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Croton.
Um mit aller Sicherheit ein gutes Krotonöl zu erlangen, wird die Dar-stellung im Laboratorium versucht.
Darstellung. Der vom Droguisten bezogene Krotonsamen wird von denschlechten Samen, besonders denen mit zerbrochner Schale befreit und dannin ein gröbliches Pulver verwandelt. Das Pressen geschieht ganz in derselbenArt, wie bei der Bereitung des Oleum Amygdalarum , nur unter Anwendungeiner geringen Wärme. Man hüte aber wohl beim Arbeiten Nase undAugen vor dem scharfen Dunste des Krotonöls, man vermeideauch jede directe Berührung mit der blossen Haut. Die Ausbeutebeträgt hier bis 30 Proc. Oel. Dann zieht man den im Pressrückstande ver-bliebenen Oelrest noch mit Weingeist (bei 50 — 60° C.) oder Aether aus undvermischt ihn nach dem Abdestilliren des Lösungsmittels mit dem zuerstgepressten Oele. Behufs Darstellung kleiner Portionen werden die von denSchalen befreiten Samen in der Kälte, am besten bei Winterfrost, grob gepul-vert und mit Schwefelkohlenstoff auf dem Verdräifgungswege extrahirt. Dievorausgehende Maceration dauert 2 Tage. Der Schwefelkohlenstoff wird vor-sichtig (bei 40 bis 50° C.) abdestillirt, das Oel einige Zeit bei Seite gestelltund filtrirt. Die Ausbeute beträgt hier circa 40 Proc. Schlechte Kroton-samen, auch die Presskuchen werden wegen ihrer Giftigkeit nicht weggeworfen,sondern in irgend einer Feuerung verbrannt.
Eigenschaften. Das Krotonöl ist ein fettes, gelbbraunes, wie Baumöl dick-flüssiges, frisch bereitet etwas trübes Oel. Es ist in 40—60 Th. 90procentigemWeingeist zum grössten Theile oder ganz löslich. Das ungelöst bleibende istohne drastische Wirkung. In concentrirter Schwefelsäure in der Kälte, sowie in Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Petroläther ist das Krotonölleicht löslich. Die Auflösung in Schwefelsäure giebt, mit Wasser geschüttelt,eine gelbrothe trübe Flüssigkeit und scheidet eine rothe Fettsubstanz ab. DerGeruch des Oels ist gering und nicht characteristisch, der Geschmack ist an-fangs mild, dann liintennach sehr scharf und anhaltend schmerzhaft brennend.Spec. Gew. 0,940 — 0,955. Ein trübes Oel gilt als das wirksamere, das nurdurch Pressung gewonnene als das weniger wirksame.
Bestandtheile. Das Krotonöl enthält die Glyceride der Stearinsäure,Palmitinsäure, Oleinsäure, ferner (nach Geuther und Fröhlich ) Tiglinsäure,Valeriansäure, Buttersäure, Essigsäure und Crotonol, welches letztere (nachSchlippe ) der reizende, auf der Haut Entzündung - machende Bestandtheil istund in reiner Gestalt eine terpenthinartige Substanz bildet.
Aufbewahrung. Weil das Krotonöl aus der Luft leicht Sauerstoff aufnimmtund ranzig wird, so hebt man es in kleinen, ganz gefüllten und gut mitKorken geschlossenen Flaschen vor Licht geschützt in der Reihe der stark-wirkenden Arzneistoffe auf.
Prüfung. Diese bietet Schwierigkeiten. Zunächst unterscheidet sich dasKrotonöl von anderen fetten Oelen (Ricinusöl ausgenommen) durch eine grössereLöslichkeit in 90procentigem Weingeist. Das Löslichkeitsverhältniss ist keinbestimmtes. Es löst- sich das Krotonöl in 35 — 60- Th. Weingeist bei circa20° C. Die Prüfung auf Ricinusöl und andere fette Oele (Sesamöl, Olivenöletc.) ergeben sich leicht aus der Elaidinprobe. Man giebt circa 50 Tropfendes Oels, circa 4,0 der offic. reinen Salpetersäure und circa 0,4 Gm. Kupfer-blechschnitzel in einen Reagircylinder, schüttelt um und stellt bei Seite. ReinesKrotonöl wird anfangs etwas heller, nach 10—20 Stunden ist das Oel dick-