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1 (1876)
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Ferrum sulfuricum.

Gaben wirkt er ätzend und erzeugt Entzündung der Magenschleimhaut. Mangiebt ihn innerlich zu 0,05 0,10,2 Gm. 3- bis 5mal täglich bei innerenBlutungen, chronischen Katarrhen des Darmkanals, der Lungen und Urogenital-organe, Chlorose, Wurmleiden. Aeusserlich wendet man ihn als Adstringensin Einspritzungen, in Waschungen etc. an bei Schleimflüssen, Nasenbluten, beiAuflockerungen der Bindehaut, bei Hornhautflecken etc. In der Pharmaciedient er zur Bereitung verschiedener Eisenpräparate und als Reagens.

II. Ferrum sulfuricum siccum, Ferrum sulfuricum eisiecatum (Ferrum sul-furicum calcinatum), entwässertes Ferrosulfat, entwässerter Eisenvitriol (Fe0,S0 3 ,H0=85oder FeS0 4 -fH 2 0 = 170).

Darstellung. Man zerreibt die Ferrosulfatkrystalle zu einem groben Pulverund legt dieses zwischen zwei Fiiesspapierschichten dünn, in ungefähr 0,5Centm. dicker Schicht ausgebreitet an einen Ort, welcher 25 30° C. warmist. In einer über 40° hinausgehenden Wärme würde das Salzpulver schmelzenund das Papier tränken. Wenn es sein kann, legt man das Pulver im Sommerfrei in die Sonnenstrahlen. Die Krystallpartikel verwittern oberflächlich inkurzer Zeit und schmelzen dann in die Wärme des Wasserbades gebracht nichtmehr. In letzterer lässt man das Pulver unter bisweiligem Umrühren 2 3Tage, nach welcher Zeit die Verdampfung des Krystallwassers vollendet seindürfte. 100 Th. Krystalle geben 6162 Th. trocknes Salz. Man bewahrtdas trockne Pulver in gut verstopften Gläsern.

Früher wurde das Ferrosulfat bei stärkerer Hitze entwässert und dannmit calcinatum bezeichnet.

Die Pharmacopoea Germanica lässt die Entwässerung in einer Wärmevon 100° C. (wahrscheinlich im Dampfbade) unter Umrühren bewerkstelligen.Es wird nur zur Darstellung der Pilulae Italicae nigrae gebraucht.

III. Ferrum sulfuricum crudum (s. venale), Vitriolum Martis, Yitriolumviride, rohes Ferrosulfat, Eisenvitriol, grüner Vitriol, kupferwasser, eine geringwerthigeHandelswaare.

Der Eisenvitriol ist nie rein, gemeiniglich mit Sulfaten des Mangans,Zinks, Kupfers, der Alaunerde etc. verunreinigt. Eine gute Waare ist ziemlichdurchsichtig, von bläulich-grüner oder grünlicher Farbe und trocken, hier undda mit weissgelblichem Staube beschlagen. Sie bildet grössere Krystallklumpenuntermischt mit einzelnen Krystallen und Bruchstücken derselben. Die grossenKrystalle sind die besten. Mit vielem Krystallgruss untermischte, kleinstückige,an der Oberfläche bräunlichgelbe, so wie eine schwärzlichdunkelgrüne(Schwarzvitriol) Waare ist zu verwerfen oder nur zur Bereitung der Gallustinteoder zu Desinfectionszwecken anwendbar.

Pharmacopoea Germanica fordert durchsichtige Krystalle, von einem Salze,welches leicht verwittert. Es ist dies für eine Drogue, welche nicht medici-nische Anwendung finden darf, eine t orderung, welche ihr Dasein einer Uner-fahrenheit in der Praxis verdankt. Um die krystallinische Beschaffenheitmöglichst zu wahren, muss der Deutsche Apotheker einen sogenannten Revi-sionsvorrath halten, er bewahre daher eine geringe Portion rohen Eisenvitriolin steinzeugnen oder gläsernen Gefässen, nachdem er ihn mit wenig Wasserbesprengt hat. Grössere Mengen pflegt man in Holzkästen oder kleinen Holz-fässern aufzubewahren.

Anwendung. Der Eisenvitriol wird äusserlich zu Bädern (25,050,0 aufein Vollbad) angewendet und besonders zur Desinfection von Fäcalmassen (um