild styptisch-süsslichschmeckende Lamellen, welche sich in Wasser leicht, nicht in Weingeist lösen.Es enthält annähernd 30 Proc. Eisenoxyd oder 20,44 Proc. Eisen.
Aufbewahrung. In gut verstopften Glasgefässen vor Tageslicht einigerMaassen geschützt.
Anwendung. Man hat dieses Präparat vorzugsweise bei Chlorose, Chorea,Neuralgien, typhoiden Fiebern, Erysipelas, nervöser Hysterie u. d. m. in Gabenzu 0,3 — 0,5 — 0,8 zwei- bis viermal täglich angewendet. In Deutschland istes kaum in den Gebrauch gekommen.
III. Ferro-Kali tartaricum, Ferrum tartarisatum, Tartarus ferratus purus,Tartarus martiatus purus, reiner Eisenweinstein, Kaliferritartrat (Ka0,C 4 H 2 0 5 +Fe 2 0 3 ,C 4 H 2 0 5 =259).
Darstellung. Das frisch und kalt aus 300 Th. Ferrisulfatlösung (1,317spec. Gew.) durch Ammon gefällte und ausgewaschene Ferrihydrat wird feuchtwie es ist mit 500 Th. kaltem destillirtem Wasser gemischt und mit 80 Th.gepulvertem kalkfreiem Ka 1 i b i tar t rat versetzt, wiederholt umgerührt, alsdann3—4 Stunden in gelinder Wärme des Wasserbades (50—60° C.) digerirt, mit100 Th. destillirtem Wasser und 15 Th. Aetzammon verdünnt und nun an