Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
996
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

996

Dextrina.

Hat der Arzt die Menge der auszukochenden Substanz nicht vorgeschrieben,so wird soviel Wasser aufgegossen, dass man aus einem (1) Theile derSubstanz zehn (10) Theile Colatur gewinnt. Zur Bereitung von zehn (10)Theil-en Colatur einer concentrirten Abkochung (decoctum concen-tratum) verwendet man einen und einen halben (l'/a) Theil der Sub-stanz, und zur Bereitung von zehn (10) Theilen Colatur einer höchst con-centrirten Abkochung (decoctum c oncentratissimum) werden zwei(2) Theile der Substanz genommen.

Dieses Yerhältniss von auszukochender Substanz zur Colatur gilt für Sub-stanzen, welche nicht zu den stark wirkenden Arzneistoffen gehören und indiesem Werke nicht mit einem -{ bezeichnet sind.

Die Menge der starkwirkenden Substanz, also derjenigen, welche in diesemWerke mit einem{ bezeichnet sind, hat der Arzt auf dem Recepte näheranzugeben.

Ueber die Darstellung von Decoctum Althaeae vergl. S. 241 uudüber Decoctum Salep unter Salep.

Dextrina.

Dextrina, Dextrinnm, Stärkegummi, Dextrin (C 12 H 10 O 10 oder C 6 H 10 O 5 = 162)ist von verschiedener Reinheit und zwar je nach dem Zwecke seiner Verwen-dung im pharmaceutischen Gebrauch.

I. Dextrina depnrata, Dextrina amylinea, Amvliiideitrin, gereinigtes Dextrinzur Bereitung der trocknen narkotischen Extracte. Es besteht aus Dextrinund 10 15 Proc. löslicher Stärke oder Amylin. Seine Darstellung gleichtderjenigen des Amylins (vergl. S. 340), nur setzt man die Digestion derflüssig gewordenen Kleistermasse in der Wärme des Wasserbades noch einehalbe Stunde (jedoch nicht länger) fort. Man kann es auch aus einem gutenkäuflichen Dextrin darstellen: 1000 Th. blondes rohes Dextrin,25 Th. präcipitirtes Kalkcarbonat oder weisser Marmor, 50 Th.Knochenkohle werden in ein grobes Pulver verwandelt und mit 2000 Th.kaltem destillirtem Wasser gemischt. Nach zweitägigerMacerationund öfteremUmrühren, lässt man absetzen, giesst klar ab und colirt. Die Colatur wird imWasserbade auf 2 / 3 ihres Volumens eingeengt und noch warm mit 2500 Th.90-procentigem Weingeist gemischt. Nach circa dreistündiger Ruhe aneinem kalten Orte giesst man die weingeistige Flüssigkeit ab, bereitet denbreiigen Bodensatz auf porcellanenen Tellern aus, trocknet ihn in einer Wärmevon circa 60° C., verwandelt ihn in Pulver etc. Ausbeute 600800 Theile.

Dieses Dextrin bildet ein weisses oder weissliches, nicht feucht werden-des, in Wasser ziemlich klar lösliches Pulver, dessen Lösung mit Jodwassereine violettblaue Farbenreaction giebt.

Die im Handel vorkommenden Dextrinsorten, welche in der Kattun-druckerei in grossen Massen verbraucht werden, können zur Darstellung dertrocknen Extracte nicht verwendet werden, denn sie sind entweder von sehr