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1 (1876)
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773
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Custoreum

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2. Der Castoringehalt ist grösser im Sibirischen. Die zu Pulver zerriebeneSubstanz wird wiederholt mit Petroläther unter gelindem Erwärmen extrahirt,und die Lösung in einer Glasschale mit flachem Boden der freiwilligen Ver-dunstung überlassen. Eine Wägung ergab z. B. vom Sibirischen B. inclusivedes ätherischen Oeles 4,6, vom Canadischen B. 1,98 Proc. Petroläther löstnur das Castorin und flüchtige Oel bei einer Wärme von circa 30° C. undlässt das Castorin beim Erkalten grössten Theils wieder fallen. Die Petrol-ätherlösung ist daher kaum gefärbt, der Petroläther würde auch alle die Harzeund Stoffe zugleich lösen, welche überhaupt in Petroläther löslich sind undals Verfälschungsmittel angewendet werden.

3. Der Rückstand aus der Behandlung mit Petroläther mit Chloroformextrahirt. Die Lösung ist braun oder braunroth und hinterlässt ein braun-gelbes oder braunes Harz (Resinoid), welches vom Canadischen B. nur hartund von nur schwachem Geruch ist, vom Sibirischen B. aber beim Berühreneinige Klebrigkeit zeigt und den specifischen Geruch des Sibirischen B. auf-fallend äussert.

4. Uebergiesst man das Pulver des B. zuerst mit etwas Weingeist unddann mit verdünnter Salzsäure, so wird Kohlensäure nur in kleinen Bläschenohne Aufschäumen entwickelt. Lässt man die Mischung 10 20 Stundenstehen, so findet man die Flüssigkeit über dem Canadischen B. gelb wie Weinoder gelbbraun wie ein helles Bier gefärbt, dagegen die Flüssigkeit über demSibirischen B. weit intensiver dunkelbraun oder rothbraun. Filtrirt und mitAmmon alkalisch gemacht, geben beide Flüssigkeiten auf Zusatz von Ammon-oxalat starke Niederschläge von Kalkoxalat.

5. Uebergiesst man das Pulver mit Aetzammon und macerirt mehrereStunden, so findet man die Lösung vom Canadischen B. klar und curcumagelb,die vom Sibirischen B. auch klar, aber noch einmal so intensiv dunkel gefärbt.Verdünnt man die Lösung mit Wasser, so erfolgt keine Trübung, setzt mandann Salzsäure im Ueberschuss hinzu, so erfolgt Trübung und nach wenigenMinuten erscheint die farblose Flüssigkeit von fadigen braunen Flocken durch-setzt. Eine Abscheidung in Gestalt eines Rahmes oder schweren Niederschlagesdeutet eine Verfälschung an.

6. Man mischt nach Kohlt die weingeistige Lösung des Bibergeils mitWasser und dann die lactescirende Flüssigkeit mit Aetzammonflüssigkeit. BeimSibirischen B. wird die Flüssigkeit sofort klar, beim Canadischen B. bleibt siemehr oder weniger trübe.

Es können Bibergeilbeutel vorkommen, deren Inhalt fast ganz in Salzsäurelöslich ist. Solche Beutel sollen von kranken Thieren herrühren. Jedenfallskann ein solches Castoreum nicht als Arzneisubstanz verbraucht werden.

Pulverung. Das Pulvern des Bibergeils geschieht, wenn dieses ziemlichhart ist, in der Winterkälte. Ein Austrocknen durch künstliche Wärme darfnicht angewendet werden, denn die Substanz würde einen Theil ihrer wirk-samen Bestandtheile einbüssen. Ist das Bibergeil noch weich, oder will manes in der wärmeren Jahreszeit pulvern, so soll man es auf folgende Weisetrocknen. Man schneidet es in flache Stücke, bindet diese entweder inKälberblase ein und hängt sie an einem temperirten Orte (bei 20 25° C.)frei auf, oder man hängt sie in einen mit Deckel versehenen Topf, auf dessenBoden nussgrosse Stücken Aetzkalk ausgebreitet sind. Auf diese Weisetrocknet das Castoreum vollständig ohne bemerkbaren Verlust seiner flüchtigenStoffe aus.