Cupruin sulfuricum. — Curara. 987
Arcana. Eau Berger, zum Färben der Haare. Zwei nach einander zu appli-cirende Flüssigkeiten. No. I ist eine Lösung von 1,3 Kupfervitriol, 0,25 Nickel-oxydnitrat, 30,0 destillirtem Wasser, 4,0 Salmiakgeist. No. II ist eine Lösung vonSchwefelkalk, erhalten durch Einleiten von Schwefelwasserstoffgas in Kalkmilch,bis nichts mehr davon aufgenommen wird, und Filtriren von überschüssigem Kalk.(W. Engelhardt , Analyt.)
Injection de Marinier und Collyre de Marinier werden durch Lösung von0,5—1,0 der folgenden Zusammensetzung in 100,0 Wasser dargestellt, Lapidisdivini triti 10,0 Extracti Opii 0,5 et Mucilaginis Gummi Arabici 1,5. Misce, ut fiattabula, quae siccetnr. ( Hager , Analyt.)
Sampso's Injection, eine Lösung von 3,0 Lapis divinus in 150,0 Wasser.
Servesta, Haarwaschmittel zur Beförderung und Verschönerung des Haarwuchsesvon Nitsit . 0,09 Kupfervitriol, 0 ,12 Zinkvitriol werden in 8 ,0 Wasser gelöst, 0 ,6kohlensaures Ammoniak hinzugefügt, und nachdem sich auch dieses gelöst hat, 40 ,0(gelbes) Glycerin, 80,0 Weingeist von 60Proc. und einige Tropfen Bergamottöl zuge-mischt. 125,0 = 1 Mark. ( Wittstein , Analyt.)
Curara.
•f-f Curara, Curare, Vorara, Woorara, Urari, Ticnnas - Gift, Pfeilgift, Kurare,
ein schwarzes extractartiges (dem Lakrizensaft nicht unähnliches) Pfeilgift,welches die Indianer in Spanisch-Guiana und dem nördlichen Brasilien bereiten,dessen Abstammung aber unbekannt ist. In letzterer Beziehung werden angegeben:Paullinia Gururu L inn , (eine kletterstrauchartige Sapindacee Westindiens,Guianas und Columbiens), welche eine sehr giftige Wurzel und giftige Samenhat; ferner Strychnos toxifera Schomburgk und andere Strychnaceen. LetztereAbstammung hat die grössere Wahrscheinlichkeit für sich. Es kommt ausBritish-Guiana, in Töpfen oder Kalabassen zu einem enorm hohen Preise inden Handel.
Eigenschaften. Kurare bildet ein trockenes braunschwarzes harzreichesExtrakt von sehr bitterem Geschmack. Es ist in Wasser, absolutem Weingeist,Aether nur zum Theil löslich, fast vollständig löslich in wässrigem Weingeist(mit rother Farbe). Die Lösungen sind neutral. Seine giftigen Bestandtheilegiebt es an Wasser, auch an sauer und alkalisch gemachtes Wasser ab.
Aufbewahrung. In der Reihe der [Gifte, neben Strychnin und anderenähnlichen Giften.
Bestandtheile. Als giftigen Bestandtheil des Kurare haben R oulin, B ous-singault, P reyer ein sauerstofffreies Alkaloid, Curarin genannt, isolirt.(Siehe unten). Verschieden von dem Kurare sind die aus Ostasien kommendenPfeilgifte, wie Upas Tieute, Upas Antjar, von welchen ersteres Strychninund Brucin, letzteres Antiarin enthält.
Anwendung. Kurare ist gegen Gesichtskrampf, Blepharospasmus, Epilepsie,Chorea, Tetanus und als Gegengift des Strychnins empfohlen worden. Da dasdurch den Handel bezogne Kurare sich von verschiedener Beschaffenheit unddaher von ungleicher Wirksamkeit erwiesen hat, so ist auch die Gabengrösse