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1 (1876)
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Bromum.

sich Hilter Stickstoffgasentwickelung Bromammonium. Brom ist eine selir ätzendeSubstanz, zerstört organische Substanzen ähnlich wie Chlor und bleichtwie dieses die organischen Pigmente. Mit alkalischen Basen bildet Bromkeine dem Chlorkalk entsprechende Verbindung.

Chemie und Analyse. Brom wird aus seinen Verbindungen mit Metallenin ähnlicher Weise und unter denselben Umständen wie das Chlor freigemacht.Abweichend hiervon ist, dass concentrirte Schwefelsäure aus trocknen Metall-bromiden oder den concentrirten Lösungen derselben Brom freimacht, dassKalichlorat mit verdünnter Schwefelsäure aus den Alkalimetallbromiden eben-falls Brom abscheidet. Chlor macht Brom aus seinen Metallverbindungen frei,nicht aber Eisenchlorid (ausser bei Gegenwart von Metalljodiden). Salpetrig-säure oder Kalinitrit mit Salzsäure machen Brom nicht frei (wohl aber Jodaus Jodiden).

Gegen Schwefelwasserstoff, Silbernitrat, Bleiacetat, Schwefligsäure, Gold,Quecksilber, Mercuronitrat, Mercurobromid verhält sich das Brom analog demChlor, nur ist der Silberbromidniederschlag nicht weiss, sondern gelblich weiss.

Kleine Mengen freien Broms in wässriger Lösung, z. B. durch Chlorwasseraus einer Bromidlösu'ng freigemacht, erkennt man an der gelben Farbe, welchedamit geschüttelter Aether, Schwefelkoklenstoff, Chloroform, Benzol annehmen.Ist zugleich freies Jod gegenwärtig, so färben sich Schwefelkohlenstoff undChloroform unter alleiniger Aufnahme des Jods violett und Brom bleibt in derwässrigen Flüssigkeit gelöst. Giesst man bei Anwendung von Schwefelkohlen-stoff oder Chloroform dann auf die wässrige Schicht Aether und agitirt sanft,so nimmt dieser Brom auf und färbt sich gelb.

Zur quantitativen Bestimmung des freien Broms verwandelt man diesesentweder mittelst Schwefligsäure in Bromwasserstoff und fällt als Silberbromid(AgBrxO,425532 = Br) oder man schüttelt mit einer bestimmten Menge trocknenMercurobromids (der Gewichtsverlust desselben xO,28572 =Br) oder manschüttelt mit electrolytisch gefälltem Silbermetall (die Gewichtszunahme = Br).Die volummetrische Bestimmung des freien Broms basirt auf den Formeln:KJ und Br geben KBr und J; ferner 2(Na0,S 2 0 2 ) und J geben NaJ und.NaO, S 4 0 5 . Jx 0,62993 = Br.

Bromwasserstoff und Bromide geben Reactionen: mit Silbernitrateinen gelblich-weissen käsigen Niederschlag (AgBr), welcher durch Tageslichtallmälig geschwärzt wird, in verdünnter Salpetersäure und anderen verdünntenSäuren nicht löslich ist, von Aetzammon schwieriger als Silberchlorid gelöstwird, aber leicht in Lösungen des Kaliumcyanids und Natronhyposulfits löslichist, durch Digestion mit Jodkaliumlösung in Silberjodid, durch Macerationmit Chlorwasser in Silberchlorid, trocken im trocknen Chlorgasstrome geglüthin Silberchlorid übergeht und erhitzt im Wasserstoffstrome zu metallischemSilber wird. Die Farbe der Kalihypermanganatlösung wird durchneutrale oder alkalische Bromide der Lichtmetalle nicht verändert (Unterschiedvon den entsprechenden Jodiden). Bromide mit Kalichromat gemischt und mitconcentrirter Schwefelsäure übergössen, geben beim Erhitzen kein chromhaltigesDestillat (Unterschied von den Chloriden).

Beim Erhitzen anorganischer Bromide in einer Kupferoxyd enthaltendenPerle von Phosphorsalz vor dem Löthrohre färbt sich die Flamme blaugriin;(Bekzelius ). Nach Beilstein lässt sich diese Weise des Nachweises auchauf organische Substanzen ausdehnen, wenn man das Phosphorsalz weglässt.Man bringt in das Oehr eines Platindrahts etwas pulvriges Kupferoxyd,macht es durch kurzes Glühen fest daran haftend, taucht das Oehr in die