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1 (1876)
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Fei.

der Zersetzung und es gehen daraus Umbildungen hervor, die normaler Weisenur in dem tiefer liegenden Verdauungsapparat (Zwölffingerdarm) vor sichgehen sollen.

Anwendung. Die frische Ochsengalle wird löffelweise hypochondrischenHaemorrhoidarien gegeben. Sie wird beim Fleischer bestellt und nochfrisch aus dem geschlachteten Thiere genommen kolirt und dispensirt. Ueberzwei Tage hält sie sich nicht. Damit sie sich einige Tage länger conservirt,ist ein Zusatz von circa 3 Proc. Spiritus aethereus zu empfehlen. Die ökono-mische Anwendung der Ochsengalle zur Reinigung gefärbter wollener Zeugeist bekannt. Ochsengalle für einen weiten Transport oder auf mehrere Tagezu conserviren versetzt man mit 0,51,0 Proc. Aether.

II. Fei Tanri inspissatum, F.vtraetum animale amarnm. eingedickte Rinds-galle. Heissgemachte und durch Leinwand geseihte frische Ochsengalle dampftman sofort in einem porcellanenen Gefässe im Dampfbade ohne umzurührenzur Consistenz eines dicken Extractes ein. Ausbeute 1113 Procent.

Eigenschaften. Die eingedickte Ochsengalle bildet eine grünlich-brauneMasse von dicker Extractconsistenz, von anfangs süsslichem, dann stark bitteremGeschmack und dem eigenthümliehen Gallengeruche. Sie giebt mit Wasserfrisch bereitet eine grünlich - braune, klare, nach längerer Aufbewahrung etwastrübe Lösung. Sie enthält die Bestandteile der Ochsengalle, jedoch zumTheil in verändertem Zustande.

Anwendung. Man wendete dies Präparat früher in denselben Fällen wiedie trockene gereinigte Ochsengalle an. Der gemeine Mann streicht es aufBlase wie ein Pflaster auf und legt es den kleinen Kindern auf den Nabeloder Unterleib zur Vertreibung der Spulwürmer.

III. FelTauri depuratum siecum, Fei Tauri depuratnm, Matrum cliolemieam,Extractum Fellis taurini, gereinigte trockne Ochsengalle. Gleiche Volume frischerOchsengalle und Weingeist werden unter Schütteln durcheinander ge-mischt und zwei Tage bei Seite gestellt, filtrirt, hierauf von dem Filtrat derWeingeist durch Destillation im Wasserbade abgesondert und der Rückstandunter häufigem Umschütteln mit so viel feuchter thierischer Kohle,welche vorher durch Salzsäure gereinigt worden ist, nach und nach versetzt,bis eine der Flüssigkeit entnommene und filtrirte geringe Menge sich nur vonschwach gelber Farbe erweist. Alsdann filtrirt man und macht die Flüssig-keit zu einem trocknen Extract. Ausbeute circa 6,5 Proc.

Eigenschaften. Die trockne gereinigte Galle bildet ein hygroskopischgelblich-weisses Pulver von anfangs süsslichem, dann anhaltend bitterem Ge-schmack und schwachem Gallengeruch. Mit Wasser und verdünntem Weingeistgiebt sie klare, schwach gelbliche Lösungen. Die wässrige Lösung, die beimSchütteln stark schäumt, mit etwas Zucker versetzt, wird auf allmälichen vor-sichtigen Zusatz von concentrirter Schwefelsäure dunkelpurpurroth gefärbt( Pkttenkofer's c h e Gallenprobe) und giebt dann mit vielem Wasser verdünnteine völlig trübe zimmtfarbene Flüssigkeit. Beim Glühen hinterlässt die Galleeinen weissen alkalischen Rückstand.

Die Bestandtheile der trockenen reinen Galle sind vorwiegend Tauro-cholsäure, Glykocholsäure, hauptsächlich an Natron, theils auch an Kali