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1 (1876)
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772
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Castoreum.

menhängenden Beutel ist gewöhnlich etwas kleiner als der andere. Die äusserefeste glatte Haut der Beutel ist im trocknen Zustande dunkelbraun und

lässt sich in mehrere (3) Blätter spalten.Das Innere des Beutels ist schmutzig, gelb durch-zogen von einem dichten, in Windungen sich schlän-gelnden Zellgewebe, welehes die Bibergeilsubstanzeinschliesst und mit dieser verwachsen ist. In derMitte der Beutel findet man gewöhnlich eine Höhlung,welche wahrscheinlich in Folge des schnellen Aus-trocknens der Bibergeilsubstanz entsteht. DieseHöhlung ist übrigens kein nothwendiges charakte-ristisches Zeichen. Im trocknen Zustande ist dieBibergeilsubstanz dunkelbraun, trocken, ohneGlanz,Fig. loo. Ein Bibergeilbeutel- fest, zerreiblich, von einem sehr starken, für manchenMenschen widerlichen, eigenthümlichen (dem Schaf-miste ähnlichen) Gerüche und von beissendem, etwasbitterlichen, gewürzhaften Geschmacke.

Das Bucharische Bibergeil kommt in 150450 Gm. schweren Beutelnvor und ist, da es nicht im Rauch getrocknet ist, heller von Farbe. Es istdem Sibirischen im Werthe gleich.

Wegen seines hohen Preises ist das Bibergeil ganz besonders vielen Ver-fälschungen ausgesetzt. Häufig finden sich in den Beuteln Steinchen, Blei-stücke, getrocknetes Blut, mit Harzen gemischte Kreide etc. Diese Betrügereienlassen sich leicht beim Zerschneiden der Beutel entdecken.

Bestandteile. Eine von Brandes mit Genauigkeit ausgeführte Analysedes Sibirischen Bibergeils ergab in 1000 Th.: Flüchtiges dickflüssiges Gel20; Castoreumresinoid 585; Castorin, eine in Weingeist wenig, in Aetherleicht lösliche und aus der verdampfenden Lösung in weissen nadeiförmigenKrystallen sich ausscheidende, den Fettstoffen angehörende, aber nicht ver-seifbare Substanz 25; Ammonearbonat 8; Carbonat und Phosphat der Kalk-erde mit etwas Magnesiacarbonat 42; osmazom-leimartige und andere thierischeMaterien, Wasser etc. Dagegen gab das Canadische Bibergeil in 1000 Th.;flüchtiges Oel 10; Castoreumresinoid 137; Castorin 7; Castorin mit Carbonatund Urat der Kalkerde 13,5; Kalkcarbonat mit etwas Phosphat ungefähr 350;Ammonearbonat 8,2; mehrere thierische Substanzen, Wasser etc. Als einenBestandtheil des Bibergeils hat man auch das Salicin gefunden, was leichterklärlich ist, da der Biber von Weidentheilen lebt. Woeiiler vermuthet,dass der Geruchsstoff des Bibergeils Phenylsäure oder Carbolsäure sei. Wahr-scheinlich kommt diese Säure durch das Räuchern der Beutel hinein.

Lehmann fand: im Deutsch. Russ. Canad. Bibergeil

Aetherextract 7,4 2,5 8,249 Proc.

W eingeistextract 67,7 64,3 41,340

Wasserextract 2,6 1,9 4,795 ,,

Essigsäure- I kohlens. Kalk . . . 14,2 18,5 21,365

extract \ eiweissartige Substanz 2,4 3,4 5,841

Häute 5,7 9,4 18,410

Prüfung und vergleichende Untersuchung. 1. Der Geschmack des Cana-dischen Bibergeils ist bedeutend schwächer und weniger scharf als der desSibirischen, welcher letztere am hinteren Theile des Gaumens sich längereZeit durch Brennen zu erkennen giebt,.