954
Crocus.
lockeren Filze in einander geflochtenen, gekrümmten und gedrehten, faden-artigen, 3 — 4 Ctm. langen, an dem unteren Ende blassgelben und dünnen,
an dem oberen Ende rinnig-plattgedrückten, keil-förmig erweiterten und glänzend dunkelrothen, amEndrande kerbiggezähnten, häutigen, biegsamen,zähen Narbenlappen, mitunter mit weisslichen oderblassgelben Fäden (den Griffeln) untermischt. DerGeruch ist stark gewürzhaft, narkotisch, der Ge-schmack bitterlich, gewürzhaft, etwas scharf. Safranist etwas hygroskopisch.
In Deutschland trifft man im Handel gewöhnlichden Oesterreichischen und Französischen an. DerOesterreichische Safran besteht aus grossenbreiten dunkelrothen Blumennarben, von starkemgewürzhaftem Geruch. Vom Französischen Safranunterscheidet man Safran de Gatinais , welcher zuGatinais bei Orleans in dem Departement Loiret ge-baut wird und an Güte der Oesterreichischen Sortewenig nachsteht. In Frankreich'selbst unterscheidetman den durch künstliche Wärme getrockneten, welcherein schöneres lebhafteres Aussehen hat, als Safran(IOrange (a la mode), und den an der Sonne ge-trockneten, weniger geschätzten als Safran comtat.Da der Safran einen hohen Preis hat, so ist er ganzbesonders eine Waare, welche der Verfälschung unter-liegt. Gepulverter Safran ist immer verfälscht, es giebt sogar besondereFabriken für gemahlenen Safran, welcher kaum eine Spur Safran enthält.Verfälschungsmittel des ganzen Safrans sind:
a) Mit Weingeist ausgezogener Safran.
b) Staubbeutel verschiedener Crocus- Arten.
c) Gefärbte Fasern geräucherten Rindfleisches.
d) Geschnittene rothe oder gelbe und rothgefärbte Blumenblätter z. B. vonPunica Granatum, Carthamus tinctorius, Scolymus Hispanicus, Amicumontana. Calendula officinalis etc.
e) Die blassgelben oder künstlich rothgefärbten fadenförmigen Griffelendenvon Crocus sativus, welehe mit etwas gutem Safran vermischt unterdem Namen ,, Femmelle " einen Handelsartikel bilden.
/) Künstlich gefärbte Narben anderer Crocks-Arten. Iiier ist oft die Formder Griffellappen entscheidend. Die Narben von Crocus vernus sindkürzer, vorn tutenförmiger und tiefer gekerbt. Die Narben von Crocusspeciosus sind gabelspaltig getheilt.ff) Getrocknete, gefärbte und geölte Keime von Gramineen und Caricineen
oder junge Pflänzchen dieser Arten (z. B. von Carex capillaris).K) Safran beschwert mit Wasser, Zucker, Dextrin, Gummi, Honig, Glycerin,Fett, Gyps, Kreide, mit Honig und Kreide, mit Kalknitrat.Zur Erkennung einer Verfälschung des Safrans prüfe man zunächt denGeruch und Geschmack und unter Beihülfe von Loupe und Pincette das Aus-sehen und die Form. Dann nimmt man ungefähr 0,5 und übergiesst mit circa5 CC. der reinen officinellen Salpetersäure, welche mit ihrem halben VolumWasser verdünnt ist. Hierbei darf keine Gasentwickelung stattfinden. Wirdnun die Mischung circa 5 Minuten bei Seite gestellt, so bleibt die Flüssigkeitklar und in derselben schwimmen die Safrannarben in ihrer natürlichen Farbe
Fig. 241.
Safran. I. jtfarbe, 1 facheLin.-Vergr.2.EinNarl)enlappen,4facheLin.-Vergr. 3. Ein Stückdes Narbenlappenrandes mitPapillen besetzt, 120 facheLin.-Vergr.