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1 (1876)
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Dulcamara.

eine dünne gelbliche Korkschicht, darunter ein grünes Zellgewebe oder diechlorophyllreiche Mittelrinde, darauf ein Kreis Bastzellen, endlich eine weiss-

liclie Innenrinde. Das gelb-liche, strahlige Holz zeigt, jenach dem Alter, Jahresringe,welche aus einem sehr porösenFrühjahrsholze und einemdünnen, dichten Herbstholzebestehen. Das Mark ist meistzusammengetrocknet oder ge-schwunden. In der altentrocknen Waare findet manauf dem Querschnitt die Mittel-rinde zerklüftet und theils ander Korkschicht, theils ander Innenrinde hängend.

Im frischen Zustandehaben die Stengel einen wid-rigen, an Mäuseharn erinnern-den Geruch und widrig scharfenGeschmack, der Geruch verliert sich aber beim Trocknen.

Als Verwechselungen werden die Stengel von Lonicera CaprifoliumL. (Geissblatt), Lonicera PericJymenum L. und Humulus Lupulus L. (Hopfen)angegeben, doch sind diese sehr leicht an den gegenständigen Blattnarbenoder Knoten, (}ie bei Solanum Dulcamara abwechselnd stehen, zu erkennen.

Einsammlung. Man sammelt im Herbst die Stengel des 2- und 3jährigenStrauches, spaltet die dickeren Stengel, zerschneidet sie alsbald und trocknetsie an einem schattigen luftigen, zuletzt einige Stunden an einem lauwarmenOrte und bewahrt sie in Blechgefässen und auch Holzgefässen. Nur eine kleineMenge wird in ein feines Pulver verwandelt und in gläserner, gut verstopfterFlasche aufbewahrt.

Bestandtheile. In den Bittersüssstengeln will man mehrere Alkaloide ge-funden haben,, wie Dulcamarin, Picroglykion, Solanin. Solanin magin den jungen Zweigspitzen, den Blättern und Beeren der Pflanze enthaltensein, in den Stengeln ist es höchstens in Spuren vorhanden. Den glycyrrhi-zinartigen Süsstoff hat man Dulcarin genannt. Z wengek , K ind und 0. G melinfanden vor 15 Jahren den für Solanin gehaltenen Bestandteil als eine Ver-bindung von Zucker mit einem eigenthümlichen krystallinischen Alkaloid,Solanidin, welches durch concentrirte Salzsäure unter Wasserabgabe in einamorphes Alkaloid, Solanicin, übergeführt wird.

Anwendung. Die Bittersüssstengel, ein mildes Sudorificum und Diureticum,werden nur der Theorie nach zu den narkotischen Mitteln gezählt, in derPraxis gehören sie zu den unschuldigen. Man braucht sie zuweilen bei Haut-ausschlägen, Skrofeln, Gicht, Leiden der Athmungswerkzeuge als ein die Secre-tionen der Nieren und der Schleimhäute beförderndes Mittel. B oekhaavebrachte sie als ein specifisehes Mittel gegen katarrhalische und Lungenleidenin Huf, als welches sie auch noch heute geschätzt werden.

Extractnm Dulcamarae. Zerschnittene trockene Bittersüssstengel werdenzuerst mit der 4fachen Menge kochendem Wasser übergössen und sechs Stun-