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1 (1876)
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Dextrina.

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unangenehmem Geruch, oder sehr unrein, oder enthalten zu viel unlöslichesStärkemehl.

II. Dextrina (pura), Dextrinuin Pliarmaeopoeae Germanicae, officinellesDextrin. Es war ursprünglich zur Darstellung der trocknen narkotischenExtracte bestimmt, auch mochten die Verfasser der Ph. Germ, der Ansichtsein, dass man mit Leichtigkeit ein reines Dextrin, welches bekanntlich nichthygroskopisch ist, darstellen könne. Dies letztere ist in praxi nun nicht derFall und das Dextrin, welches nach der gegebenen Vorschrift dargestellt ist,enthält stets grössere oder kleinere Mengen Glykose. Die Folge dieses Um-standes ist, dass die damit bereiteten trocknen Extracte sich sehr hygroskopischerweisen. Findet dieses Dextrin keine therapeutische Verwendung, so niusses als Apotliekenrevisionsobject gehalten werden.

Darstellung. Die Vorschrift der Pharmacopoea Germanica lautet: Mannehme Kartoffelstärke hundertundfünfzig (150) Theile, kaltes de-stillirtes Wasser siebenhundertundfünfzig (750) Theile, krystalli-sirte Oxalsäure vier (4) Theile. Nach sorgfältiger Mischung erwärmeman sie im Dampfbade in einem bedeckten Gefässe und unter öfterem Umrührenso lange, als durch Jodlösung unverändertes Stärkemehl angezeigt wird. Als-dann füge man so viel präcipitirte kohlensaure Kalker.de hinzu, dassdie Säure neutralisirt werde. Hierauf stelle man zwei Tage hindurch an einemkalten Orte bei Seite, filtrire und dampfe die klare Flüssigkeit im Dampfbadeso weit ab, bis die Masse nicht mehr den Fingern anhängt. Diese Massewerde zu Fäden ausgezogen bei gelinder Wärme getrocknet.

Eigenschaften. Reines Dextrin ist trocken, geruchlos, schwach fadeschmeckend, leicht zerreiblieh, dem Arabischen Gummi ähnlich, von 1,5 spec.Gew., und in einem gleichen Gewichte Wasser völlig löslich, in Weingeistunlöslich. Diese wässrige Lösung lässt mit einer doppelten Menge Weingeistgemischt einen reichlichen Niederschlag fallen. In Wasser gelöst färbt essich auf Zusatz von wenig Jodtinktur nicht. Das nach vorstehender Vor-schrift bereitete Dextrin enthält kleine Mengen Glykose.

Ammoniakalische Blciacetatlösung fällt das Dextrin in Gestalt eines pul-pösen, in Wasser unlöslichen Niederschlages (2PbO,C li II 10 O 10 ). Das Gewichtdes ausgewaschenen und getrockneten Niederschlages x 0,4208 = Dextrin.

Gegen Kupferacetat (bei gewöhnlicher Temperatur), Bleiacetat, Ammon-molybdänat, Ferridcyankalium in kalischer Lösung, kaiische Kupferlösung inder Kälte, Aetzalkalilösung, Jodwasser verhält sich reines Dextrin indifferent.Bei einer Wärme von 80100° C. scheidet es aus kalischer Kupferlösungrothes Kupferoxydul ab. Verdünnte Mineralsäuren führen es in der Wärmein Glykose über. Die Polarisationsebene lenkt es nach rechts ab; («)j = 176°.Behufs quantitativer Bestimmung verwandelt man das Dextrin durch Digestionmit verdünnter Schwefelsäure in Glykose und bestimmt mittelst kalischerKupferlösung.

Aufbewahrung. In gut verstopftem Glasgefäss.

Prüfung des Dextrins der Pharmacopoea Germanica.

Es muss mit Wasser eine farblose, völlig klare, weder sauer noch alkalischreagirende Lösung geben, welche mit Jodlösung sich nicht blau oder violettfärben, weder durch Ammonoxalat noch durch Kalkwasser getrübt werden