Cuprum.
971
und in Aetzammon. Die Lösung des Cuprooxyds in Aetzammon ist farblos,wird aber an der Luft blau. Kaliumferroeyanid und Kaliumrliodanid erzeugenin der Cuprosalzlösung einen weissen, an der Luft sich aber braunfärbendenNiederschlag.
Behufs quantitativer Bestimmung fällt man das Kupfer mittelst Zinks(Zinkstaubes) metallisch aus, kocht es mit Salzsäure, wäscht es mit Wasserund trocknet es. Cu x 1,252366 = CuO. Cux2,5142 = CuO,SO 3 . Oder manfällt es als Kupferoxyd oder Schwefelkupfer und glüht. Beide Verbindungen(CuO u. Cu 2 S) haben einen gleichen Procentgehalt (79,85) Kupfer. Dievolummetrische Bestimmung beruht auf dem Schema 2(Cu0,S0 3 ) und 2KJgeben Cu 2 J und J und 2(K0,S0 3 ). Ein Aeq. Jod entspricht also 2 Aeq. Kupfer.Nach Weil wird eine salzsäurehaltige kochendheisse Cuprichloridlösung durchStannochlorid entfärbt (2CuCl und SnCl geben Cu 2 Cl und 8nCl 2 ). Der geringsteStannochloridüberschuss wird in der Tupfprobe durch Sublimatlösung erkannt,indem Kaloniel abscheidet. Cuprooxyd wird mit Ferrisulfatlösung digerirt unddann das entstandene Ferrosulfat bestimmt. Cu 2 0 und Fe 2 0 3 ,3S0 3 geben 2CuOund 2(Fe0,S0 3 ).
Kupfer als Gift. Der Nachweis des Kupfers in Contentis, Theilendes menschlichen Körpers, Speisen bietet keine Schwierigkeit. Wesentlich istdie quantitative Bestimmung, da sowohl im menschlichen Körper (in Leberund Nieren), Speisen etc. Spuren Kupfer angetroffen werden können, ohnedass eine Kupfervergiftung vorliegt. Untersuchungsobjecte sind Faeces,Erbrochenes, Contenta, Leber, Blut. In den meisten Fällen wird eine Ver-mischung der Untersuchungssubstanz mit Natroncarbonat und Salpeter undEinäscherung das sicherste Material zur Darstellung der Giftlösung liefern.Alis der höchst wenig sauren salzsauren Lösung des Kupfers fällt man entwedermittelst Schwefelwasserstoffs und wäscht das gefällte Cuprisulfid mit Schwefel-wasserstoffwasser aus etc. oder man fällt aus der stark sauren salzsauren Lösungmittelst reiner Zinkstäbe. Sobald sich diese mit einer Schicht Kupferflockenbedeckt haben, nimmt man sie aus der Flüssigkeit, stellt sie einige Minutenin heisses Wasser, welches circa 1 Proc. Salzsäure enthält, nimmt sie heraus,lässt sie trocknen (was schnell geschieht, da sie heiss sind), schabt mit einemMesser auf einem weissen Bogen Papier das Kupfer ab, und stellt die Stäbewieder in die Giftlösung. Diese Operationen werden so oft wiederholt, alsdie Zinkstäbe innerhalb einer Stunde farbig beschlagen. Das gesammelteMetall wird mit verdünnter Salzsäure eine Viertelstunde digerirt, mit Wasserund Weingeist abgewaschen, getrocknet und gewogen.
Kupferlegirungen. Kupfer und Zink in verschiedenen Verhältnissenbilden Messing, Tombak; Prinzmetall besteht aus 75 Kupfer und 25 Zink;Chrysorin, Mosaikgold aus 66,6 Kupfer und 33,3 Zink; Aich- oderSterometall aus 60 Kupfer, 40 Zink und 0,5 — 3 Eisen; Similor oderManheimer Gold aus 83,5 Kupfer, 9,5 Zink, 7 Zinn; Goldschaum oderunächtes Blattgold aus 78 — 84 Kupfer, 22 — 16 Zinn; Bronzepulveraus 83 — 96 Kupfer, 17 — 3 Zink, 0,1—0,3 Eisen; Wiener Tombak aus97 Kupfer und 3 Zink; Argentan oder Neusilber aus 40 — 60 Kupfer,30—20 Zink, 20—10 Nickel; Piksch-Baudoin's Silberimitation aus 71Kupfer, 16,5 Nickel, 1,75 Kobalt, 2,5 Zinn, 1,25 Eisen, 7 Zink (und 1,5 Alumi-nium); Britanniametall aus 1—10 Kupfer, 80—90 Zinn, 3 — 20 Antimon,0,5 — 5 Zink. Bronze ist eine Legirung aus Kupfer und Zinn in verschie-denen Verhältnissen, oft mit kleinen Mengen Zink und Blei; Aluminium-bronze: 89,5 Kupfer, 10,5 Aluminium.