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Chamomilla.
Olivenöl bei offenem Gefäss im Dampfbade unter bisweiligem Umrührenerhitzt, bis der Weingeist verflüchtigt ist. Hierauf wird ausgepresst, dieColatur einige (4) Tage bei Seite gestellt und dann durch ein vorher ausge-trocknetes und noch warmes Papierfilter gegossen. Es ist eine klare gelb-grünliche ölige Flüssigkeit. Es muss in dicht geschlossener Flasche vor Tages-licht geschützt aufbewahrt werden. Dieses Kamillenöl wird nur zum Ein-reiben, auch für sich oder mit Eigelb emulgirt zu Klystiren gebraucht.
Oleum Cliamomillae tliereb intliinatum, gewonnen durch Destillationaus 1000 Th. (trockenen) Kamillen, übergössen mit 15 Theilen Terpen-thinöl, und der genügenden Menge Wasser. Das frisch bereitete Oel istvon blauer Farbe, welche aber trotz aller Vorsicht bei der Aufbewahrung nursehr kurze Zeit dauert und in Gelb und Braun übergeht. Es war dieses Oelfrüher officinell, ist wahrscheinlich aber nie in den Gebrauch gekommen. Manbrauchte es zu antispastischen Einreibungen.
Syriipiis Chamomillae, kamillensyrup , Kamillensaft. 50,0 Kamillen,übergössen mit 150,0 heissem gemeinem Wasser und 150,0 Kamillen-wasser werden zwei Stunden im Wasserbade digerirt, dann ausgepresst, dieColatur zwei Tage an einem kalten Orte bei Seite gestellt, filtrirt und 230,0des Filtrats nach Zusatz von 40,0 Weingeist und 450,0 weissem Zuckerdurch Digestion im Wasserbade in bedecktem Gefässe zum Syrup gemacht.
Tinctura Cliamomillae wird durch Digestion aus 1 Tli. Kamillen und5 Th. verdünntem Weingeist bereitet. Ist nicht gebräuchlich.
II. Anthemis nobihs Linn ., Römische Kamille, eine ausdauernde, im süd-lichen Deutschland, in Frankreich, Belgien, England einheimische, in Deutschlandcultivirte Composite, aus der Abtheilung der Anthemideae oder Senecionideae.
Flores Cliamomillae Romanae, Flores Anthemidis, Römische Kamillen, die
getrockneten gefüllten Blüthenköpfchen der cultivirten Pflanze. Blüthenkopf
Fig. 200. Blütlie von Anthemis nobilis ; a einfache wilde, 5 zum grössten Theile gefüllte,c Verticaldurchschnitt des Blütlienbodens.
fast 2,3 Ctm. im Durchmesser. Markiger, gewölbter oder konischer Bliithen-boden, bedeckt mit stumpfen, am Rande und der Spitze trockenhäutigen,doppeltgesägten Spreublättchen. Unregelmässig 3zähnige, viernervige Blüthen-