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1 (1876)
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Cerefolium. Cereoli.

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Cerefolium.

Anthriscus Cerefolium Ho lfm ann, Scandi.r Cerefolium Linn ., Kerbel,Gartenkerbel, eine einjährige, im südlichen Europa einheimische, bei uns inGärten als Küchengewürz gezogene Umbellifere.;

Herba Cerefolii, Herba Chaerophylli, Körbclkraut, Wrrbelkraut, Garteiikerbel,

sowohl das frische, als auch das getrocknete Kraut. Der Stengel ist gestreift,über den Knoten behaart; die zarten dünnen, dreifach tiederspaltigen, bis zu13 Ctm. langen B1 ätter sind auf der Unterfläche glänzend und hier anden Nervern spai-sam kurz behaart, an der Basis mit einer häutig gerandetenScheide versehen. Die Lappen der dreilappigen Blattfiederstticke sind ge-wimpert, oval, zugespitzt und in eine weisse Borste auslaufend. DieBltithen sind klein und weiss. Geruch und Geschmack sind eigenthiimlichgewürzhaft, an Anis erinnernd, bedingt durch den Gehalt einer geringen Mengeeines ätherischen Oeles.

Einsammlung und Aufbewahrung. Das Kraut wird gegen Ende Mai undim Juni gesammelt, entweder an der warmen Luft getrocknet, zerschnittenund in Blechgefässen aufbewahrt oder frisch, wie es ist, zerquetscht mit 5Procent Wasser gemischt und ausgepresst, der Saft einen Tag bei Seitegestellt und dann colirt. Er ist dann der Succus recens Cerefolii. Dasfrische Kraut wird aus Gärtnereien bezogen.

Das getrocknete Kraut wird kaum, der frische Saft höchst selten gebraucht.Letzterer kann auch nur gegen Ende des Mais oder im Juni verordnet werden.Er wurde bei Unterleibsstockungen, Schwindsucht, Wassersucht, Hautkrank-heiten, das frische Kraut auch äusserlich auf Milch- und Haemorrhoidalknoten,ferner zur Bereitung der Körbelmolken angewendet.

Syrupus Cerefolii. 10 Theile des frisch ausgepressten Safteswerden in einem Kolben mit lockerem Verschluss bis auf 85° C. erhitzt, nachdem Erkalten colirt, mit 3 Th. Weingeist versetzt, nach zwei Tagen filtrirtund mit 18 Th. Zucker zum Syrup gekocht.

Cereoli.

Cereoli, RSkreiikenen, Bougies (französischer Ausdruck) sind 15 30 Cen-timeter lange, an dem einen Ende konisch auslaufende, glatte und feste Cylin-der aus Leinwand, Darmsaiten (Kautschuk), von der Dicke einer schwachenSchreibfeder bis zu 2,8 Ctm. Sie sind bestimmt, um in die Harnröhre oderden Mastdarm eingeführt zu werden.

Um aus Leinwand Bougies für die Harnröhre zu fertigen, wird dieselbein 25 bis 30 Ctm. lange und 4 bis 5 Ctm. breite Streifen, welche die Gestalteiner schräg abgestumpften Messerklinge haben, geschnitten. Man zieht diesedurch die geschmolzene, aus reinem gelbem Wachse bereitete Mischung so,dass sie gleichförmig damit getränkt sind, und rollt sie auf einer etwas