Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
955
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Crocus.

955

fast unverändert herum. Die Beimischungen von fremden Blumentheilenoder ausgezogener Safran dagegen zeigen sich bald als entfärbte oder gelb-liche, blassbräunliche, fahle, durchsichtige, der Länge nach gestreifte etc. Häuteneben den dunklen Safranfäden. Auch nehmen die Blumenblätter ihre natür-liche Form in Folge der Einweichung hierbei an, so dass sie ohne alleSchwierigkeit zu erkennen und zu unterscheiden sind. Auf diese Weise wer-den die Substanzen a, b, c, d. e. f schnell und sicher erkannt.

Im Wasserbade kann der Safran 12 1 / 2 Proc. Feuchtigkeit verlieren,was darüber ist, ist absichtlich vermehrte Feuchtigkeit. Honig, Dextrinund Gummi werden durch das Aneinanderkleben der Crocusfäden, wenn mandiese etwas zusammengedrückt trocknen lässt, erkannt. Zucker und Glycerinsammelt man durch schnelles Abwaschen des Safrans mit kaltem Wasser. Einfettiger, auch der mit Glycerin beschwerte Safran macht zwischen Papiergedrückt Fettflecke.

Prüfung des gepulverten Safrans auf Verfälschungen. Das Safran-pulver wird mit conc. Schwefelsäure gemischt. Die Mischung wird indigblau.Der wässrige filtrirte lauwarme Aufguss darf durch Silbernitratlösung wederin der Farbe verändert, noch gefällt ( Flores Carthami, Hoves Calend.) wer-den, beim Erwärmen Silber nicht reducirt abscheiden. Zuweilen tritt eine nurschwache Trübung ein. Auf Zusatz von Eisenoxydulsalz darf nur eine dunklerebraunrothe Färbung eintreten, nicht aber eine schwärzlich braune oder mehroder weniger schwarze ( Mores Cartliami, Mores Punicae Granati, FloresCalendulae).

Aufbewahrung. Durch schlechte Aufbewahrung und langes Liegen ver-liert der Safran nicht allein sein gutes Aussehen, indem seine rothe Farbeeinen bräunlichen Ton annimmt, auch sein Geschmack, Geruch und seinemedicinische Wirksamkeit gehen allmälig verloren. Sonnenlicht bleicht ihn.Entweder bewahrt man ihn in Glashäfen, die man vor Tageslicht schützt, oderin Büchsen aus Weissblech. Da Safran etwas hygroskopisch ist, so muss seinPulver in dicht verkorkten Flaschen und vor Tageslicht geschützt aufbewahrtwerden.

Das Pulvern des Safrans ist leicht, wenn er trocken ist. Wegen seinesGehalts an flüchtigem Oel darf die Trocknung nur bei sehr gelinder Wärmeausgeführt werden. Das Pulver ist dunkelorangeroth.

Bestandtheile. Nach Bouillon-Laghange und Vogel enthalten 100 Th.lufttrockner Safran: Wasser 10, flüchtiges Oel 1,04, Gummi 6,5, Safranfarb-stoft' 65, wachsartige Materie 0 ,5, parenchymatösen Stoff 10. Das flüchtigeOel bedingt den Geruch und Geschmack des Safrans. Durch Destillation kannes nicht vollständig abgetrennt werden, weil der Safranfarbstoft' einen Theilzurückhält. Getrockneter Safran giebt 57 Proc. Asche. Der Farbstofl desSafrans, Polychroi't oder Cr-ocin genannt, ist ein Glykosid und in seinemreinen Zustande noch wenig bekannt. Säuren spalten ihn in Crocetin undTraubenzucker. Durch Wasser und Weingeist lässt er sich aus dem Safranausziehen, in Aether ist er nicht löslich. Er ist die Ursache, dass Safran-pulver mit conc. Schwefelsäure indigblau, durch Salpetersäure grünlich gefärbtwird. Trockner Safran enthält circa 5 Proc. Crocin, durch Chloroform oderPetroläther daraus extrahirbar. Directes Sonnenlicht wirkt entfärbend.

Safranin ist ein Oxydationsproduct aus Toluidin enthaltendem Anilinund ein das Safflorroth ersetzender Farbstofl" in Form eines metallisch glän-zenden Pulvers mit grünlichem Reflex, in Weingeist löslich, in concentrirterSchwefelsäure mit blauer Farbe löslich. Er dient zum Rosafärben der Seide.