Bromum.
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Eigenschaften. Bromalhydrat bildet neutrale, farblose, nadeiförmige Kry-stalle, welche bei 54° C. schmelzen und über 100° C. in Bromal und Wasserzerfallen. Sie verhalten sich gegen Auflösungsmittel und Reagentien demChloralhydrat ähnlich. Durch Einwirkung von Aetzalkali zerfällt Bromalhydratin Ameisensäure und Bromoform. Concentrirte Schwefelsäure scheidet Bromalab und beim Erwärmen findet unter Gasentwickelung die Ausscheidung vonBrom statt.
Der Geschmack ist dem des Chloralhydrats ähnlich, aber noch unange-nehmer und kratzend, der Geruch scharf und stechend, zu Thränen reizend.
Prüfung. Die Lösung in verdünntem Weingeist darf durch Silbernitratnicht getrübt werden. Das Bromal-Alkoholat ist an seiner Schwerlöslichkeit inWasser zu erkennen.
Aufbewahrung. In mit Glasstopfen dicht geschlossener Flasche in derReihe der starkwirkenden Arzneisubstanzen.
Anwendung. Das Bromalhydrat steht in seiner hypnotischen Wirkungdem Chloralhydrat weit naeh, der Schlaf ist weniger tief, die Excitation einegrössere, dagegen ist es (von Steinauer ) als Mittel gegen Epilepsie, Choreaund Tabes dorsualis empfohlen worden (ist aber unbeachtet geblieben). Dosis:0,05—0,1 — 0,5—1,0 mehrere Male am Tage, am besten wegen des abscheu-lichen Geschmackes in Pillen oder Bissen. Steinauer empfiehlt den gleich-zeitigen Gebrauch von Natronbicarbonat.
Bromum.
Bromum, Brom (Br = 80) kommt von guter Qualität in den Handel.
Eigenschaften. Brom ist bei gewöhnlicher Temperatur eine Flüssigkeitvon tief rothbrauner Farbe, in dünnen Schichten hyacinthrotli. Es ist sehrflüchtig und verdampft daher bei gewöhnlicher Temperatur, braungelbe Dämpfeausschickend. Bei 24,5° Kälte erstarrt reines Brom zu grauen metallglänzen-den Blättern, welche mit Jod Aehnliehkeit haben. Wasserhaltiges Bromerstarrt schon bei 7 bis 10° Kälte. Bei circa 60° siedet es. Sein spec. Gew.ist bei 15° 2,98. Der Bromdampf ist schwer und hat ein spec. Gew. von 5,4.Der Geruch des Broms ist chlorähnlich, erstickend und unangenehm. Der einge-athmete Dampf ist den Athmungswerkzeugen fast ebenso gefährlich und nach-theilig wie die Chlordämpfe. Der Geschmack (des in Wasser gelösten Broms)ist chlorähnlich. Bei 0° verbindet sich Brom mit Wasser zu einem Hydrat,welches bei mittlerer Temperatur wieder in seine Bestandtheile zerfällt. Wasserlöst circa 3 Proc. Brom, färbt sich damit orangegelb und verhält sich gegenorganische Farben wie Chlorwasser. Weingeist, Aether, Chloroform undSchwefelkohlenstoff lösen Brom in reichlicher Menge. Die drei letzteren J'Tiis--sigkeiten mit einer wässrigen, freies Brom enthaltenden Flüssigkeit geschüttelt,entziehen letzterer das Brom. Stärkekleister wird durch Bromwasser gelb, beiGegenwart von Jod gelbbraun gefärbt (Chlor ist ohne Einwirkung auf Stärke,Jod färbt sie blau oder violett). Mit Aetzammon in Wirkung tretend bildet