Ferrum sulfuricum.
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Umrühren vermischt. Das Umrühren wird noch 10 Minuten fortgesetzt, hieraufdie Salzmasse in einen Deplacirtrichter gegeben, mit verdünntem Weingeistausgewaschen, dann nach dem Abtropfen des Weingeistes auf Fliesspapier aus-gebreitet und ohne Anwendung von Wärme (am besten im Tages- oderSonnenlichte) und unter bisweiligem Umwenden und Umrühren der Salzmassesoweit abgetrocknet, bis sich an einzelnen Krystallchen verwitternde Ecken(mit der Loupe leicht zu erkennen) bemerkbar machen.
Eigenschaften. Das reine krystallisirte Ferrosulfat bildet zusammenziehendtintenliaft schmeckende, durchsichtige, blass grünlich-blaue, schief rhomboidischeKrystalle (dem monoklinischen System angehörend) oder durch Weingeist ge-fällt ein weisses, blass blaugrünliches Krystailmehl. Das Salz ist bei mittlererTemperatur in 1 i / i Th., bei 100° C. in 1 / 3 bis 1 / 2 Th. Wasser löslich, inWeingeist und Aether aber unlöslich. Die wässrige Lösung ist grünlichblau,reagirt sauer und verwandelt sich unter Sauerstoffaufnahme aus der Luft allmälichin eine Oxyduloxydlösung, welche eine braungelbe Farbe hat und ein gelbesbasisches Ferrisalz absetzt. Beim Liegen an der Luft verwittern die Krystalledes Ferrosulfats, bei einer Temperatur von 30 bis 40° um so schneller, zu einerweisslichen Masse. Sind die Krystalle feucht oder befinden sich dieselbenin feuchter Luft, so werden sie braungelb unter Bildung von Ferroferrioxyd.Erhitzt schmelzen die Krystalle, lassen bei 100° 6 / 7 ihres Krystallwassers ab-dunsten, verlieren aber erst zwischen 250—300° C. das letzte 1 / 1 Krystall-wasser, das sogenannte Constitutionswasser, völlig.
Das aus seiner conc. Lösung bei gewöhnlicher Temperatur in schiefenrhombischen Säulen anschiessende schwefelsaure Eisenoxydul enthält 45,3 Proc.Krystalhvasser. Eine gleiche Zusammensetzung hat das durch gestörte Krystal-lisation gewonnene oder durch Weingeist aus der wässrigen Lösung gefüllteSalz. M itscherlich hat beobachtet, dass aus einer conc. Lösung bei 80° einSalz in geraden rhombischen Säulen mit 32,1 Wasser anschiesst. Dieses Salzsoll auch erhalten werden, wenn man Eisenvitriolkrystalle in Weingeist kocht.
Die gehörig abgetrockneten Eisenvitriolkrystalle, besonders aber das durchWeingeist gefällte und gut abgetrocknete Salz halten sich in verstopften, nichtzu grossen Glasflaschen vorzüglich, doch die geringste Feuchtigkeit, die demSalze anhängt oder durch Berührung mit der Luft herzugeführt wird, disponirtdas Salz zur Oxydation, und die Krystalle beschlagen ocherfarbig oder rost-farbig und werden unansehnlich. Es ist also ganz wesentlich, mit dem schnellnnd sorgsam abgetrockneten Salze trockne und nicht zu grosse Gefässe zufüllen und diese gut zu verstopfen. Auf diese Weise hält sich das PräparatJahre lang untadelhaft.
Prüfung. Eine mit Schwefelsäure angesäuerte Lösung des Salzes darfauf Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser keine farbige Trübung (Kupfer etc.)erleiden, höchstens darf eine nur schwache weisse Trübung (Schwefel, durchEisenoxyd abgeschieden) entstehen. Ein Theil des Vitriols (circa 2 Gm.) wirdin einem Kölbchen mit circa der dreifachen Menge Salpetersäure übergössen^gelind erhitzt, nach dem Aufhören der Gasentwiekelung mit Wasser verdünntund mit Aetzammon in starkem Ueberschusse gefällt. Das farblose Filtratdarf durch Zusatz von Schwefelammoniumflüssigkeit keine weisse (Zink) nochweissliche Trübung (Mangan) geben. Ein anderer Theil des Filtrats einge-trocknet und erhitzt lässt nach dem Glühen einen weissen Rückstand, wennfixe Alkalien gegenwärtig sind.
Der reine Eisenvitriol ist ein kräftiges Eisenmittel und beschränkt beson-ders die Absonderung der Schleimhäute der Verdauungswege. In grossen