1082 Ferrum hypophosphorosum. — Ferrum sulfuratum.
Anwendung. Dieses Präparat, welches das Unglück hat, keinen kürzerenoder empirischen Namen zu haben, ist unbedingt ein herrliches Eisenmedicament,welches wohl eine grössere Beachtung der Aerzte verdiente. Es ist niehthygroskopisch, fast ohne Geschmack und dennoch leicht löslich. Man giebtes zu 0,2—0,5—1,0 drei- bis viermal täglich.
Syrupus Ferri pyrophosphorici, eine Lösung von 2,0 des vorstehendenPräparats in 100,0 Syrupus Sacchari.
Liquor Ferri pyrophosphorici cum Natro eitrico wird wie das Ferri-pyrophosphat mit Ammoncitrat bereitet, nur ist in Stelle des Aetzammons einesolche Menge Natroncarbonatlösung zu verwenden, als zur Neutralisationder Citronensäure erforderlich ist. Dann wird die Flüssigkeit bis auf 1000 Th.verdünnt. Ist ex tempore zu bereiten.
VI. Ferrum hypophosphorosum, Hypophosphis ferrosns. Ferrobypophosphit,unterphosphorigsaures Eisenoxydul (FeO,2HO,PO=93,5 oder [PH 2 0 2 ]2Fe=187).
Darstellung. 10,0 Kalkhypophosphit und 16,4 krystallisirtesFerrosulfat nebst 50,0 kaltem destillirtem Wasser werden in einerFlasche gemischt und eine Stunde macerirt, die Flüssigkeit durch Filtrationgesondert und bei sehr gelinder Wärme zur Trockne abgedampft. Ausbeutecirca 11 Theile.
Eigenschaften. Ein grüngelbliches krystallinisches, der Zersetzung ungemeinleicht unterworfenes Pulver. Wegen letzteren Umstandes ist von dem Ge-brauche desselben abzurathen.
Anwendung. Ein recht überflüssiges Präparat, welches besonders beiPhthysis grosse Erfolge sichern soll. Es dürfte durch ein Gemisch aus Ferro-chlorid und Kalkhypophosphit zu gleichen Theilen jederzeit ersetzt werden.
Syrupus Ferri hypophosphorosi. 3,0 Kalkhypophosphit werdenmit 40,0 destillirtem Wasser übergössen, dann mit 4,7 zerriebenemkrystallisirtem Ferrosulfat versetzt, nach einer Stunde und öfteremgelindem Bewegen der Flüssigkeit filtrirt. Das Filtrat von 37,0 wird mit63,0 Zucker zum Syrup gemacht.
Ferrum sulfuratum.
Ferrum sulfuratum, Ferrosulfid, Sehwefeleiseu (FeS = 44 oder FeS = 88)wird aus chemischen Fabriken von besonders guter Beschaffenheit bezogen undnur im Nothfall versucht man seine Darstellung im Kleinen im pharmaceu-tischen Laboratorium.
1) 60 Th. reine Ei senfeile und 45 Th. sublimirter Schwefel werdenabwechselnd in 0,3 Ctm. dicken Lagen in einen irdenen Schmelztiegel bis zu3 / 4 seines Rauminhaltes unter Drücken eingeschichtet. Dann wird der Tiegel,