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1 (1876)
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Draeo.

II es in a Drae #nis, Sauguis Dracouis, Draehenblut, Ostindisclies Draclienblut, der

eingetrocknete harzartige Saft der Frucht. Diese Waare kommt in verschie-dener Form in den Handel: a) In Körnern, in erbsen- bis haselnussgrossen,mehr oder weniger rundlichen oder unregelmässig gestalteten, schwarzbraunen,roth bestäubten Stücken oder in Kugeln, welche reihenweise oder perlschnur-artig in Palmblätter eingebunden sind. b) In Kuchen, in glatten, an denKanten abgerundeten, 30 bis 40 Ctm. langen, circa 15 Ctm. breiten und 58Ctm. dicken Kuchen, in Palmblätter eingeschlagen. c) In Stangen. DieseSorte ist die am häufigsten vorkommende und wurde früher, wo sie in 40 Ctm.langen und 810 Millim. dicken, von Schilf- oder Palmblättern umhülltenund mit Stuhlrohrstreifen umwickelten Stangen in den Handel kam, als dievorzüglichste angesehen. Jetzt erhält man diese Sorte in circa 25 Ctm. langenund 22,5 Ctm. breiten, in Palmblatt eingehüllten und mit Bast umschnürtenStangen. d) In Massen. Diese Sorte, welche sich nicht für den Arznei-gebrauch eignet, bildet unförmliche Massen, welche mit weniger Sorgfalt ge-sammelt' sind und daher mancherlei Unreinigkeiten, besonders Schuppen derFrucht der Drachenblutpalme enthalten.

Nicht officinell, jedoch in der Technik verwendbar sind:

Das Westindische oder Amerikanische Drachenblut. Es istdas Harz von Pterocarpus Draco Linn . (Papilionacee). Es kommt nichthäufig und zwar in 2530 Ctm. langen, 22,5 Ctm. dicken, in Blätter ge-hüllten und eingeschnürten Stangen vor.

Das Kanarische Drachenblut. Dieses kommt nur in unförmlichenMassen und auch nur selten vor. Es soll von Dracaena Draco Linn.(eine Asparagee) kommen.

Es giebt noch eine Menge verschiedener Bäume, welche rothe Harzeliefern. Das Ostindische unterscheidet sich aber von allen diesen Harzendurch die in seine Masse eingesprengten Fruchtsehuppen, auch dadurch, dasses aus seiner weingeistigen Lösung durch Aetzammon gefällt wird ( Guibourt).Die Güte des Drachenbluts wird von den Handwerkern und Lackfabrikantenan dem feurigrothen Strich abgeschätzt, welchen das Harz auf rauhem weissemPapier giebt.

Untergeschobene Mischungen aus Harz und Sandelholz ergeben sich beider Auflösung in Weingeist.

Eigenschaften. Das Ostindische Drachenblut ist ein braunrothes, un-durchsichtiges, sprödes, geruch- und geschmackloses Harz, welches zerriebenein zinnoberrothes Pulver giebt, in Weingeist vollständig, in Aether, in fettenund ätherischen Oelen aber nur theilweise löslich, in Petroläther jedoch nichtlöslich ist. In der Wärme schmilzt es unter Verbreitung eines storaxähn-lichen Geruches und verbrennt unter Entwickelung rother Dämpfe.

Bestandtheile. Herberger untersuchte ein Drachenblut in Körnern undfand es bestehend aus 90,7 Proc. amorphem rothem Harz (Draconin), 2 Proc.fetter, in Aether löslicher Substanz, 3 Proc. einer für Benzoesäure gehaltenenSäure, endlich Kalkoxalat und Kalkphosphat.

Anwendung. Das Drachenblut wird von den Aerzten kaum noch gebraucht.Früher galt es als ein styptisches und austrocknendes Mittel für den äusser-lichen Gebrauch, man gab es auch zu 0,20,5 öfters des Tages gegenSpeichelfluss, Lungenauswurf, profuse Schweisse, Durchfall. In der Technik