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1 (1876)
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Cuprum.

Luft von ihm abgehalten ist. In Berührung mit diesen Säuren und der Luftaber oxydirt es sich schnell und bildet mit den Säuren Salze. Man kannviele saure Flüssigkeiten in kupfernen Gefässen kochen, ohne dass sie kupfer-haltig werden, denn der Dampf der Flüssigkeit hindert die Berührung derLuft mit dem Kupfer; lässt man aber die gekochte Flüssigkeit in denselbenGefässen erkalten, so tritt die Oxydation des Kupfers alsbald ein und diesaure Flüssigkeit wird kupferhaltig. Unter denselben Umständen werden auchviele Flüssigkeiten kupferhaltig, wenn sie Salze enthalten, die mit Kupferoxydlösliche Verbindungen eingehen. Fette und Oele in kupfernen Gefässen auf-bewahrt werden gleichfalls kupferhaltig in Folge der Bildung von Fettsäuren.Auf dieses Verhalten hat man stets Rücksicht zu nehmen, wenn man kupferneGefässe in Gebrauch zieht. Bei Abschluss der Luft vermag die Salzsäure keinKupfer aufzulösen, concentrirte Schwefelsäure wirkt nur beim Erhitzen auf dasKupfer, Salpetersäure löst dagegen das Kupfer sehr leicht, wobei salpeter-saures Kupfer entsteht und Stickoxyd entweicht. Aus seinen Lösungen wirddas Kupfer durch Eisen, Zink, Blei, Zinn, Kadmium, Wismuth, Nickel, Phos-phor gefällt. Silber und Quecksilber werden aus ihren Lösungen durch Kupferabgeschieden.

Chemie und Analyse. Die Kupferoxydsalze oder Cuprisalze mit Säuren,welche farblos sind, sind im wasserfreien Zustande farblos oder doch fastfarblos, im wasserhaltigen Zustande blau oder grünblau gefärbt. Die neutralenCuprisalze reagiren sauer. Beim Erhitzen der Salze verflüchtigt sich die Säure,wenn sie bei Glühhitze flüchtig ist, und Cuprioxyd bleibt im Rückstände. Ausden Cuprisalzlösungen fallen bei Abwesenheit der Weinsäure, Citronensäure etc.,die fixen Aetzalkalien blaues Kupferoxydhydrat, in der Siedehitze desWassers schwarzes oder wasserfreies Cuprioxyd. Im letzteren Falle scheidetbei Gegenwart von Traubenzucker oder Milchzucker gleichzeitig rotlies Cupro-oxyd (Kupferoxydul) aus. Bei Gegenwart von Ammonsalzen fällt Aetzalkalischwarzes Cuprioxyd nur in der Siedehitze vollständig. Die Carbonate derfixen Alkalien verhalten sich dem Aetzalkali ähnlich. Aetzammon undAmmoncarbonat fällen grünliches basisches Salz, mit blauer Farbe ineinem Ueberschusse des Auflösungsmittels löslich. Jodkalium fällt untergleichzeitiger Abscheidung von Jod alles Kupfer als Cuprojodid. Setzt manzuvor Natronsulfit oder Schwefligsäure hinzu, so bleibt die Flüssigkeit farblos. Oxalsäure fällt bläulich weisses Oxalat, unlöslich in Essigsäure, Kalium-ferroCyanid fällt selbst aus sehr verdünnter Lösung dunkelbraunrothes, inverdünnter Salzsäure und Schwefelsäure unlösliches Cupriferrocyanid. Kalium-rhodanid fällt aus nicht zu verdünnter Lösung schwarzes Cuprirhodanid,bei Gegenwart von Schwefligsäure weisses Cuprorhodanid. Schwefelwasser-stoff erzeugt sowohl in der sauren Lösung (Unterschied von Eisen, Mangan,Kobalt, Nickel, Zink), als auch in der alkalischen Lösung (Unterschied vonArsen, Antimon, Zinn) braunschwarzes Cuprisulfid. Dieses ist etwas löslieh inSchwefelammonium, leicht löslich in Salpetersäure und auch in Kaliumcyanid-lösung (die Sulfide des Bleies, Cadmium, Quecksilbers, Wismuths sind in Kalium-cyanid nicht löslich). Blankes Eisen in eine mit Salzsäure schwach angesäuerte,nicht zu concentrirte Lösung gestellt überzieht sich mit einer metallisch glän-zenden kupferfarbenen Schicht. Dieser Ueberzug erfolgt noch bei 12000facherVerdünnung, jedoch nicht oder doch unvollkommen bei Gegenwart vonNitraten oder Tartraten (wie solche in den Pflanzenextracten häufig vorkommen).Einer sauren Flüssigkeit lässt sich das Kupfer auch durch Zink entziehen.

Die KupferoxyduIsalze oder Cuprosalze sind meist farblos, die neu-tralen in Wasser unlöslich oder schwerlöslich, aber leichtlöslich in Salzsäure