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1 (1876)
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804
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Cerevisia.

man denselben heraus und wäscht ihn wiederholt mit reinem Wasser ab. Siehter nunmehr wieder ebenso weiss aus wie vor dieser Behandlung (ein etwaverbliebener Stich ins Graue bleibt unbeachtet), so ist dadurch die Abwesen-heit der Pikrinsäure erwiesen, denn bei deren Gegenwart hätte die Wolleeine gelbe, nicht wieder wegzuwaschende Farbe angenommen.

b) Der übrige (grössere) Tlieil des Syrups wird mit dem sechsfachen Ge-wichte reinen Benzins (von 80° C. Siedepunkt) eine Zeit lang geschüttelt,dieses abgegossen, die Operation mit neuem Benzin noch einmal wiederholtund beide Decanthate, von denen das erste dadurch nur etwas gelblich gewor-den sein, das zweite aber an seiner Farblosigkeit kaum etwas eingebüsst habenwird, in gelinder Wärme verdunstet. Der dabei hinterbliebene blass gelblicheFirniss kann möglicherweise Brucin, Strychnin, oder Colocynthin enthalten.

Um hierüber Gewissheit zu erlangen, nimmt man von dem Verdampfungs-rückstande 3 Proben, giebt sie in Porzellanschälchen, betupft die erste mitSalpetersäure von 1,33 bis 1,40 spec. Gew., die zweite mit concentrirter Schwe-felsäure, und die dritte, nachdem ein paar Körnchen Kalibichromat zugesetztsind, ebenfalls mit conc. Schwefelsäure. Eine durch die Salpetersäure hervor-gerufene rothe Farbe deutet sicher auf Brucin, eine dadurch entstandeneviolette Farbe auf Colcliicin, eine durch Schwefelsäure allein hervorgerufenerothe Farbe auf Colocynthin, und eine durch diese Säure und das Kali-bichromat erzeugte purpurviolette Farbe auf Strychnin.

Ist die eine oder andere dieser Färbungen eingetreten, so besitzt derVerdampfungsrückstand auch einen äusserst bitteren Geschmack. Sind dieFärbungen ausgeblieben, also keiner der genannten Bitterstoffe zugegen, sowird man dessungeachtet den Verdampfungsrückstand bitter schmeckend finden,dies ist dann aber ein ganz anderes Bitter und erinnert deutlich an das wohl-bekannte Hopfenbitter.

c) Den mit Benzin behandelten Verdampfungsrückstand befreit man durchgelindes Erwärmen von dem noch anhängenden Benzin, und schüttelt ihnhierauf ebenso zweimal mit reinem farblosen Amylalkohol (von 132° C. Siede-punkt) aus. Die zuerst angewandte Portion Amylalkohol nimmt dadurch eine mehroder weniger wein- bis goldgelbe Farbe an. Er würde etwa vorhandenes Pikro-toxin oder Aloe aufgenommen und dadurch einen stark bittern Geschmackangenommen haben; ist keiner dieser beiden Bitterstoffe zugegen, so schmecktder Amylalkohol auch nicht bitter, weil weder das Hopfenbitter noch dieübrigen vier Bitterstoffe (Absinthiin, Gentipikrin, Menyanthin und Quassiin) inden Amylalkohol übergehen.

Zur Unterscheidung des Pikrotoxins von der Aloe giesst man einenTheil der zuerst erhaltenen Amylalkohol-Ausschüttelung auf eine Glasplatte undlässt an der Luft bei gewöhnlicher Temperatur verdunsten. Kommen dabeifeine weisse krystallinische Ausscheidungen zum Vorschein, so ist Pikrotoxinzugegen; im verneinenden Falle hätte man Aloe vor sich, die aber dann auchan dem ihr stets hartnäckig anhaftenden eigenthümlichen safranartigen Gerücheerkannt werden kann.

d) Den mit Benzin und mit Amylalkohol behandelten Verdunstungsrückstandbefreit man von dem kleinen Reste anhängenden Amylalkohols vermittelst Auf-saugens durch Fliesspapier (Verdunsten in der Wärme würde wegen des hohen Siede-punktes des Amylalkohols unpraktisch sein), und schüttelt ihn hierauf mitwasserfreiem Aether aus. Dieser nimmt das noch vorhandene Hopfenbitterund das Absinthiin auf; in dem Verdunstungsrückstande lässt sich dasletztere leicht an dem es begleitenden Wermutharoma erkennen. Das Absinthiin